(openPR) Großer Personalbedarf im Qualitätsmanagement/ Fach- und Führungskräfte gesucht
Frankfurt, 23. Januar 2007 - Im Qualitätsmanagement hat sich der Personalbedarf seit einigen Jahren rasant entwickelt. Die Folge: es fehlt an qualifiziertem Nachwuchs, der den vielfältigen Anforderungen gewachsen ist. Von den etwa 20 Prozent der Qualitätsmanager, die alle Kriterien an eine Qualifikation erfüllen, steht dem Stellenmarkt derzeit nur ein Bruchteil zur Verfügung. Der Rest ist fest an Unternehmen gebunden. Zu diesem Teilergebnis kommt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der VDI-Nachrichten. Danach rechnen acht von zehn Unternehmen mit massiven Nachwuchsproblemen in den nächsten fünf bis zehn Jahren.
Managementberater Hans Weber aus München führt das fehlende Angebot teilweise auf einen "allgemeinen Ingenieurmangel in Deutschland" zurück. Zudem fehle es insbesondere einem Großteil der Qualitätsmanager an Wechselbereitschaft und Mobilität, so dass der Bewerberpool die ungleich größere Nachfrage nicht befriedigen kann. Auch sei in naher Zukunft mit einer Pensionierungswelle zu rechnen. "Ein Großteil der heutigen Qualitätsmanager ist älter als 50 Jahre", weiß Wolfgang Kaerkes. Für den Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) entsteht ein zusätzlicher Bedarf auf dem QM-Arbeitsmarkt, wenn diese Fach- und Führungskräfte in Pension gehen.
Um dieses potentielle Vakuum zu füllen, ist qualifizierter Nachwuchs dringend erforderlich. Doch dass es daran akut mangelt, sieht Hans Weber in einem Imageproblem, mit dem das Qualitätsmanagement zu kämpfen hat. "Bei Mitarbeitern anderer Abteilungen gelten sie oft als Bürokraten und Prüfer, die ohne praktisches Verständnis ihre Normenvorgaben durchsetzen", so der Berater. Das wiederum hindere Berufstätige in Entwicklung, Produktion oder Vertrieb, sich für die Aufgaben im Qualitätsmanagement weiterzubilden. Eine QM-Spezialstudie der DGQ aus dem Vorjahr belegt zwar, dass insbesondere erfolgreiche Unternehmen ihre Wettbewerbsvorteile über qualifizierte Q-Manager und ein umfassendes QM-System erzielen. Doch für Kaerkes haben diese jeweiligen Branchenbesten noch zu wenig Nachahmer gefunden.
Auch der allgemeine Ingenieurmangel in Deutschland hat Auswirkungen auf den QM-Arbeitsmarkt. Deshalb sind in diesem Bereich ältere Mitarbeiter gefragt wie nie zuvor. Für DGQ-Geschäftsführer Kaerkes bringen diese oft bessere Voraussetzungen mit: " Führungskompetenz und natürliche Autorität dieser Gruppe schaffen nicht nur bei Kunden und Lieferanten Glaubwürdigkeit und Respekt, sondern sorgen auch firmenintern für Durchsetzungskraft". Für Unternehmen und Organisationen bilden diese Fähigkeiten ein wichtiges strategisches Wissen, das sie angesichts des demografischen Wandels künftig werden nutzen müssen.
Dennoch haben Zusatzqualifikationen - wie etwa Qualitätsmanagement - für deutsche Firmen einen immer höheren Stellenwert. Bereits heute gehen 60 Prozent der Betriebe davon aus, dass ihr Bedarf an Personal mit Fähigkeiten oberhalb einer normalen Ausbildung weiter steigt.
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