(openPR) Benediktbeurer Ordenshochschule setzt Bologna-Anforderungen um
Für die Philosophisch-Theologische Hochschule (PTH) der Salesianer Don Boscos im oberbayerischen Benediktbeuern beginnt das Bologna-Zeitalter. Ab dem Wintersemester 2008/09 soll der Diplomstudiengang Katholische Theologie in modularisierter Form angeboten werden. Das hat der Senat der Ordenshochschule in seiner Sitzung am Montag, 19. März 2007, beschlossen. Vorausgegangen waren längere Beratungen der von Prorektor Professor Pater Dr. Norbert Wolff SDB geleiteten PTH-Studienreformkommission.
Konkret bedeutet die Modularisierung, dass einzelne, inhaltlich aufeinander bezogene Lehrveranstaltungen zu didaktischen Einheiten von sechs bis zehn Semesterwochenstunden zusammengefasst werden, die sich über ein bis zwei Semester erstrecken. Es wird zwei Arten von Modulen geben: Fachmodule, an denen ein einzelnes theologisches Fach bzw. eine Fächergruppe beteiligt ist, und Themenmodule, an denen mehrere theologische Fächer beteiligt sind. Nach bestandener Modulprüfung erhalten die Studierenden Leistungspunkte (»Credits«), mit denen zugleich der benötigte Arbeitsaufwand (»Workload«) bescheinigt wird.
Im ersten Jahr des neugeordneten Studiengangs soll eine theologische Grundlegung erfolgen. Daher werden in dieser Phase nur Fachmodule angeboten, und zwar – im Gegensatz zur bisherigen Praxis – aus allen Bereichen der Theologie: biblische, historische, systematische und praktische Theologie sowie Philosophie. Im zweiten und dritten Jahr steht die interdisziplinäre Arbeit an bestimmten Themen im Vordergrund. Zum Themenmodul »Christliches Handeln in der Verantwortung für die Welt« leisten beispielsweise die Fächer Moraltheologie, Sozialethik, Kirchenrecht und Philosophie ihren Beitrag. Darüber hinaus wird es bereits in dieser Phase ein Modul »Schwerpunktstudium/Berufsorientierung« geben. Im vierten und fünften Studienjahr soll eine Vertiefung in den einzelnen Fächern bzw. Fächergruppen stattfinden.
Die Abschlussprüfung nach zehn Semestern sowie der akademische Grad eines Diplom-Theologen bleiben erhalten. Hinsichtlich der Stundenzahlen der einzelnen theologischen Fächer gelten die Bestimmungen der »Rahmenordnung für die Priesterbildung«. Zudem orientiert die PTH sich an den im letzten Jahr von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen »Kirchlichen Anforderungen an die Modularisierung des Studiums der Katholischen Theologie«, die unlängst vom Heiligen Stuhl ad experimentum approbiert worden sind.
Auf die PTH-Professoren – und ebenso auf die Studierenden, die sich an den Beratungen zur Umsetzung des Bologna-Prozesses beteiligen – kommen einige Hausaufgaben zu. Bis zum Sommer 2007 soll ein »Modulhandbuch« entstehen. Darin finden sich konkrete Beschreibungen der Modulziele und -inhalte, der Lehrveranstaltungen sowie der abzulegenden Prüfungen. Im Verlauf des Wintersemesters 2007/08 sollen Studien- und Prüfungsordnung erstellt werden.
Von der Modularisierung und der damit einhergehenden interdisziplinären Ausrichtung des Studiums verspricht man sich, dass die Einheit der Theologie wieder stärker in den Blick genommen wird. Ohnehin kommt es in der beruflichen Praxis der zukünftigen Diplom-Theologen – egal, ob es sich um Priester, Pastoralreferenten, Religionslehrer oder Angehörige anderer Berufe handelt – auf fächerübergreifendes Denken und Arbeiten an. Die Schwerpunktsetzung der PTH Benediktbeuern in den Bereichen Jugendpastoral und Christliche Umweltethik soll durch die Modularisierung ausgebaut werden.
Auch in Zukunft wird es ein »Benediktbeurer Doppelstudium« der Katholischen Theologie und der Sozialen Arbeit geben. Die mit der PTH kooperierende Katholische Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen hat ihren Diplomstudiengang Soziale Arbeit schon zum Wintersemester 2006/07 modularisiert. Nach sieben Semestern kann der sozialpädagogische Bachelor-Grad erworben werden. Doppelstudierende können – aufgrund der gegenseitigen Anrechenbarkeit bestimmter Lehrveranstaltungen – schon nach weiteren sieben Semestern ihr theologisches Diplom in Händen halten.











