(openPR) „Stadt – Land – Bund: Wo steht die Bau- und Immobilienwirtschaft?“ – unter diesem Titel fand am 03.04.2025 die bekannte Bau- und Immobilienveranstaltung „IMMOTALK“ im Güterbahnhof in Bad Homburg statt. Eingeladen hatte, wie auch in den letzten Jahren, der Bad Vilbeler Bauunternehmer und IMMOTALK-Initiator Thomas M. Reimann (ALEA AG). Erstmals als Co-Sponsor dabei war die lokal ansässige Taunus Sparkasse.
Mehr als 150 immobilieninteressierte Gäste kamen auch diesmal wieder zusammen. Durch den Abend führte die aus den ntv-Nachrichten bekannte Wirtschaftsmoderatorin Astrid Fronja.
Die Themen des Abends waren Aspekte der innerstädtischen Sicherheit, mögliche Chancen durch das neue Sondervermögen der Bundesregierung auf die Entwicklung des Wohnungsbau-, Gewerbe- und Büroimmobilienmarktes und – wie der Titel der Veranstaltung bereits andeutete – der „Blick über den Tellerrand“ und über die Grenzen der RheinMain-Region hinaus auf das Land Hessen, die Bundesebene und das benachbarte europäische Ausland.
Mit Blick auf das Land Hessen erklärte Thomas Reimann in seiner Begrüßungsrede:
„In Hessen hat sich 2024 die Zahl der Baugenehmigungen gegenüber 2021 halbiert“. Gleichzeitig seien im Bundesland die Baukosten um ein Drittel angestiegen. Homöopathischen Dosen, Eingriffe und Korrekturen vorzunehmen sei nicht ausreichend, so der Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen. Eine politische Strategie, die auf Langfristigkeit und Verlässlichkeit ausgelegt ist, müsse her.
„Staatliche Eingriffe haben sich in der letzten Zeit vorwiegend darauf konzentriert, den Wohnungsmarkt strenger zu regulieren. Wir benötigen aber einen gegenteiligen Trend. Es müssen Kosten abgebaut werden“, führte er weiter an.
Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sei durch den Abbau der Bauvorschriften möglich. Eine Baurechtsreform, so Reimann, könne die Baukosten erheblich senken - beispielsweise, indem man etwa Deckenstärken, Schallschutz, Wärmedämmung oder Stellplätze sinnvoll überdenkt. Man spricht von 30 bis 40 Prozent, aktuell etwa beim Hamburg-Standard in der Hansestadt. Als gute Beispiele für derartige Reformen nannte er die europäischen Nachbarn, wie etwa die Niederlande und die nordischen Länder.
Abschaffung des Bauministeriums als Gefahr für politische Stabilität
Das Thema Wohnungsbau dürfe von der neuen Bundesregierung trotz des Fokus auf Investitionen in die Infrastruktur nicht vernachlässigt werden.
„Ich habe mich immer für ein eigenes Bauministerium ausgesprochen. Wir sind auch heute noch für dessen Erhalt. Sollte es mit Infrastruktur verknüpft sein, ist das auch in Ordnung, WENN der Wohnungsbau auch entsprechend priorisiert wird“, so der Appell des Bauunternehmers.
Man habe mittlerweile so viele Regeln etabliert und sich in Details verzettelt, dass das Wesentliche aus den Augen verloren ging. Mit einer verlässlichen Förderpolitik für Neubau und Sanierung müsse erreicht werden, dass Bauen sich wieder lohne – sowohl für junge Familien beim Erwerb des Eigenheims wie auch für Investoren.
Von Seite der Taunus-Sparkasse begrüße Markus Franz die Gäste:
„Wenn Thomas Reimann fragt, ob die Taunus Sparkasse Gastgeber des IMMOTALKs sein möchte, dann ist die Antwort klar. Denn wenn das Team der ALEA AG zum IMMOTALK einlädt, dann kommen Experten aus der Immobilienbranche, Entscheider aus der Politik und Vertreter der Medien zusammen“.
Er betonte das gemeinsame Ziel: die Region weiter stark zu machen.
„Wir begleiten zahlreiche Immobilienentwicklungen in der Region, wir kennen die Herausforderungen der Branche und wir wissen, welche Themen unsere Kundinnen und Kunden bewegen. Und wir glauben weiterhin stark an Immobilien.“
Ebenfalls als regionales Partnerunternehmen wieder mit dabei war die Karbener König + Neurath AG, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
„König + Neurath prägt mit 100-jähriger Expertise und nachhaltigen Bürolösungen die Büromöbelbranche entscheidend mit. Wir unterstützen bei der Gestaltung individueller Arbeitswelten – von der Beratung bis zum nachhaltigen After-Sales Service – und tragen so zur Gebäudezertifizierung bei“, erklärte Steffen Schwerd, der neue Vorstandsvorsitzende der König + Neurath AG.
