(openPR) Dirk Ripkens und Corinna Schwiegershausen Vizeweltmeister im Drachenfliegen, Silber für das Team
Die deutsche Nationalmannschaft der Drachenflieger gewinnt dreimal Silber bei den Drachenflug-Weltmeisterschaften, die vom 7. – 20. August 2023 in Krusevo/Nordmazedonien ausgetragen wurden. Dirk Ripkens (Kevelaer/Rheinland-Pfalz) holt sich überraschend den Vize-Weltmeistertitel in der Starrflügelklasse, das Team gewinnt ebenfalls Silber. In der Frauenwertung holt sich Corinna Schwiegershausen (Bremen) die Silbermedaille.
Kostenloses Filmmaterial zum Download steht Ihnen mit Timecode-Schnittliste unter folgendem Link zur Verfügung: DrachenWM2023TVRohschnitt
130 Teilnehmer aus 22 Nationen kämpften um den Titel. Gestartet wurde in drei Klassen: Die Starrflügel (FAI-Class 5), die flexiblen Drachen und die Frauen. Nach 9 Durchgängen holte sich Dirk Ripkens (Kaeveler/NRW) den Vizetitel bei den Starrflüglern hinter Toni Raumauf und Andreas Sand (beide aus Österreich). In der Teamwertung gewann Deutschland ebenfalls die Silbermedaille hinter Österreich und vor Japan. Corinna Schwiegershausen holte sich Silber bei den Frauen. Gold ging an Sasha Serebrennikova (AUT), Bronze an Chisato Nojiri (JPN). Da bei den Frauen nur 7 Pilotinnen um den Titel flogen, gab es keine Teamwertung.
Im Starrflügelteam waren neben Dirk Ripkens noch Markus Baisch (Hohenstein/BaWü), Jochen Zeyher (Waakirchen/Bayern), Christoph Schöll (Hohenstein/BaWü) und Alfred Mayer (Oberstadion/BaWü) nominiert. Teamchefin Regina Glas (Waakirchen/Bayern) betreute das Team.
Spannender Showdown
Vor dem letzten Durchgang führte das deutsche Team die Teamwertung knapp vor Österreich an. Dirk Ripkens lag bereits auf Position 2. Das deutsche Team verbuchte insgesamt 5 Tagessiege, vier davon von gingen an Dirk Ripkens, einer an Jochen Zeyher.
Der letzte Durchgang entwickelte sich zum Krimi. Die deutschen Toppiloten Markus Baisch und Jochen Zeyher führten abwechselnd das Feld über die 140 km Flugaufgabe an. Teamchefin Regina Glas verfolgte den Wettbewerb über das Livetracking und gab über Funk die Information, den Endanflug hoch anzusetzen, da etwa 20 km/h Gegenwind auf Kurslinie herrschte. Auf den letzten Metern mussten die beiden deutschen Piloten die Führung an die Österreicher abgeben, da sie im Endanflug zu forsch unterwegs waren und am Ende knapp vor dem Ziel landen mussten. Die Konkurrenten aus Österreich nutzten diese Tatsache für sich aus, flogen knapp ins Ziel und sicherten sich so Gold in der Einzel- und Teamwertung. Dirk Ripkens taktierte perfekt und kam als 5ter über die Ziellinie und sicherte sich so die Silbermedaille für Deutschland in der Einzelwertung.
Dirk Ripkens
„Ich bin auf diese Weltmeisterschaft gefahren, ohne mir zu viel Gedanken über Ergebnisse zu machen und mich damit unter Druck zu setzen. Dass am Ende der Vize-Weltmeistertitel rauskam, ist fast unvorstellbar für mich. Ich freue mich riesig. Obwohl ich auch etwas traurig bin, dass es für das Team am Ende nicht für Gold gereicht hat.“
Regina Glas - Teamchefin
„Ich bin megastolz auf Dirk und auf meine Mannschaft. Wir haben zwar nicht Gold gewonnen, aber wir waren knapp dran. Die Piloten waren jeden Tag voll motiviert und haben hart gekämpft. Der Erfolg ist mehr als verdient. Dirk ist sensationell geflogen und hat große mentale Stärke gezeigt. Das ganze Team hat super zusammengearbeitet und sich ideal ergänzt und gegenseitig gestärkt.
