(openPR) Zahlreiche interessierte Besucher kamen am Donnerstag, 18.04.2024, bei der FFH MEDIENGRUPPE in Bad Vilbel für den IMMOTALK zusammen. Sie folgten der Einladung von Initiator Thomas M. Reimann (ALEA Hoch- und Industriebau AG, Präsident Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.) und dem Co-Sponsor, der Frankfurter Volksbank.
Der Abend startete für die ersten neugierigen Gäste bereits um 17 Uhr mit Führungen durch das Funkhaus und die Sendestudios von HIT RADIO FFH, planet radio und dem 80er-Radio harmony. Debattiert wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion unter anderem über die aktuellen Herausforderungen, Chancen und mögliche Wege aus der (Wohnungs-)Bau-Krise.
Während für einige Branchenvertreter und Medien Dinge wie der digitale Bauantrag den Ausweg zur Beschleunigung von Bauvorhaben und damit die Lösung zum Ankurbeln des Wohnungsbaus verkörpern, stellte Thomas Reimann fest: „Was nutzt uns der digitale Bauantrag, wenn wir ihn aufgrund fehlender Infrastruktur nicht in die Ämter übermitteln können?“.
Die Fachkräfte der Bauwirtschaft als helfende Experten
Der Bauunternehmer verglich in seiner Begrüßungsrede die Bau- und Immobilienwirtschaft mit dem qualifizierten Spezialisten, den es braucht, wenn etwas nicht in Ordnung ist:
„Unser Land leidet und wir sind im übertragenen Sinne die Fachärzte, um Straßen und Brücken zu sanieren, Wohn- und Gewerberaum im erforderlichen Umfang zu schaffen, Strom und digitale Medien in Straßen und Gehwegen zu ordnen oder für eine sichere Versorgung bei Gas-, Wasser oder Kanälen zu sorgen“.
Teil der von Top Magazin Herausgeber Michael Ruiss moderierten Podiumsdiskussion waren mit Kruno Crepulja (Instone) und Daniel Riedl (Vonovia) zwei Vertreter großer Wohnungsbauunternehmen. Eben genau jenem Bereich der Immobilienwirtschaft, der sicherlich in den vergangenen Monaten und Jahren mit Pandemie, Ukraine-Krieg, Preissteigerungen und der Gefahr von Fachkräfte-Abwanderung vor den größten Hürden und Aufgaben stand und steht.
Doch beide zeigten sich zuversichtlich. Kruno Crepulja von Instone äußerte:
„Die Immobilienbranche und der Bausektor befinden sich derzeit infolge makropolitischer Ereignisse in einer Phase, die sich als eine der herausforderndsten der letzten Jahrzehnte erweist. Jetzt ist es wichtig, kurz- und mittelfristig wirksame Lösungen mit der Politik und Verwaltung zu finden, um den Wohnraummangel in den Metropolregionen zu beseitigen. Instone blickt auf nachhaltige Erfolge zurück, da in den vergangenen Jahrzehnten für über 35.000 Menschen ein neues Zuhause geschaffen wurde. Mit weiteren 5.000 Wohnungen, die aktuell im Bau sind, setzen wir unser Engagement für die Verbesserung der Wohnsituation kontinuierlich fort.“
Die Notwendigkeit des Rückhaltes seitens der Politik sprach Daniel Riedl von Vonovia an:
„Unsere Gesellschaft braucht dringend neuen Wohnraum – gerade in dieser Zeit, in der Tausende Bürgerinnen und Bürger in den Metropolen Deutschlands auf Wohnungssuche sind. Dazu bedarf es aber zeitnah eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen: Erhöhte Baukosten, hohe Zinsen, Fachkräftemangel, umständliche Regulatorik und mit rund 37 % beträchtliche staatliche Anteile an jedem Neubau erschweren derzeit die Situation. Vonovia hat ein Potenzial für den Bau von 55.000 Wohnungen – es liegt in unserer Natur als Developer, diese Projekte zu realisieren. Dafür bedarf es aber auch den Rückhalt der Politik.“
Mit Blick auf die Rolle und Verantwortung der Politik erklärte auch Thomas Reimann, dass es Zeit für dringend notwendige Vereinfachungen ist:
„Wir müssen endlich akzeptieren, einfacher zu bauen. Das betrifft insbesondere den Schallschutz und die Wärmedämmung, wenn wir wieder bezahlbaren Wohnraum in ausreichender Menge schaffen wollen.“
Beim Blick auf das benachbarte Ausland und die beispielsweise sehr unterschiedlichen Anforderungen an Geschossdecken in Ländern wie Belgien und den Niederlanden gilt es zu hinterfragen, welchen Standard wir uns beim Bauen in Deutschland überhaupt noch leisten können.
