(openPR) Südafrikanische Pianisten stehen international immer noch im Schatten des Übervaters Abdullah Ibrahim. Dabei gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Virtuosen auf den 88 Tasten, die ihre ganz eigene Handschrift entwickelt haben. Andile Yenana hat sich in den letzten Jahren den Ruf als einer der besten südafrikanischen Jazzpianisten seiner Generation mit einer Stilistik erspielt, die statt an Abdullah Ibrahim eher an McCoy Tyner erinnert.
Nach einer Ausbildung zum Musiklehrer studierte er an der School of Jazz & Popular Music der University of KwaZulu/Natal in Durban bei Prof. Darius Brubeck, Dave Brubecks ältestem Sohn, der seit langem in Südafrika unterrichtet. Beim Studium lernte Andile Yenana Zim Ngqawana kennen, der sich zu Südafrikas Avantgarde-Saxofonisten Nummer 1 entwickeln sollte und in dessen Band Andile Yenana seit zwölf Jahren den Piano-Stuhl besetzt. Mit anderen Kollegen wie dem Drummer Morabo Mojale und dem Saxofonisten Sydney Mnisi gründete er in den späten 1990ern VOICE, Südafrikas erfolgreichste Neobop-Gruppe. Mit dem Steelpan-Virtousen Andy Narell nahm er 2000 die Doppel-CD „Live in South Africa“ auf, und für das 2003 eingespielte Album „Abantwana Be Afrika“ der Kapstädter Tenorsax-Legende Winston Mankunku bekam Andile Yenana einen South African Music Award als bester Produzent.
Mit einem Gemeinschaftsprojekt von südafrikanischen und britischen Musikern trat Andile Yenana u. a. in Londons Royal Festival Hall auf, andere Tourneen führten ihn nach Chicago, Havanna oder zum Festival „Fin de Siecle“ in Nantes.
Ungeachtet seiner vielen Verpflichtungen als Sideman findet Andile Yenana immer noch Zeit für eigene Projekte. Für sein aktuelles Album hat er fast das gesamte Material komponiert und sich vorwiegend mit noch wenig bekannten, aber durchweg exzellenten Kollegen umgeben, denen der Bandleader reichlich Freiraum gibt. Die einzelnen Stücke zeigen Einflüsse von Thelonius Monk wie im Opener „Pedal Point“ bis zu Debussy und Ravel im Piano-Solo „South Central“. Immer jedoch bleibt auch die Tradition der südafrikanischen Jazzszene spürbar, die für sich beanspruchen kann, neben der kubanischen die älteste außerhalb der USA zu sein.
Interpret: Andile Yenana
Titel: ?
Label: Sheer Sound
Best. Nr.: 595.0120.2
V.Ö. Deutschland: 13. April 2007
Vertrieb: rough trade distribution
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