(openPR) Musiktherapie kann chronische, nicht maligne Schmerzen deutlich lindern. Kontrollierte Studien der SRH-Hochschule und der Universitätsklinik in Heidelberg belegen dies. Alexander F. Wormit und Kollegen berichten über Verfahren und Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin".
Als Ausgangspunkt dient den Musiktherapeuten das Konzept der "gehemmten Depressivität" (nach Harald C. Traue): Demnach erleiden Patienten mit Kopf- und Rückenschmerzen einen "emotional-expressiven Variabilitätsverlust"; er zeigt sich "als muskulär-motorische Hemmung des emotionalen Ausdrucksverhaltens - einer Hemmung von Mimik, Gestik, Expressivität sowie Aktivität." Es kommt zu "Erstarrungen des Körper- bzw. Selbstbilds, der sozialen Beziehungen, des Zugangs zu erinnerbarem Wohlbefinden."
"Im Rahmen der musiktherapeutischen Diagnostik spiegelt sich die Erstarrung der Patienten in einer sogenannten musikalischen Starrheit wider." Die Therapie wirkt auf eine musikalische und damit auch emotionale Flexibilisierung hin - in drei Phasen:
1. Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens (Aktivierung von Erinnerungen an Wohlbefinden)
2. Verringerung der Schmerzsymptome (Emotionale Flexibilisierung, emotionale Aktivierung, Bearbeitung des Schmerzes)
3. Steigerung des allgemeinen Funktionsniveaus (Erprobung und Einübung flexibler Verhaltens- und Erlebensweisen)
Alexander Wormit, Thomas Hillecke, Anne Leins, Franz Resch, Hubert Bardenheuer:
"Musiktherapie bei chronischen, nicht-malignen Schmerzen"
in: "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin" 1/2007, S. 100-114
Karl Hörmann:
Musik in der Heilkunde (Künstlerische Musiktherapie als angewandte Musikpsychologie)
Pabst: 2004









