(openPR)
- Honeypot, Europas größte tech-fokussierte Jobplattform, hat hat eine neue Studie zum Thema IT-Gehälter und Arbeitsmarkt in den Jahren 2021 und 2022 erarbeitet. Dazu wurden mehr als 15.000 Datenpunkte ausgewertet. Die Studie untersucht IT-Gehälter je nach Skillset, Berufserfahrung und Stadt. Ebenso hat Honeypot ausgewertet wie sich Gehälter zwischen Männern und Frauen unterscheiden.
- Das durchschnittliche Gehalt für Entwickler*innen in Deutschland steigt weiterhin überdurchschnittlich an.
- 2020 zu 2021 um 4,6 % (63.651 € auf 66.583 €)
- 2021 zu 2022 um 3,6 % (66.583 € auf 68.996 €)
- Gender Pay Gap: Nach Berufserfahrung aufgeschlüsselt zeigt sich, dass sich der Gender Pay Gap von 2021 zu 2022 (stand heute) vergrößert hat. Die Gehaltslücke ist mit 5,3 % bei Berufseinstieg am höchsten und verringert sich im Laufe des Berufslebens auf 1,5 % bei 6-8 Jahren Berufserfahrung.
- International Hiring: Talente aus dem EU-Ausland sind wieder begehrter. Nicht deutschsprachige Talente erhalten teils sogar höhere Gehaltsangebote als deutschsprachige. Insgesamt erhalten deutschsprachige Talente, die derzeit auch in Deutschland leben, aber die meisten Interviewanfragen und werden am häufigsten eingestellt.
Berlin, Juli.2022: Seit dem letzten Honeypot Gehaltsreport aus dem März 2021 hat sich die Lage in Deutschland abermals enorm verändert. Als sich die Auswirkungen der Covid-Pandemie langsam aber stetig beruhigt hatten, stürzte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die Welt in eine neue Ausnahmesituation – eine hohe Inflation in allen Bereichen und eine erneut stark angespannte wirtschaftliche Lage sind hier nur als eine der direkten Folgen zu nennen. Gleichzeitig konnte man speziell zum Thema IT-Fachkräfte bei Meldungen aus den USA nur staunen: IT-Gehälter wurden hier teilweise verdoppelt. Zeit also, sich die Entwicklung der IT-Gehälter und des Tech-Recruiting in Deutschland erneut detailliert anzusehen.
Gehaltsentwicklung für Developer in Deutschland 2021 / 2022
Das durchschnittliche Gehalt von Entwickler*innen in Deutschland ist von 2020 auf 2021 um 4,6 % und von 2021 auf 2022 nochmals um 3,6 % gestiegen. Damit nehmen die Tech-Gehälter nach wie vor stärker zu, als im branchenübergreifenden Durchschnitt in Deutschland (2021 3,8 %, 2022 vermutlich nochmals deutlich weniger). Von gigantischen Gehaltssprüngen von mehr als 100 %, wie wir sie in den USA sehen, sind wir hierzulande noch weit entfernt – selbst im Lead-Developer Bereich.
„Die Gehälter für Softwarentwickler*innen steigen auch in 2022 weiter an – wir sehen beispielsweise, dass Talente auf Honeypot im Schnitt ein um fast 6 Prozent höheres Gehaltsangebot erhalten, als sie erwartet haben. Neben den steigenden Gehältern gibt es noch eine gute Nachrichten für Entwickler*innen: Der temporäre Einstellungsstopp durch die Corona-Pandemie scheint für Developer inzwischen überwunden. Im Vergleich zu 2020 wurden 2021 54 Prozent mehr Softwareentwickler*innen eingestellt. Den positiven Trend sehen wir auch in den Daten, die uns für 2022 vorliegen – und das trotz der aktuell unsicheren Welt- und Wirtschaftslage,” so Imke Schultjan, Managing Director bei Honeypot.
Grafiken / Zahlen zu den folgenden Absätzen finden Sie hier.
