(openPR) Der Ökonom und Finanzexperte Stefan Kühn hat sich kürzlich zu den finanziellen Herausforderungen geäußert, mit denen OpenAI, eines der führenden Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), konfrontiert ist.
Anlass für Kühns Analyse war die Nachricht, dass OpenAI mit offenen Rechnungen in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar kämpft, was Spekulationen über eine mögliche Insolvenz des Unternehmens am 29. Juli 2024 auslöste. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat OpenAI in sieben Finanzierungsrunden mehr als 11,3 Milliarden US-Dollar an Investitionen erhalten. Zu den wichtigsten Unterstützern gehören Technologiegiganten wie Microsoft und Sequoia. Aber auch die Ausgaben des Unternehmens sind beträchtlich. Es wird erwartet, dass OpenAI allein in diesem Jahr mindestens 7 Milliarden US-Dollar ausgeben wird, um die Entwicklung seiner KI-Modelle wie ChatGPT voranzutreiben.
Kühn weist in seiner Analyse darauf hin, dass ein erheblicher Teil dieser Kosten auf die Anmietung von Serverkapazitäten bei Microsoft entfällt. Rund 4 Mrd. USD fließen in die Infrastruktur, die notwendig ist, um die enormen Rechenleistungen für KI-Modelle bereitzustellen. Weitere 3 Mrd. USD werden in die Trainingskosten der KI-Modelle investiert. Darin enthalten sind auch Lizenzgebühren für urheberrechtlich geschützte Inhalte, die OpenAI von Nachrichtenverlagen wie News Corp erhält, um seine generativen Modelle zu trainieren.
Neben den Betriebskosten stehen auch die Personalkosten im Mittelpunkt der Diskussion. OpenAI beschäftigt derzeit ca. 1.500 Mitarbeiter und die jährlichen Lohnkosten belaufen sich laut einem Bericht auf ca. 1,5 Mrd. USD. Diese hohen Ausgaben in Verbindung mit dem stetigen Wachstum des Unternehmens führen dazu, dass OpenAI im laufenden Jahr voraussichtlich einen Verlust von mindestens 5 Mrd. USD einfahren wird. Laut Kühn wird das Unternehmen im kommenden Jahr wahrscheinlich erneut Geld aufnehmen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Der Finanzexperte vergleicht die Situation von OpenAI mit der der Konkurrenz. So rechnet Anthropic, ein ebenfalls im Bereich KI tätiges Unternehmen, das von Google unterstützt wird, in diesem Jahr mit Verlusten in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu erscheinen die Ausgaben und Verluste von OpenAI deutlich höher. Diese "Cash Burn Rate", ein Begriff aus der Private-Equity-Branche, beschreibt, wie viel Kapital ein Unternehmen ausgibt, ohne ausreichende Einnahmen zu generieren.
Ein weiterer kritischer Punkt, den Kühn anspricht, ist die Frage der langfristigen Rentabilität von OpenAI. Während OpenAI viel Geld für die Entwicklung und den Betrieb seiner Modelle ausgibt, stellt der Konkurrent Meta ähnliche Technologien kostenlos zur Verfügung. Diese strategische Entscheidung könnte OpenAI vor große Herausforderungen auf dem Weg zur Profitabilität stellen.
Inmitten dieser Unsicherheiten bemüht sich OpenAI derzeit um eine neue Finanzierungsrunde. Das Unternehmen plant, bis zu 6,5 Milliarden US-Dollar bei einem geschätzten Unternehmenswert von 150 Milliarden US-Dollar aufzunehmen. Parallel dazu wird über eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar verhandelt, um die Betriebskosten weiterhin decken zu können. Diese Entwicklungen zeigen, dass OpenAI entschlossen ist, seine Führungsposition im Bereich der künstlichen Intelligenz trotz der großen Herausforderungen, die vor ihm liegen, weiter auszubauen. Unterstützt wird das Unternehmen dabei von Investoren wie Microsoft, Thrive Capital und möglicherweise auch Nvidia und Apple (SiliconANGLE, International Business Times, Nasdaq),
Zusammenfassend betont Stefan Kühn, dass OpenAI zwar zweifellos zu den Pionieren im Bereich der Künstlichen Intelligenz gehört, das Unternehmen aber vor erheblichen finanziellen Hürden steht. Die hohen Verluste, die notwendigen Investitionen und die Konkurrenz durch etablierte Tech-Giganten werfen die Frage auf, wie und wann OpenAI den Sprung in die Gewinnzone schaffen wird.
Fazit: OpenAI steht an einem Scheideweg, an dem das Unternehmen entweder neue Wege finden muss, um Kosten zu senken und Einnahmen zu steigern, oder weiterhin auf externe Finanzierungsquellen angewiesen sein wird. In einem sich schnell entwickelnden Markt wird dies zweifellos eine große Herausforderung bleiben.













