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„Solarbatterie“ liefert auf Knopfdruck Wasserstoff aus Sonnenenergie - Copolymer ermöglicht flexible Energienutzung

26.02.202611:22 UhrEnergie & Umwelt
Bild: „Solarbatterie“ liefert auf Knopfdruck Wasserstoff aus Sonnenenergie - Copolymer ermöglicht flexible Energienutzung

(openPR) Grüner Wasserstoff ist einer der wichtigsten Pfeiler der Energiewende. Hergestellt wird er mit Hilfe photokatalytischer Verfahren aus Sonnenlicht. Mittlerweile gibt es zwar eine Vielzahl an Technologien zur Umwandlung und Speicherung von Solarenergie in chemische Energie. Doch nun ist es erstmals gelungen, ein Material zu entwickeln, das die Energie des Sonnenlichts über mehrere Tage zu speichern und schließlich „auf Knopfdruck“ in Form von Wasserstoff abgeben kann. „Man kann sich das vorstellen wie eine Kombination aus Solarzelle und Batterie auf molekularer Ebene“, erklärt Professor Sven Rau, der an der Universität Ulm das Institut für Anorganische Chemie I leitet.

Als Material zur temporären Energie- beziehungsweise Elektronenspeicherung wird ein wasserlösliches, Redox-aktives Copolymer eingesetzt. Copolymere sind Makromoleküle, die aus unterschiedlichen organischen Bausteinen bestehen. Sie bilden ein stabiles Gerüst und wurden mit funktionellen Einheiten ausgerüstet, die bestimmte chemisch-physikalische Eigenschaften mitbringen – in diesem Fall eine starke Redox-Aktivität. Das von den Ulmer und Jenaer Forschenden entwickelte System erreicht eine Ladeeffizienz von über 80 Prozent und hält diesen Zustand mehrere Tage lang. „Bei Bedarf rufen wir die chemische Energie in Form von Wasserstoff wieder ab. Dafür werden die gespeicherten Elektronen gezielt wieder genutzt“, so Professor Ulrich S. Schubert, Leiter des Instituts für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der mit Rau zusammen die Studie koordiniert hat. Durch Zugabe einer Säure und eines Wasserstoffentwicklungs-Katalysators werden die im Polymer gespeicherten Elektronen mit Protonen kombiniert – mit diesem Verfahren entsteht Wasserstoff „On Demand“. Der Wirkungsgrad ist erstaunlich hoch und liegt bei 72 Prozent. Ebenfalls sehr vorteilhaft: Dieser Prozess läuft auch im Dunkeln ab, ist also unabhängig davon, ob die Sonne scheint.

Neustart des Systems mit pH-Schalter

Wird die Lösung anschließend neutralisiert, kann das System erneut belichtet und aufgeladen werden. „Denn die Polymer-basierten Redoxreaktionen sind reversibel und ermöglichen mehrere Lade-, Lager- und Katalyse-Zyklen. Der Vorteil des Verfahrens: Das Polymer muss nicht erst aufwändig isoliert werden. Für ein Reset des Systems muss einfach der pH-Wert des Systems verändert werden“, erläutern die beiden Erstautoren der Studie Marco Hartkorn (Uni Ulm) und Dr. Robin Kampes (FSU Jena). Der pH-Schalter hat nicht nur eine praktische, sondern auch eine schöne Seite: Mit der Entladung in Gegenwart der Säure kommt es zu einem Farbumschlag von violett zu gelb, wird danach wieder mittels Licht beladen, wird das Gelb zu Violett und die Batterie ist wieder „scharf“ geschaltet.

Neue Wege mit einer industriellen Perspektive

„Wissenschaftlich bedeutsam ist das Projekt außerdem, weil es ganz unterschiedliche Konzepte aus der Chemie kombiniert, die ansonsten wenig Berührungspunkte haben: nämlich die makromolekulare Polymer-Chemie und die Photokatalyse“, sagt Professor Sven Rau. Die Forscher und Forscherinnen sind fest davon überzeugt, dass solche Methoden zur sogenannten „On Demand“-Wasserstoffentwicklung auch für energieintensive industrielle Prozesse genutzt werden könnten – beispielsweise für die klimaneutrale Stahlproduktion, die auf eine verlässliche Versorgung mit grünem Wasserstoff angewiesen ist. „Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für kostengünstige, skalierbare solare Speichertechnologien – und liefern einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen, chemisch basierten Energiewirtschaft“, hebt Professor Ulrich Schubert hervor. Realisiert wurde das Projekt, an dem auch Forschende des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien in Jena beteiligt waren, im Rahmen des gemeinsamen Sonderforschungsbereich TRR/SFB 234 „CataLight“ der Universitäten Ulm und Jena.

Über den Transregio-Sonderforschungsbereich 234 CataLight
Der gemeinsame Transregio-SFB „Lichtgetriebene molekulare Katalysatoren in hierarchisch strukturierten Materialien – Synthese und mechanistische Studien“ – kurz CataLight – der Universität Ulm und der Friedrich-Schiller-Universität Jena widmet sich innovativen und nachhaltigen Methoden der Photokatalyse. Dabei geht es zentral um die Umwandlung von Sonnenenergie in chemische Energie beziehungsweise um die Herstellung von „grünem“ Wasserstoff aus Sonnenlicht. Projektpartner von CataLight sind die Universität Wien, das Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz sowie das Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. in Jena. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Verbund im Zeitraum 2023 bis 2026 mit mehr als zwölf Millionen Euro.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Sven Rau, Leiter des Instituts für Anorganische Chemie I, Universität Ulm, E-Mail: E-Mail

Prof. Dr. Ulrich S. Schubert, Leiter des Instituts für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, E-Mail: E-Mail

Originalpublikation:
A water-soluble copolymer for storage and electron conversion in photocatalytic on-demand hydrogen evolution. M. Hartkorn, R. Kampes, F. Müller, L. Zedler, A. Edwards, Ph. Rohland, A. K. Mengele, S. Zechel, M. D. Hager, B. Dietzek-Ivanšić, M. Schmitt, J. Popp, U. S. Schubert & S. Rau, in: Nature Communications volume 17, Article number: 1141 (2026), https://doi.org/10.1038/s41467-026-68342-2

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