(openPR) Das Ziel ist ansprechend: Europa macht sich mit einem eigenen internationalen Zahlungssystem von Mastercard und VISA unabhängig. Die Finanzexperten der Syngenio AG befürworten das Vorhaben als eine weitere Möglichkeit für digitales Bezahlen weltweit.
Zum Vorhaben: In der „European Payment Initiative“ (EPI) haben sich mehr als 30 Banken zusammengeschlossen. Doch über den Weg hin zu diesem einheitlichen Zahlungssystem sind sich die Initiatoren uneins. Denn die Voraussetzungen für EPI sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Beim digitalen Bezahlen ist Schweden beispielsweise viel weiter als Deutschland.
Doch ein innereuropäischer Zahlungsverkehr, der unabhängig ist von US-dominierten Finanzdienstleistern, braucht unbedingt einen einheitlichen Technologie-Standard, mahnt Jürgen Funke, Vorstand des Beratungs- und Softwareunternehmens Syngenio AG. Er fordert eine von der Finanzwirtschaft und Politik getragene Lösung. Jetzt abzuwarten sei keine Option.
Doch bei EPI springen inzwischen immer mehr Banken ab. Zuletzt verabschiedete sich die Commerzbank. Auch Banken in Spanien und den Niederlanden wollen nicht mehr mitmachen. Mehr als ein Dutzend Finanzinstitute ist auf dem Rückzug. Damit steht die Anschubfinanzierung für EPI in den Sternen. Wer soll die nötigen 1,5 Milliarden Euro aufbringen?
Sind es möglicherweise die Franzosen? Bekanntlich ist Präsident Emmanuel Macron Befürworter eines unabhängigen europäischen Zahlungsverkehrs. Doch dass Frankreich allein die teure Anschubfinanzen für EPI aufbringen soll, wird Wahlkämpfer Macron seinen Leuten zuhause kaum verkaufen können.
Denkbar sei vielmehr ein Finanzierungsfonds, der von der europäischen Politik aufgelegt wird, erklären die Syngenio-Payment-Spezialisten Florian Barthel und Mark Spiessl. Der politische Wille, EPI an den Start zu bringen, sei vorhanden. Das Projekt eines unabhängigen europäischen Zahlungsverkehrs wackle, aber es sei nicht tot.
Neben der Möglichkeit, dass Europas Politik in finanzielle Vorleistung geht, sei auch die Durchsetzung per Brechstange denkbar. Denn wenn die EU ein eigenes Bezahlsystem per Gesetz anordnet, könnten sich Finanzinstitute dem nicht entziehen. Wie sie die für EPI nötigen Investitionen finanzieren, das sei dann ihr Problem, vermuten die Finanz-Fachleute der Syngenio AG.
Nicht unwahrscheinlich sei allerdings auch, dass in der aktuellen Situation Europas Banken erst einmal auf Zeit spielen und abwarten. Das aber gebe Mastercard &Co. die Gelegenheit, ihre Zahlungssysteme noch tiefer in die europäische Bankenwelt zu verankern als bereits geschehen. Eigene Debitprodukte (Debit Master Card bzw. VISA Debitkarte) sind neben den Kreditkarten bereits bei einigen Sparkassen etabliert.
Doch ein weiteres Abwarten wäre wohl das ungünstigste Szenario für EPI, schlussfolgern Florian Barthel und Mark Spiessl. Denn damit wäre der Urgedanken von EPI, ein von den USA unabhängiges innereuropäisches Zahlungssystem zu kreieren, wohl am Ende, schreiben die Payment-Fachleute der Syngenio AG.
Den gesamten Blog-Artikel von Florian Barthel und Mark Spiessl lesen Sie bei
https://syngenio.com/european-payment-initiative-wars-das













