openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Pressemitteilung ecom consulting: Online-Handel, wir haben ein (Kosten-)problem!

(openPR) Massiv gestiegene Kosten für Sourcing, Logistik und Personal drängen Online-Händler an den Rand ihrer Existenz. Oliver Lucas, Inhaber der E-Commerce-Beratung ecom consulting, weiß, was jetzt zu tun ist.

München, 04.04.2022. Eine Verknüpfung unterschiedlicher externer Faktoren, die sich gegenseitig noch verstärken, stellt den Online-Handel aktuell vor eine massive Kostenexplosion, die komplette Business-Modelle ins Wanken bringt. Das fängt bei Sourcing und Beschaffung an: Durch Corona haben sich die Kosten für einen Container, der per Schiff von Shanghai nach Hamburg gebracht wird, von 2.000 auf 20.000 US-Dollar verzehnfacht. Gleichzeitig haben sich die Laufzeiten zwischen China und Europa nach Berechnungen von Flexport von weniger als 60 Tagen vor der Corona-Pandemie auf 107 Tage Anfang Dezember 2021 nahezu verdoppelt. Das bedeutet im Klartext: Der Versand der Ware wird nicht nur teurer, sondern auch zunehmend unkalkulierbar.

Auch in anderen Ländern werden Kapazitäten für Frachten per Luft, See oder Straße immer knapper, während die Transportwege immer länger werden. Hier bekommt die Branche zunehmend die Folgen des Ukraine-Krieges zu spüren. Denn rund 20 Prozent der LKW-Fahrer, die bei osteuropäischen Unternehmen beschäftigt sind und einen Großteil des Business stemmen, kommen aus der Ukraine und Russland. Branchenschätzungen zufolge addieren sich zu den 60.000 bis 80.000 Beschäftigten, die schon vor dem Ukraine-Krieg in der Speditionsbranche fehlten, inzwischen bis zu 100.000 ukrainische Fahrer, die jetzt ihr Land verteidigen müssen, statt Ware von A nach B zu fahren. Ähnliche Effekte beobachtet man auf See, wo ca. 14,5 Prozent der weltweiten Schiffsbesatzungen von Ukrainern und Russen bestellt werden.

Treibstoff, Paletten, Kartonage und Mitarbeiter werden teurer

Durch den Ukraine-Krieg sind auch die Kosten für Gas und Öl explodiert. Das bedroht nicht nur Speditionen in ihrer Existenz, weil sie die gestiegenen Treibstoffkosten als Teil der Leistungserbringungen nicht direkt an ihre Kunden weitergeben dürfen. Auch die Nebenkosten für den Betrieb von Logistikimmobilien steigen – und das in einer Zeit, wo ein grundsätzlicher Mangel an geeigneten Lagerflächen die Fulfillment-Preise ohnehin schon in die Höhe treibt. Für zusätzlichen Kostendruck sorgen ein Mangel an Paletten (Schnittholz kommt zu großen Teilen ebenfalls aus der Ukraine) sowie an Papier und Kartonagen, welche die Preise ebenfalls steigen lassen. 

Die ohnehin schon mehr als angespannte Lage wird durch die in Deutschland beschlossene Erhöhung des Mindestlohns von 9,50 (01/21) auf 9,82 (01/22) und weiter auf 10,45 Euro ab 1.7.22 sowie die im Koalitionsvertrag verankerte Zielmarke von 12,00 Euro noch weiter verschärft, entspricht dieser Zielwert doch einer Kostensteigerung von 26 Prozent seit Januar 2021. Weil oft bis zu 50 Prozent der Logistikkosten auf das Personal entfallen, wird auch dieser Effekt die Preisspirale weiter nach oben treiben. 

Oliver Lucas, Geschäftsführender Gesellschafter und Logistik-Experte der E-Commerce-Beratung ecom consulting, hat einige kurz-, mittel- und langfristige Handlungsempfehlungen zur Krisenbewältigung:

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick

Händler müssen sich proaktiv mit der veränderten Ausgangslage auseinandersetzen. Dazu gehört, Produkt- und Prozesskosten in verschiedenen Szenarien zu simulieren. Was passiert, wenn die Kosten noch weiter steigen? Welche Konsequenzen hat es, wenn Materialien knapper werden oder sich Lieferzeiten um weitere vier Wochen verlängern? Händler müssen die eigene Supply Chain eng überwachen – und zwar im Hinblick auf die Kennzahlen und auf die Kosten.

