(openPR) Die Lösung des Problems von fehlendem, bezahlbarem Wohnraum gleicht einer Herkulesaufgabe und dabei entwickelt sich zunehmend ein Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit von Schaffung zusätzlichen Wohnraums und dem ressourcenschonenden Umgang mit Bauland und Materialien.
Die Klimakrise zwingt zum schnellen Umdenken im Gebäudesektor und dabei geraten die häufig als Hoffnungsträger beschriebenen Neubauten sind als massive
CO₂-Verursacher in die Kritik. Laut dem Bundesbauministerium fehlen in Deutschland besonders in Großstädten und deren Umland über 700.000 Wohnungen und dieser Mangel drückt sich in massiv steigenden Mieten nieder.
Die Ursachen für diese Wohnungsnot sind vielfältig und stellvertretend ist der zunehmende Wunsch nach leben in der Stadt, die zunehmende Lebenserwartung und die vielen Singlehaushalte zu nennen. Hier sind staatliche Eingriffe nahezu unmöglich und regulative Verschärfungen bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand, schaffen keinen neuen Wohnraum, sondern verteuern diesen. Man muss klar und ohne Wertung erkennen, dass es Klimaschutz nicht umsonst gibt und dies trifft sowohl Vermieter als auch Mieter.
Das Ziel der Bundesregierung bis 2045 klimaneutral zu sein ist ambitioniert und sollte von allen, gleich ob Unternehmen oder Privatpersonen im ureigensten Sinne unterstützt werden. Der Gebäudesektor trägt rund 30 % zu den CO₂-Emissionen bei und vor diesem Hintergrund sollten vor allem energieintensive Bauprozesse überdacht und neu konzipiert werden.
Erfreulich ist, dass es Lösungen gibt, die zeigen, dass Klimaschutz und Wohnraumschaffung kein Widerspruch sein muss. Insbesondere modulare Bausysteme geben Grund zur Hoffnung, dass der Preisspirale beim Neubau entgegengewirkt werden kann. Dem latenten Vorwurf, dass Neubauten mit ihrem Flächenbedarf zur massiven Versiegelung der Städte beitragen würden, entkräftet beispielsweise das junge in Hamburg ansässige Unternehmen NUNIVO www.nunivo.de , mit einem innovativen, modularen Bausystem. Dabei konzentriert sich NUNIVO auf versiegelte Flächen wie Parkplätze und schafft mit dem speziellen Bausystem Wohnraum ab dem nächsten Niveau. Der Parkraum bleibt dabei fast vollständig erhalten und im übertragenen Sinn entsiegelt, da die Dächer bei diesem System begrünt werden. Warum denn in die Weite schweifen, wenn das Gute (die gesamte Infrastruktur) liegt so nah, lautet hier die Devise.
Mehrgeschossige Wohngebäude aus Holz oder Holz-Hybrid-Konstruktionen reduzieren den CO₂-Fußabdruck gegenüber Betonbauten erheblich und haben aufgrund ihrer industriellen Vorfertigung in aller Regel auch Vorteile bei der Bauzeit. Neue Wege gehen ist ein Baustein zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, dazu gehört auch der Verzicht auf ausufernde Sonderwünsche seitens der Bauherren und Mieter.
Klimafreundlicher Wohnraum bedeutet nicht nur emissionsarme Materialien und Technik, sondern vor allem kluge Planung.
Das Prinzip der "15-Minuten-Stadt", bei dem Wohnen, Arbeiten, Bildung und Versorgung im nahen Umfeld zusammenkommen, hilft nicht nur dem Klima durch weniger Verkehr, sondern auch dem sozialen Zusammenhalt. Dazu ist es aber dringend nötig, dass sich die Baubehörden flexibel zeigen und neuen, pragmatischen Lösungen offen gegenüberstehen.
Nachhaltiges Bauen, soziale Durchmischung, begrünte Dächer, Photovoltaik, Mieterstrommodelle, Regenwassernutzung, urban farming, autofreie Flächen und dennoch Mieten im mittleren Bereich sind möglich.
Ein häufig unterschätzter Faktor für erfolgreiche, schnell umsetzbare und klimafreundliche Bauvorhaben, ist die frühzeitige und ehrliche Einbindung der Nachbarschaft. Bürgerproteste und Nachbarschaftseinsprüche verzögern oder verhindern nicht selten ambitionierte Projekte. Auch hier ist ein Umdenken notwendig und zu prüfen, inwieweit ein Einzelinteresse dem Gemeinwohl entgegenstehen darf.
Die Lösung des fehlenden Wohnraums liegt nicht im „Entweder-oder“, sondern im intelligenten „Sowohl-als-auch“. Fakt ist, es müssen neue Wohnungen entstehen, aber ressourcenschonend, emissionsarm und mit einem klaren Blick auf das große Ganze.
Die gute Nachricht lautet, die Technologien, Konzepte und Beispiele sind längst da, es braucht nun den politischen und gesellschaftlichen Willen, neue Wege zu gehen.
Es muss den Menschen klar werden, dass jede Handlung Ressourcen verbraucht und für den Klimaschutz nicht nur die anderen zuständig sind. Klimaschutz betrifft jeden und ist kein Luxus. Er ist eine Investition in Lebensqualität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und langfristige Wirtschaftlichkeit.
Stuttgart, 29.7.2025 Dieter Munk, freier Pressejournalist











