(openPR) Winterausstellung - Alte und neue Worpsweder Kunst
Beginn am Samstag, dem 29. November
Öffnungszeiten: Samstags und Sonntags 11-13 und 14-18 Uhr
www.Galerie-Cohrs-Zirus-Worpswede.de
Worpswede, das einsam im Teufelsmoor gelegene Dorf, ist schon 1884 von Fritz Mackensen für die Kunst entdeckt worden. Er studierte damals in Düsseldorf und machte des öfteren Malurlaub dort, eingeladen von der Tochter des Kaufmanns vom Weyerberg, diesem eiszeitlichen Sandhügel, auf dem das Dorf liegt. Aber erst im Herbst 1889, als Mackensen die Studienkollegen Otto Modersohn und Hans am Ende zu einem Besuch dort überreden konnte, kam es durch die drei jungen Maler zur Gründung der Künstlerkolonie. Forschung und Literatur zur Entwicklung des Ortes, deren bekannteste Persönlichkeit Paula Modersohn-Becker geworden ist, gibt es reichlich. Alles ist bekannt, sollte man glauben. Und doch - immer wieder gelingt es dem Worpsweder Galeristen Cohrs-Zirus, bislang Unbekanntes oder lange Verschollenes an Bildern oder Plastiken aus der Frühzeit des Ortes ans Licht zu holen.
Seine jüngste Entdeckung, eine ganz frühe Arbeit Clara Rilke- Westhoffs, die kurz vor 1900 entstanden sein dürfte, bezeichnet der Galerist gar als kleine Sensation. Sie ist nie ausgestellt worden und auch das akribisch erarbeitete Werkverzeichnis von Marina Sauer enthält nicht den geringsten Hinweis auf ihre Existenz. Wahrscheinlich hat sich die Bildhauerin mit ihr, einer jungen und auf einem großen Stein sitzenden Bäuerin mit ihrem Kind auf dem Schoß, bei Mackensen vorgestellt, um von ihm als Schülerin angenommen zu werden. Der Bezug ist deutlich: Das Motiv der Plastik ähnelt unverkennbar Mackensens frühem, großen Hauptwerk „Der Säugling“ von 1892, das sich im Besitz der Bremer Kunsthalle befindet - die Vorstellung als versteckte Hommage, ein hübscher Gedanke. Mackensen hat Clara, zusammen mit Paula Modersohn-Becker, als Schülerin angenommen, Clara dann aber bald zu Paul Klinger in Leipzig weitergeschickt, der sie dann seinerseits zu Rodin nach Paris empfahl. Die „Junge Bäuerin mit Kind auf dem Schoß“, eine Arbeit also von musealer Bedeutung, von der man hofft, dass sie in Worpswede verbleibt.
Die umfangreiche Ausstellung der Galerie Cohrs-Zirus, die zum Jahreswechsel in das 53. Jahr ihres Bestehens geht, zeigt eine ganze Reihe weiterer Arbeiten von Malerinnen, die in Worpswede gelebt und gearbeitet haben. Worpswede war begabten Künstlerinnen immer wohlgesonnen. Neben der großartigen Aktzeichnung eines Pariser Knaben Paula Modersohns und einer strahlenden sommerlichen „Weyerberglandschaft“ Hermine Overbeck-Rohtes sowie einer stimmungsvollen „Laternenfeier an der Hammehütte“ von Lisel Oppel möchte man gern den entzückenden „Kleinen, schlafenden Jungen“ der Künstlerin Agnes-Sander Plump nennen.