2. Optimieren Sie die Prozesseffizienz

Jede manuelle Tätigkeit kostet unnötig Geld und sollte daher vermieden werden. Händler sollten stattdessen ihre Prozesse nachschärfen und wo immer möglich über Automatisierung nachdenken. Das gilt auch für den Kundenservice. Dieser kann durch Chatbots entlastet werden, indem einfach Fragen wie “Wann kommt mein Paket?” oder “Wie kann ich einen Artikel retournieren?” zunächst vom Chatbot abgefangen werden. So werden Mitarbeiter durch KI entlastet und können sich auf kompliziertere Anfragen konzentrieren.

3. Suchen Sie nach alternativen Beschaffungsquellen und -routen

Die Corona-Pandemie hat deutlich vor Augen geführt, wie gefährlich es ist, sich auf Single Sourcing zu fokussieren. Versuchen Sie, sich mittel- bis langfristig weniger von externen Partnern abhängig zu machen und vielleicht auch stärker in politisch stabileren Regionen wie Westeuropa zu sourcen. Die Preise sind oft niedriger als Unternehmen erwarten, gleichzeitig lassen sich Nachhaltigkeitsaspekte deutlich besser darstellen. Auch alternative Beschaffungsrouten sollten Unternehmen schnell in Anspruch nehmen können. Aktuell allerdings sind die Seidenstraße oder die transsibirische Eisenbahn durch den Krieg in der Ukraine auch keine wirklichen Alternativen zur Containerfracht aus China.

4. Überprüfen Sie das eigene Sortiment

Eine kurzfristig umsetzbare Strategie ist es, das eigene Warenangebot zu reflektieren und Komplexität zu reduzieren, indem man Produkte oder Eigenmarken aus dem Sortiment nimmt. So kann sich das engmaschige Monitoring der Supply Chain auf weniger Produkte konzentrieren.

5. Verzichten Sie auf Rabattschlachten

Wer nur noch wenig Ware auf Lager hat, die in der Nachorder langsamer und teurer wird, sollte auf Rabattschlachten verzichten und stattdessen zum UVP verkaufen. Das leert zwar die Regale langsamer, doch profitieren Händler unter dem Strich wenigstens von besseren Margen.

6. Denken Sie über Versandkosten nach

Kostenfreier Versand gilt in Deutschland als heilige Kuh im E-Commerce und ist für viele Warenkörbe ein echter Conversion-Hebel. Doch während Neukunden auf diesen Punkt empfindlich reagieren, können Händler ihren Bestandskunden die Situation erklären und beispielsweise um Verständnis dafür bitten, dass man trotz Inflation die bisherigen Preise hält, dafür aber aufgrund gestiegener Kosten temporär Versandkosten einführen muss. Auch für die Rücksendung von Retouren können Händler ihre Kunden selbst zahlen lassen.

7. Binden Sie Ihre Kunden

Eine gute Kundenbindung macht sich immer bezahlt, besonders in der Krise. Denn Kunden, die einen Bezug zu einem Anbieter haben, lassen sich per Mail oder andere Kommunikationskanäle in Notfällen aktivieren und sie akzeptieren kleine Einschnitte eher als Neukunden.

"Online-Händler sollten der Wahrheit ins Gesicht sehen, dass diverse Kostenfaktoren für Supply Chain, Lohn und Logistik, die kurzfristig auch nicht wieder zurückgedreht werden, ihre bisherigen Margen fressen", resümiert Berater und Logistikprofi Oliver Lucas. "Die Quittung dafür bekommt man in der Regel sehr zeitversetzt, weil man die Deckungsbeiträge für bereits eingekaufte Ware mit prozentualen Werten kalkulierte, die heute nicht mehr zutreffen", sagt er. Wer jetzt nicht versuche, Kosten einzudämmen, müsse irgendwann die bitteren Konsequenzen tragen.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1226987
 717

Pressebericht „Pressemitteilung ecom consulting: Online-Handel, wir haben ein (Kosten-)problem!“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von ecom consulting GmbH

