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Ausgrenzung begann nicht erst im Nationalsozialismus

09.03.200713:34 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Vom 27. bis 28. März 2007 veranstaltet das Promotionskolleg für Geistes- und Sozialwissenschaften der Philipps-Universität Marburg die Tagung „Antisemitismus als Form gesellschaftlicher Ausgrenzung“

„In Deutschland wird Antisemitismus häufig mit Hitler und der NS-Zeit gleichgesetzt. Doch Antisemitismus hat es schon viel früher gegeben und ist nicht nur ein deutsches Phänomen“, so Nadine Chmura, Mitglied der Tagungsgruppe. „Wir haben uns mit der Tagung zum Ziel gesetzt die Funktionsweisen und Mechanismen als Form gesellschaftlicher Ausgrenzung zu benennen, Problembewußtsein zu schaffen und kritisch gegenzusteuern“. Die zweitätige Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Promotionskolleg für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Marburg, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Marburg e.V. und der Deutschen Kafka-Gesellschaft e.V. Zum Auftakt der Tagung wird eine Führung durch die Marburger Synagoge angeboten.



Abends lädt die Tagungsgruppe (Nadine Chmura, André Griemert, Thomas Hollerbach, Elena Panagiotidis und Christian Rausch) in Kooperation mit dem Bernstein-Verlag (Bonn) zu einem öffentlichen Vortrag von Franz Josef Wiegelmann (Autor und Archivar) zu „Judentum und Antisemitismus in der deutschsprachigen Publizistik aus sieben Jahrhunderten“ ein. „Die Publizistik hat in ihrer Berichterstattung über Jahrhunderte hinweg oftmals ein demütigendes, negatives Judenbild gezeichnet und so mit dazu beigetragen, den Boden für die Verbrechen des Dritten Reiches zu bereiten“, erklärt Wiegelmann. „Diese Entwicklung, von den frühen Flugblättern des Mittelalters bis hin zur Juden-Hetze des »Stürmer«, werde ich anhand beispielhafter Veröffentlichungen erläutern.“

Am darauffolgenden Tag beschäftigen sich Wissenschaftler aus ganz Deutschland mit verschiedenen Themen und Phänomenen des Antisemitismus. So bietet die Tagung Vorträge zu einem breiten Spektrum und soll die Diskussion zu Themen wie „Funktionen antisemitischer Stereotype in der DDR“, „Antisemitismus in Deutschland: Zwischen offener Ablehnung und latentem Ressentiment“ oder „Das Königreich Jugoslawien – Land ohne Antisemitismus?“ und „Antisemitismus und jüdische Migration in Osteuropa“ anregen.

Anschließend wird eine Führung über den jüdischen Friedhof in Marburg bzw. durch die Ausstellung „abgestempelt – judenfeindliche Postkarten“ in der Universitätsbibliothek Marburg angeboten. Den Abschluß der Tagung bildet der Vortrag von Professor Dr. Johannes Heil (Ignatz Bubis Lehrstuhl für Kultur, Geschichte und Religion, Heidelberg) über „‚Gottesfeinde’ – ‚ Menschenfeinde’. Die Vorstellung von jüdischer Weltverschwörung im 13.-17. Jahrhundert.“ im Konzertsaal des Ernst von Hülsen-Haus in der Biegenstraße. Die Vorstellung von der jüdischen Weltverschwörung ist das Leitmotiv der Judenfeindschaft in der Moderne, aber die Wurzel liegt auch hier in ferner Vergangenheit. So wurde schon 1250 von einem Komplott der Juden Alemanniens mit den Mongolen berichtet. Professor Heil wird in seinem Vortrag die Weltverschwörungstheorien der Vergangenheit in Bezug zu denen der Gegenwart setzen.

Anmeldung zur Tagung bis 20. März 2007 an: E-Mail.
Weitere Informationen unter www.uni-marburg.de/gsw-promotionskolleg

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