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Digitalisierung der Hochschullehre durch digitale, authentische und feedbackbasierte Lehr-Lernszenarien

03.12.2025 • 11:05 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Die Ergebnisse sind umfangreich und liegen in vier Schwerpunkten vor:

Lernvideos und angeleitete Gruppenarbeit

1. Digitale Lernvideos wurden produziert. Sie sollen Studierenden helfen, sich mit komplexen fachlichen Problemen auseinanderzusetzen. In den interaktiven Videos geht es zum Beispiel im Master-Studium Umweltethik um die Klimakrise, im Lehramtsstudium um Unterrichtssituationen oder auch um kritische Seelsorgegespräche im Theologiestudium. Insgesamt 54 Videos wurden produziert, auch zu Themen aus der Humanmedizin, der Wirtschaftsinformatik sowie der Medien- und Kommunikationswissenschaft.

2. Gruppenarbeit sinnvoll zu organisieren, ist das Ziel des Programms „coLearn!“. Es schlägt den Studierenden unterschiedliche Rollen vor, um ein Projekt gemeinsam zu bearbeiten, zum Beispiel ein Beweisproblem in der Mathematik oder eine Textanalyse in den Geschichtswissenschaften. Hierfür wurden 47 Lehr-Lernszenarien entwickelt, unter anderem auch für Kunst- und Kulturgeschichte, Wirtschaftswissenschaften und Lehramt. „“ liegt als Plugin für „Digicampus“ vor, das Learning-Management-System, das an der Universität Augsburg genutzt wird.

Nützliches Feedback von Menschen und von der KI

3. Ebenfalls als Plugin für Digicampus ist „ getFeedback!“ erhältlich: Es leitet Studierende, Tutoren und Tutorinnen dazu an, qualitativ hochwertiges Feedback in Lehrveranstaltungen zu geben. So erfahren Studierende beispielsweise, wie sie ihre Aufgabenlösung verbessern können. Insgesamt 63 Szenarien wurden entwickelt: für die Sozialwissenschaften genauso wie für die Studiengänge Material Science and Engineering, Geoinformatik und Betriebswirtschaftslehre.

4. Weitere Rückmeldung können Studierende KI-gestützt erhalten: Simulierte Beratungs- und Gesprächssituationen wurden entwickelt – samt automatisiertem Feedback. So können Medizinstudierende üben, wie man einer Patientin oder einem Patienten eine schlechte Nachricht überbringt. Und Lehramtsstudierende proben Lehrer-Eltern-Gespräche. Anschließend erhalten sie eine automatisierte Rückmeldung zu ihrem Verhalten in der Situation. Das Tool, Nova, kann Lehrende entlasten und Studierende zeitnah mit passendem Feedback unterstützen. Insgesamt acht Szenarien wurden in der Humanmedizin und im Lehramt entwickelt.

Dauerhaft verfügbar – auch für andere Hochschule

Alle Produkte sind dauerhaft zugänglich. Zuletzt wurden ihre Nutzerfreundlichkeit verbessert und zahlreiche Dokumente erstellt, die den Einstieg erleichtern sollen, zum Beispiel Handreichungen, Quickguides, Klickanleitungen und FAQs.

Genutzt werden können sie von allen Lehrenden der Universität Augsburg und darüber hinaus. Die Projektbeteiligten haben die Ergebnisse bei teils internationalen Tagungen und Konferenzen in 85 Vorträgen vorgestellt. Die Plugins „coLearn!“ und „getFeedback!“ stehen zudem allen Hochschulen im deutschsprachigen Raum zur Verfügung, die das Open Source Learning-Management-System Stud.IP nutzen.

Ertragreiches Forschungsprojekt

Neben den Lehr-Lernszenarien sind auch wissenschaftliche Ergebnisse entstanden. Die Tools wurden auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt, zum Beispiel mit Erkenntnissen aus der Feedbackforschung – und wurden dafür genutzt, weitere Forschungsfragen zu untersuchen: Über 50 Beiträge in renommierten, teils internationalen Zeitschriften und in Sammelbänden haben die Projektbeteiligten veröffentlicht.

„18 Doktorarbeiten sind in mehr oder weniger großer Nähe zu KodiLL entstanden oder sind noch dabei zu entstehen“, sagt Prof. Dr. Ingo Kollar, Professor für Pädagogische Psychologie und Leiter des Projekts. „So fließen Ergebnisse des Projekts zurück in die Forschung“, freut sich der Wissenschaftler.

Erfolgsfaktor interdisziplinäre Zusammensetzung

„KodiLL leistet damit einen wertvollen Beitrag zur weiteren Digitalisierung der Hochschullehre. Es ist ein gutes Beispiel für intra- und interuniversitären Wissenstransfer“, sagt Kollar. Alle acht Fakultäten der Universität Augsburg haben an der Entwicklung der Tools mitgewirkt oder nutzen diese inzwischen. „Ein wichtiger Erfolgsfaktor für KodiLL war und ist die interdisziplinäre Zusammensetzung“, sagt Kollar.

Das Projekt KodiLL wird seit August 2021 und noch bis Ende 2025 von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre mit 6,2 Millionen Euro gefördert.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ingo Kollar
Inhaber Lehrstuhl für Psychologie m.b.B.d. Pädagogischen Psychologie
Universität Augsburg
Projektleitung KodiLL

Telefon: +49 821 598-2607
E-Mail: E-Mail

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