Bild: Digital Commerce: Es könnte so sch**** einfach sein…Bild: Digital Commerce: Es könnte so sch**** einfach sein…
Digital Commerce: Es könnte so sch**** einfach sein…
Erfolgreicher Online-Handel basiert auf zehn wichtigen Grundlagen. Sind diese geschaffen, wird alles viel leichter, weiß Oliver Lucas von ecom consulting.   München, 28. Juni 2023. Digital Commerce ist keine Rocket Science, sagt Oliver Lucas, Mitgründer der Digitalisierungsberatung ecom consulting. Doch häufig scheitern Unternehmen, weil ihnen die wichtigsten Grundlagen fehlen. Der E-Commerce-Berater nennt Punkte, die darauf einzahlen, die Abwicklung im digitalen Handel zu professionalisieren und somit die Profitabilität zu steigern.    * …
Bild: Digitalisierung im Lebensmittelhandel: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen
Digitalisierung im Lebensmittelhandel: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen
Deutschlands große Supermarktketten hinken bei der Digitalisierung ihrer Vertriebskanäle und Einkaufsservices hinterher, hat die unabhängige E-Commerce-Beratung ecom consulting analysiert. Die digitalen Services sind aus Kundensicht nicht zu Ende gedacht und öffnen zusammen mit mangelnder Kanalvernetzung neuen Wettbewerbern unnötigerweise Tür und Tor. München, 23. Mai 2023. Wie digital-affin sind Deutschlands Supermärkte? Die unabhängige E-Commerce-Beratung ecom consulting hat die digitalen Services von zehn führenden deutschen Lebensmittelh…

Das könnte Sie auch interessieren:

