(openPR) Oppenheim / Rhein. Auch der November ist nun als dritter Monat in Folge bei den Temperaturen deutlich über das Ziel hinausgeschossen, aber um wie viel? Wie war es eigentlich um den Niederschlag und die Sonne bestellt und wie fällt zur besseren Einordnung der Vergleich des Novembers mit dem Vorjahr und mit den besagten Jahren 1993 (sehr kalt) und 1994 (sehr mild) aus?
Für den Norden betrachten wir wieder die Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Das Novembermittel pendelte sich bei 8,1 Grad ein, 3 Grad mehr als im Schnitt. Im Vorjahr hatten 5,4 Grad zu Buche geschlagen (zum Vergleich 1993 und 1994: 1,2 Grad und 7,7 Grad). Der Sonnengenuss kam mit nur 44,2 Stunden (83,4%) gegenüber den Erwartungen um 9 Stunden zu kurz. Letztes Jahr lag die Ausbeute noch bei 58,2 Stunden. Der Regen summierte sich auf 70,9 Liter, das entspricht zu 100 % dem Normalwert und sind satte 17,6 Liter mehr als im Vorjahr (53,3 Liter).
Im Nordosten wartete die Station Potsdam mit anderen Zahlen auf. Es war zwar mit 7,4 Grad um 3,2 Grad zu warm, während 2005 noch mit 4,5 Grad in etwa im Schnitt gelegen hatte (zum Vergleich 1993 und 1994: 0,1 Grad und 6,5 Grad). Der Niederschlag liegt mit 30,8 Litern (gegenüber 27,3 Litern im Vorjahr) nur wenig höher und fiel mit 65,5% des Mittels von 47 Litern ähnlich spartanisch aus. Die Sonne sparte hingegen nicht mit Überstunden. 87,2 Stunden bedeuteten 161,5 % des langjährigen Erwartungswertes und übertrafen den Vorjahreswert noch um 6,6 Stunden.
Im Nordwesten hat die Station Düsseldorf satte 9,2 Grad als Durchschnittswert zuwege gebracht, 2,8 Grad mehr als im Schnitt und 3 Grad mehr als im Vorjahr (zum Vergleich 1993 und 1994: 2,6 Grad und 10,1 Grad). Die Sonne machte nur wenige Überstunden; 59.5 Stunden Sonnenschein ergaben 104,4% des Sollwertes von 57 Stunden. Im letzten Jahr waren 60.9 Stunden und damit kaum mehr registriert worden. Zum Ausgleich hierfür erhielt Düsseldorf den Zuschlag beim Regen. 79 Liter übertrafen das Mittel von 66 Litern um sage und schreibe 13 Liter; 120% des Erwartungswertes errechnen sich hieraus. Mit 53.4 Litern gab es 2005 ein noch deutlicheres Niederschlagsdefizit zu vermelden.
Frankfurt/Flughafen als Repräsentant des Verdichtungsraumes Rhein-Main zeigte bei den Sonnenscheinstunden und dem Niederschlag eine vergleichsweise magere Ausbeute. Die Summe der Sonnenstunden pendelte sich mit 51,9 Stunden gerade einmal um 3,9 Stunden über dem langjährigen Schnitt von 48 Stunden ein. Der Vorjahreswert hatte hingegen noch 63,1 Stunden betragen. Das Temperatur-Monatsmittel von 8,3 Grad, immerhin 3,6 Grad über dem 30-jährigen Mittel für November und 2,7 Grad mehr als 2005 (zum Vergleich 1993 und 1994: 1,9 Grad und 9,1 Grad) stand für nur wenige Stunden des Fröstelns. Der Regen hielt sich mit 33,2 Litern insgesamt stark in Grenzen und erreichte lediglich 56,3 % der üblichen Monatssumme von 59 Litern. Im Vorjahr waren es gar nur sparsame 23,7 Liter gewesen.
Saarbrücken im äußersten Südwesten fiel diesmal nicht aus dem Rahmen. Die Sonne schien mit 65.5 Stunden, 114.9 % der mittleren Monatssumme von 57 Stunden für November, um 2,8 Stunden länger als 2005. Den Temperaturen tat dies keinen Abbruch. 7,4 Grad standen für einen Wärmeüberschuss von 3,1 Grad gegenüber dem Mittel von 4,3 Grad, das auch im Vorjahr mit wenig höheren 4,6 Grad noch das Maß der Dinge gewesen war (zum Vergleich 1993 und 1994: 1,1 Grad und 8,3 Grad). 68,6 Liter Regen, 14,4 Liter unter dem Mittel ergaben einen Anteil von 82,7% des Mittelwertes. Im Jahr 2005 mussten die Saarländer noch 14,8 Liter weniger über sich ergehen lassen.
Die Station Karlsruhe am Oberrheingraben im Südwesten gab mit 8,4 Grad, 3,1 Grad über dem Soll (zum Vergleich 1993 und 1994: 2,3 Grad und 9,4 Grad), ein ähnliches Bild wie Frankfurt ab, war aber mit mehr Sonne gesegnet. 72,3 Stunden Sonnenstrahlen sind 122,5 % des Normalwertes, der im Vorjahr allerdings mit 87.3 Stunden noch um 15 Stunden und damit weitaus stärker überboten worden war. Gleichzeitig fiel der Niederschlag mit 35,7 Litern, also 54,9%, gemäßigt aus. Der Erwartungswert lag bei 65 Litern, im Jahr 2005 waren gar lediglich 29,5 Liter Regen aufgefangen worden.
Bleibt noch die Station München/Flughafen als Vertreter des Bereiches im Südosten unseres Landes. Mit 5,6 Grad war es um 2,8 Grad zu warm; im Vorjahr hatte sich die Temperatur mit 2,3 Grad begnügt (zum Vergleich 1993 und 1994: 0,2 Grad und 7,4 Grad). Die Sonne fand an insgesamt 85,3 Stunden, 142,2 % des Sollwertes, Zeit uns anzulächeln, 40,6 Stunden mehr als im Jahr 2005. Der Niederschlag fiel mit 32,6 Litern, 59,3 % des Mittels, noch recht moderat aus, übertraf aber der Niederschlagssumme von 2005 mit 26,9 Litern.
Der November war also durchweg zu warm, und zwar um etwa 3 Grad. Dennoch war im Süden und in der Mitte Deutschlands der November 1994 mit rund 4 Grad positiver Abweichung um nochmals ein Grad wärmer im Schnitt, nachdem noch ein Jahr zuvor der November um 3 bis 4 Grad unter dem Mittel gelegen hatte.
Die Sonne lag im Norden unter, im Nordwesten und im Rhein-Main-Gebiet im, sonst über dem Schnitt. Vor allem den Nordosten mit 161,5 % (Potsdam) und den Südosten mit 142,2% (München) bedachte Petrus großzügig. Im Gegenzug ließ Petrus beim Niederschlag oft Gnade walten - mit Ausnahme des Westens (Düsseldorf). Hier kam etwas zu viel Nass vom Himmel, und der Raum im Nordwesten wurde mit 79 mm, also 120%, überversorgt. Auch Hamburg im Norden hatte nicht so viel Glück und bestätigte beim Regen voll das langjährige Mittel. Zudem blieb die Sonne hier mit nur 44,2 Stunden, 83,4% des Durchschnitts, weit unter ihren Möglichkeiten.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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