Das Veranstaltungsformat „IMMOTALK“ lebt von einer inspirierenden und vielseitigen Podiumsdiskussion, die unterschiedliche Branchenvertreter und damit auch verschiedene Sichtweisen zusammen auf die Bühne bringt.
Für den ersten IMMOTALK 2025 extra aus Berlin angereist war Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB).
Neben ihm auf dem Podium waren Silvia Beck von bulwiengesa, Gottfried Milde, Sprecher der Geschäftsleitung der WIBank und Prof. Dr. Roman Poseck, Hessischer Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz.
Innenminister Roman Poseck betonte bereits vor der Veranstaltung: „Die Menschen möchten sich insbesondere in den eigenen vier Wänden so sicher wie möglich fühlen. Deshalb bietet die hessische Polizei kostenlose kriminalpolizeiliche Beratungen für Bürgerinnen und Bürgern an, um das Risiko eines Wohnungseinbruchs zu reduzieren. Auch beim Bauen oder im Rahmen von Sanierungen können polizeiliche Erkenntnisse und kriminalpräventive Aspekte berücksichtigt werden, um die Sicherheit in den eigenen vier Wänden zu erhöhen. Das Hessische Innenministerium hat zudem bereits 2006 gemeinsam mit dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft die Aktion „Sicher Wohnen in Hessen“ ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, die Präventionsbemühungen von gewerblichen Bauherren sowie Bauträgern zu fördern, und Vorzeigeprojekte auszuzeichnen.“
Einen Blick auf den aktuellen Gewerbeimmobilien-Markt hatte Silvia Beck, bulwiengesa:
"Das schwache Wirtschaftsumfeld beeinflusst den Gewerbeimmobilienmarkt, dennoch werden Büros weiterhin gebraucht und Logistikimmobilien profitieren nicht zuletzt von Re-/Nearshoring-Aktivitäten."
„Gestiegene Baukosten und Finanzierungszinsen auf der einen Seite sowie mangelnder bezahlbarer Wohnraum auf der anderen Seite – die Herausforderungen in der Immobilienwirtschaft sind enorm. Unsere Aufgabe als Förderbank ist es, Bauherren, Städte, Kommunen und Privatpersonen durch entsprechende Förderangebote unterstützend zur Seite zu stehen und damit der Wohnraumnot entgegenzuwirken", so Gottfried Milde, Sprecher der WIBank-Geschäftsleitung
„Wir stehen vor großen Aufgaben: Der Baubedarf ist enorm, denn keine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen – sei es bezahlbarer Wohnraum, moderne Infrastruktur oder die Energiewende – wird ohne die Bauwirtschaft zu lösen sein. Und doch steckt der Wohnungsbau in der Krise und unsere marode Verkehrsinfrastruktur bremst den Fortschritt und gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit. Es ist Zeit für einen echten Neustart in der Baupolitik. Unsere Betriebe stehen in den Startlöchern, bereit, mehr und nachhaltig zu bauen und innovative Lösungen zu entwickeln. Doch dafür brauchen sie klare, verlässliche und mittelstandsgerechte Rahmenbedingungen. Unsere Vorschläge hierfür liegen vor und wir stehen bereit, mit der Politik gemeinsam die Weichen für eine zukunftsfähige Bauwirtschaft zu stellen“, äußerte Felix Pakleppa.
In diesem Punkt waren sich Bauunternehmer Thomas Reimann und der ZDB-Hauptgeschäftsführer einig.
Der ALEA-Vorstand Jan-Niklas Reimann zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Verlauf des Abends:
„Der IMMOTALK erfreut sich großem Zuspruch in der Branche und der Region.
Es kamen wieder viele bekannte Gesichter und auch zahlreiche neue Gäste, die wir hoffentlich dann auch im Spätsommer in Frankfurt wiedersehen“.
Die nächste Veranstaltung kündigte man noch am selben Abend an: am 04.09.2025 findet das nächste Event im Opernturm in Frankfurt statt.
Hinweis Gruppenfoto
Das Foto zeigt v.l.n.r.: Jan-Niklas Reimann (Vorstand ALEA), Thomas M. Reimann (Vorstandsvorsitzender ALEA), Astrid Fronja (Wirtschaftsjournalistin), Prof. Dr. Roman Poseck (Hessischer Innenminister), Silvia Beck (Niederlassungsleiterin bulwiengesa Frankfurt), Felix Pakleppa (Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe ZDB), Gottfried Milde (Sprecher der WIBank-Geschäftsleitung), Markus Franz (Vorstand Taunus Sparkasse), Steffen Schwerd (Vorstandsvorsitzender König + Neurath AG) (Copyright Foto: Jörg Volland)