NEIN zum Selbstbedienungsverbot
NEIN zum Selbstbedienungsverbot
… verpflichtende Abgabegespräche für Verkäufer*innen, die über einen Sachkundenachweis verfügen müssen, eingeführt. Die Regelungen sollen für den stationären wie auch den Online-Handel gelten. „Das kommt meiner Auffassung nach einem Verkaufsverbot gleich“, kommentiert Thomas Updike, geschäftsführender Inhaber von Aeroxon, die neue Abgabeverordnung. „Wir …
Fast jede fünfte Rücksendung im ITK-Online-Handel ist nicht mehr zu gebrauchen
Fast jede fünfte Rücksendung im ITK-Online-Handel ist nicht mehr zu gebrauchen
Computer Reseller News (CRN) und Trusted Shops haben in einer Stichprobenumfrage Online-Händler gefragt, wie sich das Widerrufsrecht in Deutschland auf die Geschäftsprozesse auswirkt. Dazu wurden fast 100 Shopbetreiber aus dem Sortimentsbereich IT- und Telekommunikation (ITK) befragt. 19,3 Prozent der retournierenden Verbraucher geben ihre Waren in einem so schlechten Zustand zurück, dass sie nicht weiterverkauft werden können. In kaum einen Sortimentsbereich sind die Margen so niedrig wie im Handel mit IT- und Telekommunikationswaren. Vor a…
Bild: E-Payment-Barometer – jetzt teilnehmenBild: E-Payment-Barometer – jetzt teilnehmen
E-Payment-Barometer – jetzt teilnehmen
e.V. (www.bdoa.de). Die wichtigsten Informationen zur Umfrage auf einen Blick: Titel: E-Payment-Barometer Zielgruppe: Online-Händler im deutschsprachigen Raum Erhebungszeitraum: 30. Mai bis 24. Juni 2011 URL: www.epayment-barometer.de ibi research freut sich über den honorarfreien Abdruck dieser Pressemitteilung.
Bild: 10. easycash SEPA Round Table: Innovationen leben von der Bereitschaft, Erster zu seinBild: 10. easycash SEPA Round Table: Innovationen leben von der Bereitschaft, Erster zu sein
10. easycash SEPA Round Table: Innovationen leben von der Bereitschaft, Erster zu sein
Ratingen, März 2010. Zum zehnten Mal trafen Experten aus Handel und Kreditwirtschaft auf Einladung der easycash Holding GmbH zusammen, um SEPA und die damit einhergehenden Herausforderungen zu diskutieren. Herr Andreas Pratz, Partner bei AT Kearney und Leiter des Bereiches Payment Practice in Europa, referierte über die Zukunft des Kartenmarktes. Vor der winterlichen Kulisse des Hotels Villa Rothschild nahe Frankfurt sorgte sein Vortrag mit dem Titel „Schöne bunte Zahlungswelt: Auf welche Karte wird gesetzt?“ für eine ebenso intensive wie int…
Bild: Moebix.de - Preise für Möbel und Einrichtungsgegenstände online vergleichen und Geld sparen.
Moebix.de - Preise für Möbel und Einrichtungsgegenstände online vergleichen und Geld sparen.
… auf der Seite von Moebix.de Gartenartikel Gartenmöbel, Balkonmöbel, Campingmöbel, Gartenliegen ansehen und vergleichen. Verantwortlicher für diese Pressemitteilung: Moebix.de Herr Wendelin Gerein Lappentascher Str. 29 66424 Homburg Deutschland fon ..: 015258121157 web ..: https://www.moebix.de/ email : "Sie können diese Pressemitteilung - auch in …
Bild: DM Solutions - Online-Shop Hosting für anspruchsvolle Online-Shop BetreiberBild: DM Solutions - Online-Shop Hosting für anspruchsvolle Online-Shop Betreiber
DM Solutions - Online-Shop Hosting für anspruchsvolle Online-Shop Betreiber
Obertshausen, 02.06.2011 Mit dem Tarif Online Shop Premium erfüllt das Webhosting Unternehmen DM Solutions alle Anforderungen von Online Shop Inhabern. Der Online Shop Premium Tarif bietet neben 10 GB Webspace, 60 MySQL Datenbanken und 5000 E-Mail-Adressen auch eine eigene IP-Adresse, die ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung steht. Ebenso enthält der Tarif ein eigenes SSL Zertifikat inklusive. Mit der inkludierten Trafficflat werden zusätzliche Kosten auch bei höherer Anzahl von Webseitenbesuchern vermieden. Online-Shops sind für den Handel …
Bild: Mein Beitrag zu Ihrem Wohlergehen!Bild: Mein Beitrag zu Ihrem Wohlergehen!
Mein Beitrag zu Ihrem Wohlergehen!
… mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität massiv. Wenn Sie selbst betroffen sind, werden Sie das bestätigen können. Aber wie finden Sie wirksame Hilfe? Der Online-Handel bietet Ihnen zwar viele Produkte und Geräte an, die Ihnen vielleicht von Nutzen sein können. Aber dieser Handel berät Sie nicht! Er lässt Sie mit …
Webshop auf Provisionsbasis: „Schnell, einfach, abgesichert“
Webshop auf Provisionsbasis: „Schnell, einfach, abgesichert“
… ein auf Provision basierendes Konzept schnell, einfach und - durch ein überschaubares Investitionsrisiko - abgesichert ihren Webshop zu installieren. „Die Erkenntnis, den Online-Handel bislang vernachlässigt zu haben, wird vielen kleineren und mittleren Unternehmen aktuell geradezu brutal vor Augen geführt“, so die beiden Online-Marketingberater: „Weil …
IEBA fordert Beschränkung der Abmahnbefugnis auf Verbände und IHKs
IEBA fordert Beschränkung der Abmahnbefugnis auf Verbände und IHKs
… zu 1.000,00 € gefordert werden. „Man muss die Dinge doch einmal ganz offen ansprechen“, so Vorstandsmitglied Krumbeck. Die hohe Anzahl der derzeitigen Abmahnungen im Online-Handel sei nicht durch die Sorge um Wettbewerbs- oder Verbraucherinteressen motiviert, sondern werde zumehmend als Mittel genutzt, um leidige Mitbewerber zu beharken. Es falle zudem …
Bild: Entscheidungshilfen für Online-Händler – Intershop beteiligt an umfassendem ForschungsprojektBild: Entscheidungshilfen für Online-Händler – Intershop beteiligt an umfassendem Forschungsprojekt
Entscheidungshilfen für Online-Händler – Intershop beteiligt an umfassendem Forschungsprojekt
- Komplexe Wirkungsbeziehungen im Online-Handel werden erforscht - Ziel ist Entwicklung von Werkzeugen für Shop Manager - Gemeinsames Forschungsprojekt mit Institut für angewandte Informatik e. V. Leipzig und Universität Jena Jena, 1. Februar 2011 – Ein kritisches Problem für Online-Händler bei der Steuerung komplexer E-Commerce-Systeme besteht in der …
Sie lesen gerade: Pressemitteilung ecom consulting: Online-Handel, wir haben ein (Kosten-)problem!