Gender Pay Gap
Sowohl 2021 als auch 2022 ist der Gender Pay Gap in den ersten zwei Berufsjahren am höchsten (2,9 % und 5,3 %) und verringert sich mit der Berufserfahrung. Es zeigt sich leider auch, dass sich die Gehaltslücke bei allen Werten – außer der Berufserfahrung zwischen 6-8 Jahren – von 2021 auf 2022 verschlechtert hat. Hier lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Gehaltserwartungen von Entwicklern und Entwicklerinnen: Männer erwarten im Schnitt über alle Stufen ein höheres Gehalt.
„Unsere Zahlen unterstreichen Ergebnisse anderer Studien die zeigen, dass Frauen ihre eigenen Fähigkeiten tendenziell eher unterschätzen, damit auch niedrigere Gehaltsforderungen haben, und ihr Gehalt weniger verhandeln als ihre männlichen Peers bei gleicher Qualifikation. Speziell im Tech-Bereich hängt das wohl auch mit immer noch vorhandenen Gender-Vorurteilen zusammen: Wir hören bei Honeypot viele Geschichten von Softwareentwicklerinnen, die davon berichten, dass sie sich stärker beweisen mussten und von Kolleg*innen lange unterschätzt wurden”, ordnet Honeypot Managing Director Imke Schultjan ein.
Eine andere Honeypot Studie, der Developer Happiness Index, zeigt: obwohl nahezu jede Frau in der IT (98% im Gegensatz zu 88% der Männer) das Gehalt als wichtigen Faktor sieht, sind Entwicklerinnen zufriedener mit ihrer Bezahlung als Entwickler (63 % zu 50 % der Männer) – und das bei im Durchschnitt niedrigeren Gehältern.
„Ich kann Entwickler*innen nur empfehlen, einen transparenten Blick auf Durchschnittsgehälter zu haben, allein deshalb lohnt sich für uns die Erstellung solcher Studien. Wer gut informiert ist, der kann sein aktuelles Gehalt oder Gehaltsangebot besser einschätzen und wenn nötig, eine Verbesserung fordern”, sagt Schultjan.
Gehaltsangebot nach Developer Standort und Sprache
Deutschsprachige Talente erhalten die meisten Interviewanfragen und werden am häufigsten eingestellt. Sie erhalten im Schnitt aber nicht immer die höchsten Gehaltsangebote.
„Unternehmen sind auf internationale Tech-Talente angewiesen – ohne sie gibt es keinen Weg um den IT-Fachkräftemangel, der eine echte Bedrohung darstellt. Unsere Daten deuten aber darauf hin, dass viele Unternehmen eher dann internationale Talente in Betracht ziehen, wenn diese sehr spezielle und daher noch stärker nachgefragte Skills aufweisen oder überdurchschnittlich viel Arbeitserfahrung mitbringen (das treibt die Durchschnittsgehälter in unserer Statistik für nicht-deutschsprachige Developer dementsprechend nach oben)”, erklärt Imke Schultjan.
Zahlen aus dem Honeypot Tech Hiring DACH Report zeigen, dass Unternehmen langsam aber stetig offener für nicht-deutschsprachige Talente werden: Über die Hälfte der Unternehmen berücksichtigen Talente, die kein oder nur schlecht Deutsch, dafür aber gut Englisch sprechen (52 % sind offen für solche Kandidat*innen). Und das obwohl bisher nur in rund 20% der Tech-Teams vorwiegend Englisch gesprochen wird.
Imke Schultjan empfiehlt dazu: „Wir empfehlen Unternehmen schon immer auch für internationale Softwareentwickler*innen offen zu sein – nicht nur für spezielle high-skilled Positionen. Diejenigen, die die Chance eines internationalen Talent-Pools verstanden haben, haben eine weitaus höhere Chance ihre Tech-Stellen zu besetzen und profitieren gleichzeitig von einer diversen Unternehmenskultur.”
Gehalt nach Städten
Diverse Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um die Höhe des Gehalts geht – dazu gehört auch der Sitz des Arbeitgebers. Jobs in München zahlen durchschnittlich am besten. Auf Platz 2 folgt direkt Berlin, mit im Schnitt nur knapp 3.000 € weniger Jahresgehalt. Diesen Unterschied gleicht Berlin allerdings mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten aus, was die Hauptstadt nach wie vor zu einem der attraktivsten Orte für Developer macht.











