(openPR) Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. schlägt Alarm
Die Zwischenzeugnisse führen wieder zu einer verstärkten Nachfrage nach Nachhilfe und Förderung. Das Beratungstelefon beim BVL, Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V., steht nicht mehr still.
Die Eltern sind verunsichert, welche Förderung für ihr Kind sinnvoll ist und in welche Einrichtung ihr Kind gehen soll. Die Erfahrung zeigt, dass gerade bei Kindern, die einen sehr hohen Förderbedarf haben, wie z.B. Kinder mit einer Legasthenie (Lese- /Rechtschreibstörung) oder Dyskalkulie (Rechenstörung), besonders viel unqualifizierte Förderung angeboten wird. „Den Eltern wird über langfristige Verträge nicht nur das Geld aus der Tasche gezogen, sondern es geht oftmals auch viel wertvolle Zeit verloren, wenn das Kind eine fragwürdige Förderung erhält. Diese verlorene Zeit ist meist gar nicht mehr aufzuholen, wenn das Kind den Anschluss an die Klasse schon ganz verloren hat“, kritisiert die Bundesvorsitzende des BVL, Christine Sczygiel. „Das Problem, das sich für Eltern stellt, ist, dass sie meist gar nicht beurteilen können, ob die Förderung Sinn macht, weil so viele positive Versprechungen gemacht werden, dass man in der Hoffnung auf schnelle Besserung einfach zustimmt. Die Verzweiflung der Kinder und Eltern wird oftmals schamlos ausgenutzt“, bedauert Christine Sczygiel.
Die Kultusministerien übertragen den Schulen immer mehr Verantwortung und erwarten, dass individuelle Förderung in den Klassen stattfindet. Bis heute sind nur ganz wenige Lehrkräfte so ausgebildet, diesem Anspruch gerecht zu werden oder es fehlen einfach die Förderstunden auf dem Stundenplan, weil zu wenige Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie individuell in der Schule zu fördern, ist fast nicht möglich, insofern müssen die Eltern außerschulisch Hilfe suchen. Sie treffen dort auf Bezeichnungen wie Lerntherapeut, Legasthenietherapeut und –trainer oder ähnliche Bezeichnungen, die keine Garantie für eine qualifizierte Ausbildung darstellen.
Der BVL hat bereits im Jahr 2002 einen Standard verabschiedet, welche Qualifikation Therapeuten mitbringen sollten, um eine seriöse Förderung sicherzustellen. Zusätzlich zertifiziert der BVL seit 2005 Weiterbildungseinrichtungen, die nach dem BVL-Standard zum „Dyslexietherapeuten nach BVL®“ ausbilden.
„Wir hoffen, es gelingt uns durch gute Aufklärung dafür zu sorgen, dass Kinder eine anforderungsgerechte Förderung erfahren, nicht einfach vor den Computer gesetzt oder in viel zu großen Gruppen gefördert werden. Ganz entscheidend ist auch darauf zu achten, dass die Fördereinrichtung nicht unter dem Einfluss von Sekten oder anderen Psychogruppen steht. Selbst in Schulen haben diese Gruppierungen bereits Einzug erhalten, was wir sehr kritisch beobachten“, warnt die Bundesvorsitzende.
Weitere Informationen zum Thema Legasthenie und zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. sind im Internet abrufbar unter www.bvl-legasthenie.de.
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Annette Höinghaus
c/o Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
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