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Mit der Lebensmittel-Ampel gegen Fettleibigkeit und Übergewicht

02.03.2007 • 09:17 Uhr • Gesundheit & Medizin
Bild: Mit der Lebensmittel-Ampel gegen Fettleibigkeit und Übergewicht

(openPR) Großbritannien ist nach Statistiken der OECD das Land in Europa mit den meisten Bürgern, die an Übergewicht und Adipositas leiden. Etwa jeder vierte Brite wies im Jahr 2004 einen Body Mass Index (ein Kennzahl aus Körpergröße und Gewicht) von über 30 auf. Das sind zwar weniger als in den USA (31%), aber deutlich mehr als etwa in Frankreich (10%) oder den Niederlanden (11%). Und sogar die Deutschen stehen hier noch mit 13% fettleibigen Bürgern recht gut da.



Die sichtbaren Folgen von Junk Food und Coke, zu wenig Sport und Bewegung sind fast noch dramatischer bei englischen Kindern. Die Zahl übergewichtiger englischer Schulkinder hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, heute hat jedes dritte englische Schulkind Übergewicht. Doch die englische Gesundheitspolitik war und ist nicht untätig. Ab 2001 war es den zuständigen Schulleitungen erlaubt, fettarme und gesunde Mahlzeiten in den Schulen kostenlos zu servieren. Doch es gab Probleme: Nicht alle Schulen machten mit, nicht alle Schüler machten davon Gebrauch, und viele Schulen machten nun Konkurrenz zu McDonalds oder Fish-and-Ships-Läden und boten in der Schule eher ungesunde Mahlzeiten an. Ende 2005 wurden dann zu fettreiche, zu salz- oder zuckerhaltige Nahrungsmittel verboten, sowohl als Bestandteil von Schulmahlzeiten wie auch als Produkte in Verkaufsautomaten.

Im vergangenen Jahr nun wollte die englische Regierungsbehörde "Food Standard Agency" ein Informations-System einführen, das schon Kindern, aber auch Erwachsenen auf einfache Weise beibringt, welche Lebensmittel und Getränke gesund sind und welche nicht. Die Lebensmittel-Ampel wurde eingeführt. Ein dicker roter Punkt auf vielen Lebensmitteln signalisiert schon jetzt, dass ein Produkt besonders viel Fett, Zucker oder Salz enthält und daher nicht besonders gesund. Ist der Punk gelb, ist immer noch ein wenig Vorsicht angebracht. Nur bei grün kann man mit gutem Gewissen zulangen. Mit einer großen werbekampagne machte die Behörde auf das System aufmerksam, und in vielen 10-Sekunden-Werbespots der Food Standard Agency kann man seither im englischen Fernsehen ein fröhliches Strichmännchen über die Buchstaben des Wortes "FOOD" hüpfen sehen und zuhören, wie es dabei die drei Kennzeichnungen "high - medium - low" (hoch - mittel - niedrig) ausruft.

Die Orientierungshilfe gefällt den meisten Konsumenten. Eine Befragung von 18.000 Eltern ergab, dass über 80% die neue Lebensmittelkennzeichnung befürworten. Doch insgesamt 21 Unternehmen der Nahrungsmittelbranche und drei große Supermarktketten weigerten sich, die Punkte auch auf Produkten in ihren Regalen anzubringen.

Weitere Informationen:
http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index302.htm

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