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Unterhaltspflicht des gehörnten Ehegatten?

16.02.200714:57 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
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Rechtsanwältin Anna-Maria Vlachou erreichen Sie direkt unter vlachou@anwalt-fvvs.de
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(openPR) Nach der Ehescheidung gilt der Grundsatz der Selbstverantwortlichkeit, was bedeutet, dass nach der Scheidung grundsätzlich jeder Ehegatte selbst für seinen Unterhalt aufzukommen hat.

Als Ausfluss der Solidargemeinschaft „Ehe“, hat der Gesetzgeber aber verschiedene Tatbestände geschaffen, die es dem bedürftigen Ehegatten auch nach der Scheidung ermöglichen, gegen den anderen Ehegatten Unterhaltsansprüche geltend zu machen. Kann der geschiedene Ehegatte z.B. wegen Kinderbetreuung, wegen Alters, wegen Krankheit oder aufgrund von Erwerbslosigkeit für seinen eigenen Unterhalt nicht aufkommen, ist der andere Ehegatte ihm zum Unterhalt verpflichtet –und zwar nachdem die Ehegatten längst geschieden sind.



Wie verhält es sich aber, wenn der bedürftige Ehepartner die Ehe aufs Spiel gesetzt hat, indem er sich einem anderen Partner zugewendet hat und eine intime Beziehung mit dem neuen Partner unterhält? Ist es dem unterhaltspflichtigen Ehegatten unter diesen Umständen denn zuzumuten, weiterhin finanzielle Unterstützung zu leisten, obgleich dieser sich, vielleicht sogar während intakter Ehe, einem anderen Partner zugewendet hat, was möglicherweise sogar der Grund für das Scheitern der Ehe war? Oder hat nicht vielmehr in solchen Fällen der bedürftige Ehepartner jeden Unterhaltsanspruch verwirkt?

Tatsächlich geht der Gesetzgeber davon aus, dass die Unterhaltspflicht dann entfallen soll, wenn sich ein Ehepartner, unter Verletzung der dem anderen Ehepartner gegenüber geschuldeten ehelichen Treuepflicht, abwendet und sich einem anderen Partner zuwendet und mit diesem eine auf Dauer angelegte intime Beziehung eingeht.

Es spielt keine Rolle, ob dies aus einer „intakten“ Ehe heraus geschieht, oder nicht. Die Tatsache allein genügt für die Verwirkung des Unterhaltsanspruchs.

Ist die Ehe kinderlos geblieben, bleibt es hierbei.

Sind aus der Ehe jedoch Kinder hervorgegangen, die der bedürftige Ehepartner betreut, ist eine Verwirkung des Unterhalts nur insoweit möglich, als sie mit der Wahrung der Belange des betreuten Kindes vereinbar ist.

Nach gefestigter Rechtsprechung heißt dies nichts anderes, als dass dem kinderbetreuenden Ehegatten Unterhalt mindestens in Höhe des Existenzminimums verbleiben muss, bevor an einen verwirkungsbedingten Wegfall oder eine Kürzung des Unterhalts zu denken ist.

Der Grund liegt darin, dass dem Kind die ehelichen Verfehlungen des betreuenden Ehegatten nicht zuzurechnen sind. Auch eine erhöhte Erwerbsobliegenheit ist dem betreuenden Ehegatten unter diesen Umständen nicht abzuverlangen, da auch hierunter die Belange des Kindes in Mitleidenschaft gezogen würden.

Die Zumutbarkeit einer stundenweisen oder halbschichtigen Erwerbstätigkeit hängt immer zunächst von den konkreten Bedürfnissen des Kindes ab. Grundsätzlich aber gilt: Bei Betreuung eines Einzelkindes unter 10 Jahren ist lediglich eine stundenweise Tätigkeit zumutbar. Bei einem Alter von 13-15 Jahren wird eine Halbtagsbeschäftigung in der Regel zumutbar sein. Von der Zumutbarkeit einer Vollzeitbeschäftigung kann ab dem 15./ 16. Lebensjahr ausgegangen werden.

Haben Sie im Rahmen der Ehescheidung Titel für nachehelichen Unterhalt geschaffen, lassen Sie sich beraten, wenn Voraussetzungen für eine Abänderung möglich erscheinen!

Frank Velten Vlachou Schwing-Haub - Rechtsanwälte in Bürogemeinschaft
Rechtsanwältin Anna-Maria Vlachou
Rodheimerstr. 95
35398 Gießen
Fon. 0641-9607441 Fax. 0641-6868899
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Homepage: www.anwalt-fvvs.de

In unseren Kanzleien sind insgesamt vier Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte mit ihren jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkten organisiert. Dadurch gewährleisten wir eine Abdeckung der wichtigsten Rechtsgebiete auf hohem Niveau. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt im Vertragsrecht sowie auf den Gebieten des Familienrechts. Auf diesen Gebieten berate ich meine Klientel umfassend und kompetent, mit stetigem Augenmerk auf die aktuellste Rechtsprechung.

Mein Ziel ist es, praktikable Lösungen aufzuzeigen, die den Interessen meiner Mandantschaft gerecht werden. Mandatsintern lege ich Wert auf eine verständliche Sprache und die Vermeidung von "Juristendeutsch". Probleme müssen ohne Umschweife auf den Punkt gebracht werden. Als starke Verhandlungspartnerin habe ich den Anspruch, die gefundenen Ziele durch unumstößliche Argumentationsketten und einem hohem Maß an Diplomatie beim Gegner durchzusetzen. Zuvorderstes Ziel ist die außergerichtliche und damit schnelle Durchsetzung der angestrebten Ziele. Wo außergerichtliche Lösungen nicht möglich sind, bin ich eine engagierte Prozessbevollmächtigte, die Ihre Rechte konsequent gerichtlich durchsetzt.

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