Fachpublikum aus der regionalen und überregionalen Bau- und Immobilienwirtschaft
Das interessierte Fachpublikum aus der Metropolregion verfolgte gespannt die Diskussionsrunde, in deren Verlauf Moderator Michael Ruiss die Inhalte bezahlbares Wohnen, serielles Bauen und Aspekte der Nachhaltigkeit zur Sprache brachte.
Für die Veranstaltung extra aus Berlin angereist war beispielsweise Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer der DLE Land Development und Co-Founder der DLE Group AG. Die DLE entwickelt aktuell im Auftrag der Eigentümer in Bad Vilbel das nachhaltige Quartiers-Projekt „Phyll" mit einer BGF von circa 240.000 qm. Für dessen Realisierung wird „aber nicht nur das Land, sondern auch und im Besonderen die Kommune benötigt werden“, erklärte Reimann im Hinblick auf das notwendige Zusammenspiel aller erforderlichen Beteiligten, um Wohnungswirtschaft und Gewerbe erfolgreich in der Praxis umzusetzen.
„Das Format IMMOTALK auf Reisen zählt für mich zu den interessantesten Branchentreffs in Hessen. Wir als DLE entwickeln in der Region neben „Phyll“ in Bad Vilbel auch ein nachhaltiges Wohnquartier in Wiesbaden. Wir wollen in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen die Region stärken und Teil der Lösung zur Behebung der Wohnungsnot sein“, betonte Dr. Simon Kempf, der gebürtiger Hesse ist.
Als Vertreter der FDP und Bundestagsabgeordneter ebenfalls aus Berlin mit in der Diskussionsrunde dabei waren Daniel Föst, Bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagfraktion und Gitta Connemann, Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT).
Die Bedeutung der Bauwirtschaft als Wirtschaftszweig betonte Daniel Föst:
"Die schlechte Lage in der Bauwirtschaft ist ein klarer Auftrag an die Politik. Mit über 4,4 Mio. Beschäftigten und einem Bauvolumen von 443 Mrd. Euro ist sie nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland, ohne den die Wirtschaftswende nicht gelingen wird, sondern auch ein Garant für den dringend benötigten Wohnraum. Um Wohnraum bezahlbar zu machen, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen. Baustandards müssen gesenkt werden, der Gebäudetyp E muss auf den Weg gebracht und serielles Bauen die Regel werden. Auch die Länder müssen ihren Teil dazu beitragen. Wir müssen alles tun, damit mehr, schneller und günstiger gebaut wird."
Dass Wohnen und Bauen auch eine emotionale Komponente hat machte Gitta Connemann deutlich:
„Die Ampel nimmt den Traum vom Eigenheim. Diejenigen, die eins haben, sehen es bedroht durch absurde Gesetze wie das Heizungsgesetz. Und die, die bauen wollen, sehen sich auf einmal über Nacht um Förderung gebracht. Bauen braucht Zuversicht und Verlässlichkeit.“
Ebendiese Verlässlichkeit, die „das solide Fundament für eine sattelfeste Demokratie in unserer Gesellschaft gewährleistet“ wünschte sich auch Gastgeber Thomas Reimann:
„Wir brauchen jetzt das Miteinander von Kommunen, den Ländern und dem Bund, unabhängig, welche Farbe einer Partei die Verantwortlichen gerade vertreten. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, das gesamtgesellschaftliche Miteinander und nicht die Ideologie.“
Veranstaltung IMMOTALK in einem der modernsten Funkhäuser Europas
Auch Location-Partner und Gastgeber Marco Maier, Geschäftsführer der FFH MEDIENGRUPPE, begrüßte die zahlreichen Besucher:
„Wir freuen uns heute und jederzeit über Ihren Besuch bei uns im Funkhaus – nach dem Bau 2001 das modernste Europas. Heute stellen auch wir uns den Immobilienherausforderungen unserer Zeit – u.a. mit einem umfassenden Klimaumbau und attraktiven New Work-Spaces.“
Noch am Abend des Events verkündete Thomas Reimann den Termin für die nächste Veranstaltung:
Am 05.09.2024 kehrt der IMMOTALK zurück nach Frankfurt - die Besucher dürfen sich auf einen kurzweiligen Abend im Neubau der F.A.Z. freuen.
Das Gruppenfoto zeigt von links nach rechts:
Kruno Crepulja (Vorsitzender des Vorstands Instone Real Estate Group SE), Daniel Riedl (Mitglied des Vorstands (CDO) bei Vonovia), Michael Ruiss (Moderation, Top Magazin), Gitta Connemann (Mitglied des Deutschen Bundestags, Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion MIT), Thomas M. Reimann (CEO ALEA AG, IMMOTALK-Gastgeber), Marco Maier (Geschäftsführer der FFH MEDIENGRUPPE), Daniel Föst (Bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion)











