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Universität Tübingen zeichnet drei Forschende für herausragende Wissenschaftskommunikation aus

27.02.202612:00 UhrMedien & Telekommunikation
Bild: Universität Tübingen zeichnet drei Forschende für herausragende Wissenschaftskommunikation aus

(openPR) Die Universität Tübingen verleiht den Preis für Wissenschaftskommunikation in diesem Jahr an zwei Nominierte: den Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen und den Rechtsextremismusforscher Dr. Rolf Frankenberger. Der Nachwuchspreis geht an die Ökologin Dr. Rachel L. Gunn. Bernhard Pörksen wird für die umfassende und vielschichtige Kommunikation seiner Forschung zur öffentlichen Debattenkultur ausgezeichnet, Rolf Frankenberger für seine engagierte, dialogorientierte Aufklärungsarbeit zur extremen Rechten und deren gesellschaftlichen und politischen Einbettungen. Rachel L. Gunn wird geehrt für die innovative und inklusive Kommunikationsarbeit, die an ihre Untersuchung fragiler Ökosysteme anknüpft.

Der Preis ist in der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen verankert und würdigt besondere Leistungen in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten, Forschenden sowie weiteren Expertinnen und Experten aus dem Kommunikationsbereich. Die offizielle Preisverleihung findet am 28. April um 18 Uhr in der Alten Aula statt.

„Im Namen der gesamten Universität gratuliere ich der Preisträgerin und den beiden Preisträgern sehr herzlich“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Die Jury zeichnet in diesem Jahr mit dem Hauptpreis zwei Forschende aus, die sich in herausragender Weise für die Demokratie engagieren: Bernhard Pörksen, indem er die Bedingungen gelungener öffentlicher Kommunikation sichtbar macht; Rolf Frankenberger, indem er rechtsextreme Entwicklungen analysiert und einordnet. Demokratische Verständigung braucht beides: eine klare, faktenbasierte Grundlage und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Nachwuchspreisträgerin Rachel L. Gunn macht eindrücklich erfahrbar, wie schützenswert und zugleich schutzbedürftig die Ökosysteme des Planeten sind.“
Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

Bernhard Pörksen erforscht Dynamiken öffentlicher Kommunikation im digitalen Zeitalter. Er zeigt, wie Empörung, Hasskultur und Faktenverzerrung vielfach die Debatten prägen und polarisieren. Daraus entwickelt er Ansätze für eine konstruktive, transparente Gesprächskultur, die maßgeblich auch auf der Bereitschaft zum Zuhören basiert. Seine Erkenntnisse bringt er in einer vielbeachteten populärwissenschaftlichen Sachbuchtrilogie einem diversen Publikum nahe. Mit zahlreichen Interviews, Essays, Vorträgen und öffentlichen Dialogformaten erzielte er darüber hinaus eine große mediale Resonanz. So trägt er mit seinen Arbeiten dazu bei, die Medienmündigkeit und die Kunst des Miteinander-Redens und des Zuhörens zu fördern. „Bernhard Pörksen gelingt es, komplexe Kommunikationsprozesse leicht verständlich zu machen und Orientierung in einer zunehmend polarisierten Öffentlichkeit zu geben. Seine Arbeit wirkt weit in die Gesellschaft hinein“, sagt die Juryvorsitzende Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität der Universität Tübingen.

Rechtsextreme Bewegungen verstehen und Demokratie stärken

Rolf Frankenberger ist wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Rechtsextremismusforschung (IRex) an der Universität Tübingen und leitet den Arbeitsbereich Lokale politische Kulturen. Er untersucht, unter welchen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen extrem rechte Bewegungen, Parteien und Akteurinnen und Akteure agieren. Sein besonderes Augenmerk liegt auf räumlichen und kulturellen Faktoren sowie den Strategien, mit denen extrem rechte Gruppen soziale Räume für ihre Mobilisierung nutzen. Aus dieser Forschung heraus wirkt er in die Gesellschaft: Durch Interviews, Hintergrundgespräche, Publikationen sowie eine Vielzahl an Vorträgen und Workshops bringt er seine Analysen und Befunde in verschiedenste gesellschaftliche Bereiche ein – von lokalen Initiativen über Bildungsinstitutionen bis hin zur Landespolitik. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zum Verständnis eines Phänomens, das demokratische Gesellschaften zunehmend bedroht. „Wir würdigen insbesondere Rolf Frankenbergers unermüdliche Bereitschaft, den Dialog mit sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu suchen. Er vermittelt komplexe Zusammenhänge verständlich, ausgewogen und adressatengerecht“, sagt Juryvorsitzende Monique Scheer.

Innovativer Einsatz für fragile Ökosysteme

Rachel L. Gunn untersucht, wie Umweltveränderungen das Verhalten und die Interaktionen von Arten in tropischen Korallenriffen beeinflussen. Ihr besonderes Interesse gilt der Frage, wie invasive Arten, Klimastress oder andere Faktoren ganze Riffgemeinschaften verändern und welche ökologischen Prozesse über ihren Fortbestand entscheiden. Ihre Forschung bietet damit wertvolle Einblicke in die Verletzlichkeit einer der artenreichsten Lebensräume der Erde. Gunn entwickelt offene Online-Kurse, Citizen-Science-Projekte und arbeitet eng mit Schulen, Freiwilligenorganisationen und lokalen Gemeinden zusammen und vermittelt ihre Forschung in unterschiedlichen Medienformaten weltweit. An Korallenriffen bezieht sie Freiwillige und Studierende direkt in wissenschaftliche Arbeit ein und schafft damit Zugänge, die Forschung unmittelbar erlebbar machen. „Rachel L. Gunn versteht es, Menschen aller Altersgruppen und Bildungshintergründe für ökologische Fragestellungen zu begeistern. Ihr Ansatz zeigt vorbildlich, wie Wissenschaftskommunikation Barrieren abbaut und Forschung erfahrbar macht“, sagt Juryvorsitzende Monique Scheer.

Seit seiner Einführung im Jahr 2021 wird der Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation jedes Jahr vergeben. Er setzt gezielt einen Anreiz für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ihre Forschung sichtbarer zu machen und aktiv in den Austausch mit der Öffentlichkeit zu treten. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, den sich die beiden Hauptpreisträger in diesem Jahr teilen. Für den Nachwuchspreis sind 5.000 Euro vorgesehen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Christfried Dornis
Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Telefon +49 7071 29-76788
E-Mail

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