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Wenn emotionale Bilder die Balance ins Wanken bringen

(openPR) Dazu standen 17 gesunde Familienhunde ruhig auf einer hochpräzisen Druckmessplatte, während sie abwechselnd fröhliche, wütende oder gar keine menschlichen Gesichter auf einem Fernseher sahen. Dabei wurde die Bewegung des „Center of Pressure“ (COP), dem Körperdruckmittelpunkt, gemessen – ein biomechanischer Marker, der feinste, oft mit freiem Auge nicht erkennbare Schwankungen im Stand erfasst und so Rückschlüsse auf die Körperstabilität erlaubt.

Das Überraschende: Betrachtet man die Balanceveränderungen zwischen den drei Bedingungen (fröhlich, wütend, kein Bild), zeigt sich kein klarer Unterschied. Doch im Detail zeigte sich ein spannendes Muster: Die Forschenden gruppierten die individuellen Reaktionen jedes Hundes und fanden zwei klare Typen – jene, deren Stand stabiler wurde, und jene, die instabiler wurden.

Beim Ansehen fröhlicher Gesichter zeigten etwa 65 % der Hunde insgesamt geringere COP-Werte (stabilisierend), während 35 % höhere Werte aufwiesen (destabilisierend). Beim Anblick wütender Gesichter waren es 53 % mit stabilisierenden und 47 % mit destabilisierenden Reaktionen. Mit anderen Worten: die entstehende emotionale Erregung beim Betrachten von beiden Gesichtsausdrücken schlägt sich individuell unterschiedlich je nach Hund direkt in der Körperbalance nieder.

Dieser Befund passt zu dem, was man bereits aus der vorangegangenen Studie weiß; nicht allein die Emotion (positiv oder negativ), sondern vielmehr die ausgelöste Erregung beeinflusst die Körperantwort. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hunde emotionale Informationen aus Gesichtern aus dem Fernseher nicht nur erkennen, sondern sie auch körperlich verarbeiten – sichtbar an winzigen Veränderungen ihrer Standstabilität. Das zeigt, wie wichtig es ist, welche Erfahrungen Hunde mit bestimmten Gesichtsausdrücken von Menschen gemacht haben und wie das die individuelle Emotionalität und Sensibilität unserer Hunde beeinflusst“, sagt Nadja Affenzeller vom Klinischen Zentrum für Kleintiere der Vetmeduni.

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wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. med. vet. Nadja Affenzeller Dip ECAWBM (BM) MSc FTA MRCVS
Klinisches Zentrum für Kleintiere
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni)
E-Mail

Originalpublikation:

Der Artikel "Happy and angry human pictures differentially affect dogs’ postural stability" von Nadja Affenzeller, Christiane Lutonsky, Masoud Aghapour et al. wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

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