(openPR) Journal eines Trappers erstmals aus dem amerikanischen Englisch übersetzt.
Die Aufzeichnungen Osborne Russells (1814-1892) sind eine der wenigen unverklärten Berichte eines einfachen Pelztierjägers über die Ära der Mountain Men zwischen 1834 und 1843. Dabei bildeten die Tagebucheintragungen Russells die Grundlage. Es gibt keine konstruierte Geschichte, die wie ein Roman dahinfließt. Russel – zeitweise Mitglied der 100 Personen umfassenden Jagdbrigaden um Jim Bridger, Lucien Fontenelle und Joe Meek – erzählt es einfach so, wie es passiert ist und bietet damit einen unverstellten Einblick in den Alltag eines Trappers. Ein großer Teil der Geschichte handelt demnach von der Reise von einem Ort zum anderen, dem Aufstellen von Fallen, der Jagd nach Nahrung, vom oft entbehrungsreichen Leben in der Natur und der Interaktion mit den Indigenen wie Shoshones, Blackfeet oder Crows, sowohl im Guten als auch im Schlechten. Manchmal sind die Dinge ziemlich banal, dazwischen gibt es aber durchaus Momente echter Abenteuer und Gefahren. Oder er schildert, was er »The Rocky Mountain College« nennt: Wie die Männer der Berge die langen Winterabende in Gemeinschaftzelten verbringen und debattieren, streiten oder sich gegenseitig Seemannsgarn erzählen.
Doch Russel beschreibt nicht nur, was er tut, sondern auch die Landschaft und die Natur, die er durchstreift. Sein Jagdrevier waren die Rocky Mountains entlang der Flüsse Yellowstone, Snake und Sweetwater. Vor allem die Beschreibungen der Naturwunder des späteren Yellowstone Nationalparks, darunter der »Stundengeysir«, gehören zu den ersten schriftlichen Augenzeugenberichten. Sind Hirsche, Elche, Bisons und Antilopen zumeist so zahlreich vorhanden, dass es normal ist, ein Tier für eine Mahlzeit zu töten und ihm nur eine Zunge oder ein Schinken zu entnehmen und keinen Vorrat anzulegen, so ändert sich das über die Jahre. Russell schildert offenen Auges, wie die Tierpopulationen abnehmen, und er oftmals nur noch gebleichte Knochen statt der einst riesigen Herden vorfindet.
Nach den Worten des Regionalhistorikers und Parkranger Aubrey L. Haines liegt mit dem Text von Osborne Russell vielleicht der beste Bericht über das Leben eines Pelztierjägers in den Rocky Mountains vor, als der Handel dort auf seinem Höhepunkt war. Und er bescheinigt dem Verfasser eine große Kompetenz als Augenzeuge.
Ein Anmerkungsapparat und Nachwort des Herausgebers erläutern wichtige Zusammenhänge, gewähren Einblicke in die Biografie Russells und in die Editionsgeschichte.
- Osborne Russell / Volker Griese (Hrsg.): Journal eines Trappers. Neun Jahre in den Rocky Mountains, 1834–1843.
- Broschur: 224 Seiten, mit Anmerkungen und einem Nachwort
- ISBN: 978-3-7526-3916-2
- 10,80 EUR













