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Klimawandel verändert Wasserverteilung im Wald

21.03.202510:27 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Klimawandel verändert Wasserverteilung im Wald

(openPR) Modelle zum Klimawandel deuten an, dass die Niederschlagsverteilung in Europa immer variabler wird, also stärker schwankt, und eine Kette von Folgen für Ökosysteme in Gang setzt. Bisher war das Wissen über die tatsächlichen Veränderungen des Regens in Wald-Ökosystemen nur bruchstückhaft. Deshalb installierten Göttinger Forschende 2017 in einem Wald bei Ebergötzen 30 Regensensoren und Sammel-vorrichtungen für abgeworfene Blätter. Zusätzlich wurden die Bäume wiederholt mit Laserscannern ver-messen. Die Forschenden konnten so sieben Jahre lang kontinuierlich Regenereignisse, Trockenphasen sowie den Wasseranteil, der das Blätterdach durchdringt, erfassen. Gerade ungewöhnlich trockene und feuchte Jahre, wie zum Beispiel 2018 und 2021, konnten sie so eingehender erforschen. „Insgesamt zeigt sich, dass die Regenmenge und Dauer einzelner Regenereignisse abnehmen, die Intensität aber zu-nimmt“, erklärt Erstautor Dr. Simon Drollinger von der Abteilung Bioklimatologie. „Als Folge sinkt der An-teil an Wasser, der den Waldboden erreicht und es entstehen dort immer größere räumliche Unterschie-de in der Durchfeuchtung.“

„Dadurch kommt es nach und nach zu einer Entkopplung der Wasserbewegungen im Ökosystem Wald“, erklärt Mitautor Dr. Michael Dietze von der Abteilung Physische Geographie. „Die Folgen dieser Umorien-tierung der Wasserpfade im Wald wirken sich zwar noch nicht auf die Bäume aus, wie die Proben aus den Blatt-Sammlern zeigen, aber wir rechnen mit einer zunehmenden Heterogenität, also Unterschieden in der räumlichen Verteilung der Bodenfeuchte und in der daran gekoppelten Aktivität von Mikroorganis-men, die im Boden organische Substanzen abbauen“, ergänzt Prof. Dr. Daniela Sauer, Abteilungsleiterin und Initiatorin des Lehr- und Forschungsmessfeldes bei Ebergötzen. Im nächsten Schritt möchten die Forschenden auch die über die Zeit gewonnenen Bodenwasserproben und Messwerte zu Bodenfeuchte und Temperatur untersuchen. Zudem sollen geophysikalische Sensoren die Wasserdynamik auch in grö-ßerer Tiefe verfolgen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Simon Drollinger
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Abteilung Bioklimatologie
Büsgenweg 2, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 39 23686
E-Mail:
Internet:

Dr. Michael Dietze
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Abteilung Physische Geographie
Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 39-4570
E-Mail:
Internet:

Originalpublikation:
Simon Drollinger, Michael Dietze et al. Recent changes in rainfall patterns alter precipitation partitioning in European beech forest. Environmental Research Communications 2025. DOI: 10.1088/2515-7620/adbba4

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