(openPR) Warum viele Vorsätze scheitern und weshalb nicht das Ziel entscheidend ist, sondern die Maßnahmen auf dem Weg dorthin – Erkenntnisse aus Forschung und Praxis.
Köln, 7. Januar 2026 – Zum Jahresbeginn nehmen sich viele Menschen vor, mehr Sport zu treiben, abzunehmen oder gesünder zu leben. Gleichzeitig zeigt sich Jahr für Jahr, dass ein Großteil dieser Vorsätze bereits nach wenigen Wochen aufgegeben wird. Nach Einschätzung der Personal Trainerin und Gesundheitsberaterin Ilka Wendlandt liegt die Ursache weniger in mangelnder Disziplin oder darin, dass Vorsätze zu ambitioniert sind, als in einer verbreiteten falschen Art der Zielsetzung.
„Fit zu sein ist kein Ziel, sondern ein Ergebnis“, sagt Wendlandt. „Ergebnisse lassen sich nicht direkt steuern. Steuerbar sind nur die konkreten Entscheidungen und Handlungen, die dorthin führen. Mit anderen Worten: Wir können nicht kontrollieren, was wir am Ende herausbekommen, aber wir können kontrollieren, was wir hineingeben.“ Wer seine Ziele ausschließlich an gewünschten Resultaten ausrichtet, verliert häufig die Motivation und gibt auf, wenn sich Erfolge nicht unmittelbar einstellen.
Die Zielsetzungsforschung stützt diese Sichtweise. Studien aus der Verhaltenspsychologie zeigen, dass sogenannte Input- oder Prozessziele – also klar definierte, regelmäßig umsetzbare Handlungen – die Wahrscheinlichkeit nachhaltiger Veränderungen und Zielerreichung deutlich erhöhen. Während Ergebnisziele stark von äußeren Einflüssen abhängen, fördern handlungsbezogene Ziele die Umsetzung und damit Resultate.
Im Gesundheitskontext bedeutet das: Nicht Zielwerte wie Gewicht, Fitnesslevel oder das Erreichen sportlicher Meilensteine stehen im Zentrum, sondern konkrete Schritte wie regelmäßige Trainingseinheiten, geplante Bewegungspausen im Arbeitsalltag und auch mal Salat statt immer Schnitzel mit Pommes. Diese Maßnahmen liegen in der eigenen Hand und können daher gesteuert werden.
„Viele Vorsätze scheitern nicht, weil sie zu anspruchsvoll sind, sondern weil sie zu unkonkret bleiben und durch keine genauen Maßnahmen untermauert sind“, erklärt Wendlandt. „Kleine, klar definierte und konsequent eingehaltene Handlungen klingen unspektakulär, aber sie wirken.“
Neben der konkreten Umsetzung spielt auch die Motivation eine zentrale Rolle. „Wenn wir etwas erreichen wollen, brauchen wir einen emotionalen Grund“, so Wendlandt. „Wer weiß, wofür er fit und gesund sein will, bleibt auch dann dran, wenn Termine, Stress oder Müdigkeit dazwischenkommen.“
Gerade für Führungskräfte ist diese Form der Zielsetzung besonders bedeutend. Studien aus der Arbeits- und Gesundheitspsychologie belegen, dass chronische Erschöpfung die Entscheidungsqualität, Konzentrationsfähigkeit und Führungswirkung beeinträchtigen kann. Gesundheit ist damit kein privates Thema, sondern ein zentraler Faktor für Stabilität und Leistungsfähigkeit im Berufsleben.
Hintergrund: Input- und Output-Ziele
In der Zielsetzungsforschung wird zwischen Ergebniszielen (Output) und Handlungszielen (Input) unterschieden. Output-Ziele beschreiben gewünschte Resultate, sind jedoch nur indirekt beeinflussbar. Input-Ziele definieren konkrete, kontrollierbare Handlungen und gelten insbesondere in komplexen und stressreichen Lebenssituationen als wirksamer Ansatz für nachhaltige Veränderung.











