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Patienten sollen ihren Ärzten mehr Fragen stellen

09.03.200712:11 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Patienten sollen ihren Ärzten mehr Fragen stellen

(openPR) Mit einer groß angelegten Kampagne mit Radio- und TV-Werbespots sowie Anzeigen in Zeitungen und im Internet wollen mehrere US-amerikanische Gesundheitsbehörden in dieser Woche versuchen, Patienten zu einer stärkeren Mitarbeit bei medizinischen Behandlungen in Arztpraxen und Kliniken zu motivieren. Dazu wurde eine kostenlose Telefonhotline eingerichtet und auf einer speziellen Website "Questions Are The Answers" (Fragen sind die Antwort) finden Besucher Informationen, Anregungen und Formulierungshilfen, welche Fragen man als Patient bei welcher Gelegenheit seinem Arzt sinnvoller Weise stellen sollte. Auf insgesamt 28.000 Rundfunksendern werden eine Woche lang Informationen und Ratschläge verbreitet.



Hintergrund der für deutsche Verhältnisse zweifellos ungewöhnlichen Werbekampagne ist das Bemühen der staatlichen Gesundheitseinrichtungen um mehr Patientensicherheit, die Zahl der Komplikationen und Todesfälle im Rahmen der medizinischen Versorgung soll gesenkt werden. Nach Schätzungen staatlicher Einrichtungen kommt es aufgrund medizinischer Behandlungsfehler in Krankenhäusern der USA zu jährlich 44.000 bis 98.000 Todesfällen, also rund 120 tödlich verlaufenden ärztlichen "Kunstfehlern" täglich. Viele könnten nach Auffassung der Gesundheitsbehörden vermieden werden, wenn auch Patienten im Rahmen der Versorgung aktiver würden und sich stärker informieren und in eigener Sache engagierten.

Auf der Website "Questions Are The Answers" bekommen Patienten in Texten und auf Videos Hinweise und Informationen, wie sich selbst stärker in ihre medizinische Behandlung einmischen können. Für unterschiedliche Situationen im Rahmen der medizinischen Versorgung gibt es dort sogar die Möglichkeit, sich Fragen ausdrucken zu lassen, die sie ihrem niedergelassenen Arzt oder Klinikarzt stellen können. Angesprochen wird beispielsweise die Medikamentenverschreibung durch einen Arzt, ein vorgesehener Test oder eine Früherkennungsuntersuchung, eine vom Arzt übermittelte Diagnose oder vorgeschlagene Therapie oder auch der Vorschlag zu einer stationären Behandlung in einer Klinik.

Für den Fall einer Medikamentenverschreibung werden etwa folgende Fragen vorgeschlagen, die man einzeln auswählen, sich ausdrucken und dem Arzt vorlesen kann:
Wie heißt das Medikament ? Wie schreibt man das genau? Gibt es auch ein preiswerteres Mittel mit derselben Wirkung? Wozu ist das Medikament gut, was bewirkt es? Wie soll ich es einnehmen? Wann, zu welcher Uhrzeit soll ich es einnehmen? Wieviel soll ich jeweils einnehmen? Wie lange, wie viele Tage soll ich es einnehmen? Ab wann wirkt das Medikament? Kann ich es absetzen, wenn ich mich besser fühle? Was mache ich, wenn die Packung leer ist? Welche Nebenwirkungen hat das Medikament? Wann soll ich jemanden informieren, wenn ich solche Nebenwirkungen merke? Muss ich irgendwelche Getränke oder Speisen vermeiden oder bestimmte Tätigkeiten? Kann ich andere Arzneimittel weiter einnehmen? Vitamintabletten? Was soll ich machen, wenn ich die Einnahme einmal vergesse? Und was, wenn ich einmal mehr einnehme als verordnet? Gibt es schriftliche Informationen, die ich mit nach Hause nehmen kann? Muss ich irgendwelche medizinischen Untersuchungen mitmachen während der Zeit, in der ich das Mittel einnehme?

Der Vorschlag der US-Behörden, sich z.B. für den Fall einer Medikamentenverordnung Fragen ausdrucken zu lassen und dem Arzt dann vorzulesen, mag bei manchen deutschen Patienten ein mitleidiges Lächeln hervorrufen. Tatsächlich ist es jedoch so, dass gerade in Deutschland Ärzte bei der Verordnung von Medikamenten besonders wenig Informationen vermitteln. Dies hat sich in mehreren Studien gezeigt, auch im europäischen Vergleich. (vgl. etwa: Peter Sawicki: Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland). Von daher erscheint eine Aufforderung an Patienten, ihrem Arzt mehr Fragen zu stellen, durchaus sinnvoll - wenn dieser Hinweis allein schon ausreicht, um ein entsprechendes Selbstbewusstsein auch in der Arztpraxis zu erzeugen.

Weitere Informationen:
http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index3014.htm

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