(openPR) Unternehmen können durch Eigenantrieb die Digitalisierung meistern und dem Staat dabei helfen
Die globale Digitalisierung schreitet stetig voran und macht große Fortschritte. Eine der jüngsten Entwicklungen ist die Verwendung von Künstlicher Intelligenz für Produkte, die in der breiten Masse angesiedelt sind, z.B. ChatGPT.
Aber Deutschland ist, was Digitalisierung angeht, nicht gerade führend. Vor allem im öffentlichen Sektor macht sich dies bemerkbar. Bei einer Bewertung der Bereitstellung digitaler öffentlicher Dienste (eGovernment Benchmark) in der EU landet Deutschland von allen 27 EU-Staaten nur auf Rang 18. Das ist sogar noch unter dem Durchschnitt aller Länder. Digitalexperte Richard Seidl hält dies für ein Armutszeugnis. „Es kann nicht sein, dass die größte Volkswirtschaft der EU in Sachen Digitalisierung immer weiter nach unten durchrutscht. Die negativen Effekte davon werden wir noch lange spüren“, sagt er.
Probleme sieht er vor allem in der Reduzierung von Budgets für die Förderung der Digitalisierung. Zudem hält er den Föderalismus in Deutschland mit seinen Regulierungen, die einem Flickenteppich gleichen, für einen großen Hemmschuh. „Es gibt in 16 Bundesländern selten Übereinstimmung und oftmals sind unterschiedliche IT-Systeme sogar inkompatibel.“ Vor allem in der öffentlichen Verwaltung hakt es stark. „Das wird täglich schlimmer“, so Seidl. Was fehlt seien Kompetenz und vor allem der Wille zur Veränderung.
Aber was können wir tun? Darauf zu warten, dass der Staat hier die Rahmenbedingungen schafft, führt zu nichts. So bleibt nur: Selbst die Initiative ergreifen und nicht auf staatliche Impulse warten. Je mehr Firmen dies tun, desto mehr kommen Bund und Länder in Zugzwang und müssen nachziehen. Oder auch nicht, aber es steigert die Chance.
„Wir können den Staat als eine Art Software-Legacy-System mit alten Schnittstellen und Prozessen betrachten.“ sagt Seidl. Wie bei Software auch, können wir das alte System kapseln und rundherum etwas Neues schaffen. Diese Metapher hilft uns vielleicht, digitale und innovative Unternehmen weiterzuentwickeln und mit dem Staat nur lose zu koppeln. „Wer weiß, vielleicht erzeugt dies einmal einen Sog, dem sich auch die öffentliche Verwaltung nicht mehr entziehen kann“, so Seidl.













