(openPR) Wie von Free Tibet Campaign, Longon, berichtet, gab es am 30. Januar 2007 die ersten Nachrichten über die Behandlung der Gruppe tibetischer Flüchtlinge, die am 30. September 2006 von chinesischen Grenztruppen beschossen und festgenommen wurden - und es waren schockierenden Informationen.
Nachdem sie die 17jährige Kelsang Namtso mit gezielten Schüssen getötet und den 20jährigen Kunsang Namgyal verletzt hatten, nahmen chinesische Grenzsoldaten diese etwas über 30 Tibeter, darunter auch Kinder und Jugendliche, fest. Über ihren Verbleib und ihre Situation konnte trotz Anfragen durch UN-Gremien und diverse Regierungen nichts in Erfahrung gebracht werden.
Ende Januar wurde der erste Augenzeugenbericht publik: Der 15jährige Jamyang Samten, der zu der Gruppe der Festgenommenen gehörte, konnte in der Folge aus Tibet fliehen.
Er erzählte, daß seine aus 32 Personen bestehende Gruppe, die alle unter 20 Jahre waren, ein Stück hinter der ersten Gruppe ging, als die chinesischen Grenzsoldaten das Feuer auf diese eröffneten. Als sie die Schüsse hörten, sagte ihr Fluchthelfer ihnen, sie sollten sich hinter Felsblöcken verstecken. Er wolle gehen, um zu schauen, was los ist. Er kehrte jedoch nie zurück, und die Gruppe wartete in ihrem eisigen Versteck, bis die Nahrungsmittel zur Neige gingen. Danach wagte sie sich erneut zu dem Paß vor. "Als wir uns anschickten, ihn zu überqueren, begannen Soldaten in unserer Nähe Schüsse abzufeuern, um uns Angst zu machen", sagte er. Die Gruppe ergab sich, wurde festgenommen und in einen Lastwagen verfrachtet. Darin lagen bereits die Leiche der toten Nonne sowie eine verwunderte Person, deren Schußwunde am Bein mit Lappen umwickelt war. Bei dem Verwundeten handelte es sich höchstwahrscheinlich um den Mann, der später starb, denn in einer Erklärung der chinesischen Regierung kurz nach dem Vorfall war von zwei Toten die Rede. Eine Person sei später gestorben.
Samten berichtete weiter, seine Gruppe sei in einem Armee-Lastwagen zu einer Polizeistation in der Nähe gefahren worden. Dort wurden sie drei Tage lang vernommen und dabei wiederholt mit elektrischen Schlagstöcken traktiert. "Sie prügelten auf mich ein, bis ich das Bewußtsein verlor", sagte Samten. Die Polizisten wollten unbedingt von ihm wissen, wer die tote Nonne sei.
Nach drei Tagen wurden die Festgenommenen nach Shigatse, der zweitgrößten Stadt Tibets, verlegt, wo sie weiter mißhandelt wurden. "Ein Aufseher stieß uns seine in einem Metallhandschuh steckende Faust in den Bauch". Samten erzählte auch, die Häftlinge seien während der Verhöre an die Wände gekettet gewesen und hätten Zwangsarbeit leisten müssen, wie Gräben ausheben, Zäune bauen und Felder umpflügen. Auf die Frauen wurde mit Gürteln eingeschlagen. Kinder unter 15 Jahre mußten Putzarbeit verrichten und wurden nur am Wochenende eine Stunde zum Spielen nach draußen gelassen.
Von den Eltern der Kinder wurde eine Geldstrafe gefordert, ehe sie sie zu sich nehmen durften. Diejenigen, die nicht von ihren Eltern abgeholt wurden, blieben monatelang in Gewahrsam. Samten wurde schließlich in Shigatse seinen Eltern übergeben. Später gelang ihm die Flucht nach Indien.
Die Tatsache, daß tibetische Eltern so weit gehen, ihre Kinder über den Himalaya zu schicken und sie dabei dem Risiko von Erfrierungen und Schneeblindheit, ja sogar dem Tod aussetzen, zeigt, wie verzweifelt die Lage der Tibeter in Tibet ist.
















