(openPR) Wenn Vorstände ohne ausreichende Informationsgrundlage entscheiden – warum das mangelhafte Risikoberichtswesen zum größten Schwachpunkt vieler Banken geworden ist
In kaum einem anderen Bereich treten derzeit so gravierende Mängel zutage wie im Risikoberichtswesen. Obwohl die MaRisk klare Vorgaben machen, kämpfen viele Institute damit, Risiken vollständig, zeitgerecht und adressatengerecht zu berichten. Die Aufsicht findet in Prüfungen immer wieder dieselben Defizite: Berichte, die zu spät kommen, inhaltlich verzerrt sind, operative Risiken übersehen, falsche Schwerpunkte setzen oder dem Vorstand keine belastbaren Handlungsempfehlungen liefern. Besonders gefährlich wird es, wenn Risikodaten zwar vorhanden sind, aber nicht strukturiert zusammengeführt werden – eine fatale Schwäche in Zeiten, in denen Steuerungsentscheidungen immer schneller getroffen werden müssen.
Ein zentrales Problem liegt in der Daten- und Informationsqualität. Viele Institute arbeiten mit historisch gewachsenen Berichtslinien, parallelen Datenhaushalten und uneinheitlichen Definitionen. Dadurch werden Informationen nicht konsistent verarbeitet, Risiken falsch priorisiert und Entwicklungen zu spät erkannt. Gleichzeitig erwarten Aufsicht und Vorstand eine präzise Darstellung der wesentlichen Risikoarten – Kredit-, Marktpreis-, Liquiditäts-, ESG- und operationelle Risiken – inklusive Prognosen, Ableitungen und Beurteilungen des künftigen Risikoverlaufs. Während die Anforderungen steigen, bleiben viele Berichte nach wie vor beschreibend statt steuerungsorientiert.
Auch das Format ist häufig ein Problem: Vorstände erhalten Berichte, die zu umfangreich, zu technisch, zu zahlenlastig oder schlicht unübersichtlich sind. Die Folge: entscheidungsrelevante Signale gehen in der Informationsflut unter. Besonders kritisch sind Berichte ohne klare Risikoaussagen, ohne Einschätzung der Risikotragfähigkeit und ohne Vorschläge für konkrete Maßnahmen. Wenn Berichte eher dokumentieren als steuern, verlieren sie ihren Zweck – und führen zu Feststellungen in der nächsten Prüfung.
Hinzu kommen organisatorische Schwächen. In vielen Häusern ist unklar, wer welche Risikodaten zusammenführt, wie schnell Informationen weitergeleitet werden müssen und wie weit Eskalationspflichten tatsächlich reichen. Die MaRisk geben dafür klare Anforderungen vor: wesentliche Risikoinformationen müssen unverzüglich weitergeleitet werden, Berichte müssen aussagekräftig, aktuell und nachvollziehbar sein, und alle relevanten IKS-Funktionen benötigen geregelte Zugriffs- und Auskunftsrechte. Genau hier kommt es immer wieder zu Brüchen zwischen Risikocontrolling, Revision, Compliance und Vorstandsstab.
Diese strukturellen Schwachstellen sind nicht nur ein Aufsichtsthema, sondern ein strategisches Risiko. Banken, die Risiken nicht klar erkennen und berichten, können sie auch nicht steuern. Wer Entwicklungen zu spät erkennt oder Fehlanreize übersieht, setzt Kapital, Reputation und Geschäftsentwicklung aufs Spiel.
Das Fachseminar „MaRisk Spezial: Risikoberichtswesen & Vorstands-Reporting“ am 27. Januar 2026 adressiert diese Herausforderungen mit einem konsequent praxisorientierten Ansatz.
Jan Kümmerlin (Bundesbank) zeigt, welche Berichtspflichten die Aufsicht heute erwartet, wie Risikodaten zusammenzuführen sind und wo die häufigsten Fehler in der Berichterstattung liegen – insbesondere bei Immobilien-, ESG-, IT- und Kreditrisiken.
Dr. Karsten Geiersbach (Kasseler Sparkasse), erfahrener Revisions- und Risikosteuerungsexperte, demonstriert, wie Berichte tatsächlich entscheidungsfähig werden: schlank, fokussiert, konsistent und mit klaren Handlungsempfehlungen.
Teilnehmende erfahren konkret:
- wie Risikoinformationen so aufbereitet werden, dass Vorstände sie nutzen können,
- wie ein effizientes Berichtswesen Ressourcen spart, statt sie zu blockieren,
- wie Prognosen und Risikotreiber integriert werden, um echte Steuerungsimpulse zu setzen,
- und wie Prüfer Berichtssysteme bewerten – inklusive typischer Feststellungen.
Die zentrale Botschaft: Risikoberichtswesen ist kein Dokumentationsprozess mehr, sondern das Rückgrat der Gesamtbanksteuerung. Wer hier Schwächen hat, gefährdet nicht nur die Aufsichtskonformität, sondern die Stabilität seines gesamten Geschäftsmodells. Dieses Seminar zeigt, wie Institute wieder Kontrolle, Übersicht und Steuerungsfähigkeit gewinnen – genau dort, wo es am dringendsten notwendig ist.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/marisk-spezial-risikoberichtswesen-vorstands-reporting