Für Corinna freut es mich, dass nun doch noch eine Frauenwertung zustande kam. Sie ist eine starke Pilotin und hat einige Weltmeistertitel inne. Der Frauensport im Drachenfliegen muss unbedingt gefördert werden. Vor einigen Jahren nahmen an den Weltmeisterschaften über 40 Frauen teil, dieses Mal waren es gerade 7 Konkurrentinnen.
Corinna Schwiegershausen:
Ich freue mich, nach etwa 40 Flugstunden über acht Tage verteilt, Vizeweltmeisterin geworden zu sein! Es waren anspruchsvolle Flugbedingungen in einem sehr technischen Gelände in Mazedonien. Am schönsten war es für mich, wenn Störche in der Thermik mit mir eingedreht und mich eine Weile lang in der Luft begleitet haben!
Hintergrundinformationen
Drachenpiloten nutzen die Sonne und den Wind, um sich mit Hilfe von aufsteigender Luft (Thermik) am Himmel halten zu können. Von einem Aufwind zum anderen versuchen sie, eine vorgegebene Route abzufliegen. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes orientieren sich die Piloten. Die Instrumente zeichnen den Flug auf. Am Ende werden die Tracks ausgelesen und kontrolliert, ob alle Wendepunkte regelkonform angeflogen wurden. Das Ziel ist, die festgelegte Strecke möglichst schnell zu bewältigen. Bei den Weltmeisterschaften in Krusevo wurden Strecken von 80 km bis zu 175 km geflogen.
Krusevo – Historischer Ort und etabliertes Fliegermekka
Das geschichtsträchtige Bergdorf Krusevo hat sich über die letzten Jahre zu einer festen Größe im internationalen Wettkampfgeschehen entwickelt. Bereits 2016 und 2018 fanden hier Europa- und Weltmeisterschaften im Drachenfliegen statt. Auch die Gleitschirmflieger flogen hier schon eine Europa- und Weltmeisterschaft. Ein weiterer Höhepunkt ist nun die Drachenflug-Weltmeisterschaft in diesem Jahr für das kleine Bergdorf und unterstreicht seine Sonderstellung als zuverlässige Wettkampfarena für internationale, hochklassige Wettbewerbe. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist die hohe Anzahl an Flugtagen. Im Durchschnitt regnet es im August nur dreimal im Monat und die Statistik ist nicht vom Tourismusverband in Auftrag gegeben – die Anzahl der Durchgänge pro Wettkampf ist in Krusevo rekordverdächtig. Krusevo liegt auf einer Höhe von 1.350 Metern und ist damit die höchstgelegene Stadt auf dem Balkan. 159 km trennen den Ort von der Hauptstadt Skopje und nur 68 km von der mazedonisch-griechischen Grenze. Dank der Lage dauert die Fahrt vom Dorf zum Startplatz keine zehn Minuten. Dort angekommen, fällt der Blick sofort auf die große Ebene, die im Westen, Norden und Osten von Gebirgszügen eingerahmt ist und im Süden von der griechischen Grenze durchschnitten wird. Durch die geographischen Gegebenheiten bietet Krusevo eine nahezu perfekte Wettkampfarena mit einer Vielzahl an Optionen für die täglichen Wettbewerbsaufgaben.
Ergebnisse:
Starrflügler FAI 5
1. Toni Raumauf (AUT)
2. Dirk Ripkens (GER)
3. Andreas Sand (AUT)
Teamwertung
1. Österreich
2. Deutschland
3. Japan
Frauen FAI 1
1. Sasha Serebrennikova (AUT)
2. Corinna Schwiegershausen (GER)
3. Chisato Nojiri (JPN)
Mehr Infos, Berichte und Fotos auf https://www.dhv.de/piloteninfos/wettbewerb-sport/drachen-szene/live-berichte/weltmeisterschaften-class-1-5-mazedonien-2023/
Ergebnisse unter https://civlcomps.org/event/hgworlds2023/results
Für Rückfragen steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung:
Teamchefin Regina Glas unter der Tel: 0170-8389477, E-Mail:
Regina Glas
Referat Sport-Drachenfliegen
sowie
Charlie Joest, Vorsitzender der Bundeskommission Drachen- und Gleitschirmfliegen im Deutschen Aeroclub DAeC











