(openPR) Jose Luis Urbano entkam mit Schussverletzung
Caracas/Frankfurt/M. (5.März 2007) - Der Menschenrechtsverteidiger Jose Luis Urbano wurde am 10. Februar 2007 auf offener Strasse von zwei noch unbekannten Attentätern angegriffen und angeschossen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Der Überfall ereignete sich in Urbanos Heimatstadt Barcelona im Bundesstaat Anzoategui. Laut IGFM war der Grund für die Tat offenbar Urbanos öffentliche Kritik an der neuen Bildungspolitik der Chavez- Regierung, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Urbano schwebt noch immer in Lebensgefahr.
Jose Luis Urbano ist Menschenrechtsanwalt und Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation „Pro Defensa del Derecho a la Educacion“ in Venezuela. Die Organisation engagiert sich besonders für das Recht auf Bildung und kritisiert vor allem die mangelnde Qualität der Bildungsangebote für Kinder aus sozial benachteiligten Schichten. Erst am 9. Februar, einen Tag vor dem Attentat, hatte die Organisation während einer Pressekonferenz öffentlich die Bildungsmöglichkeiten für Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten als mangelhaft bezeichnet und die Regierung von Hugo Chavez kritisiert, da sie Gebühren für Bildungsleistungen erhebt, obwohl diese in Venezuela eigentlich kostenfrei sein sollten.
Noch am selben Tag erhielt Jose Luis Urbano einen anonymen Anruf, in dem ihm gedroht wurde, er würde weiter nach Informationen suchen, werde ihm etwas zustoßen. Einen Tag darauf, am 10. Februar, fuhr er zusammen mit seiner Frau mit seinem Auto in Richtung des Stadtzentrums von Barcelona. Auf ihrem Weg wurden sie von einem schwarzen Auto zum Anhalten gezwungen. Zwei Männer stiegen aus, und einer bedrohte ihn mit der Waffe. Aus den Worten der Angreifer war klar ersichtlich, dass der Anschlag gegen die Menschenrechtsorganisation „Pro Defensa“ zielte. Kurz bevor der bewaffnete Angreifer abdrückte, konnte Urbano den Lauf der Waffe ergreifen, er erlitt jedoch eine Schussverletzung in den Bauch.
Obwohl das Paar glücklicherweise einer Polizeistreife begegnete die sie geleitete, verfolgten die Attentäter sie weiter auf dem gesamten Weg ins Krankenhaus. Daher erhielt Urbano während seines Krankenhausaufenthaltes Polizeischutz. Dieser wurde jedoch am 20. Februar 2007, obwohl seine Frau Anzeige gegen die Täter erstattet hatte.
Letzten Meldungen zu folge ist bislang noch keine Untersuchung des Attentatsversuches eingeleitet worden. IGFM Vorstandssprecher Lessenthin sieht Urbano, seine Familie und weitere Mitglieder seiner Organisation weiterhin in Lebensgefahr. Besonders da „Pro Defensa“ am 2. und 3. März 2007 wieder öffentliche Spendenaktionen durchführte, um Geld für Schulmaterialien für benachteiligte Kin-der zu sammeln. Die in Frankfurt ansässige IGFM fordert den venezolanischen Innenminister Pedro Carreno auf, sofortige Maßnahmen zum Schutz von Urbano und zur Aufklärung des Attentats einzuleiten, sowie im ganzen Land Attacken auf Menschenrechtler schärfer zu verfolgen. Die Menschenrechtsgesellschaft appelliert an die EU-Regierungen, bei der Venezuelanischen Regierung darauf hin zu wirken, dass die gefährdeten Menschenrechtsaktivisten von der Polizei geschützt wer-den.
Medieninformation
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