(openPR) Wenn Thilo Sarrazin beim Argumentieren permanent über seine eigenen Füße stolpert und Quellenarbeit nach Gutsherrenart betreibt, wenn die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke einen ähnlichen Elitismus wie Sarrazin pflegt und die Menschen in hochbegabt, intelligent, künstlerisch, sympathisch auf der einen sowie unsympathisch, drogensüchtig, obdachlos, querulantisch, mühsam auf der anderen Seite einteilt, wenn der Medienkritiker Manfred Spitzer seinen eigenen Kindern den illegalen Download von Gewaltfilmen und -spielen erlaubt und in erster Linie Quellen präsentiert, die seine Behauptungen widerlegen, wenn die Schriftstellerin Juli Zeh ihre Leser oberlehrerhaft mit rhetorischen Fragen traktiert, philosophisch rumdilettiert und Probleme mit der deutschen Grammatik hat, wenn der Kolumnist Harald Martenstein bei den Themen Rassismus und Antisemitismus unfreiwillig an die Grenzen des gesunden Menschenverstandes stößt oder der Philosoph Peter Sloterdijk Rhetorik mit philosophischer Argumentation verwechselt, zeigt sich das ganze Elend der geistigen Elite in Deutschland.
Es wird Zeit für eine Bestandsaufnahme, die auch späteren Generationen noch Orientierung geben soll, wenn sie bei der Lektüre von Texten der in diesem Buch behandelten schlauen Denker die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen: „Wie konnte so etwas möglich sein?“ Der Berliner Philosoph Ulf Heuner hat die Mühe auf sich genommen und einen Kanon dummen Denkens erstellt. Den Kanon-Texten wird ein historisch-kritischer Kommentar zur Seite gestellt. Der hermeneutische Grundsatz, jeder Autorin und jedem Autor zunächst ein Höchstmaß an Rationalität zu unterstellen, garantiert eine faire Bewertung. Stellt sich dann bei der Analyse heraus, dass die Texte allerlei Denkfehler, Widersprüche, prätentiösen Unsinn etc. bis hin zu unsäglichen menschenverachtenden Analogien im schöngeistigen Gestus enthalten, ist dies nur das Ergebnis der Arbeit eines unbestechlichen Chronisten, der sagt, was ist.
Zitate aus "Dummes Denken deutscher Denker":
„Was Emcke hier betreibt, ist allerdings nicht Poverty-Porn, sondern Poverty-Bashing. Unmissverständlicher als in diesem Text kann man seine Verachtung gegenüber Drogensüchtigen, Obdachlosen oder einfach nur erfolglosen oder gar mühsamen Menschen nicht ausdrücken. Emcke diffamiert hier genau die Personengruppen, gegen deren Diffamierung sie sich sonst so stark einsetzt. […] Wer meint, es sei unpraktisch und verwirrend, dass eine dämonische Tat und die dazugehörigen Täter sich nicht quasi naturgemäß ähneln, dass also hässliche Taten nicht nur von hässlichen, dummen und erfolglosen Menschen verübt werden, wer Menschen in begabt, intelligent, leistungsstark, sympathisch und demgegenüber in erfolglos, obdachlos, drogensüchtig, querulantisch, mühsam, unsympathisch einteilt, denkt in den gleichen Kategorien wie Thilo Sarrazin, der Menschen stets nach guter und schlechter Qualität sortiert und entsprechend seine Sympathiepunkte verteilt. Die Kolumne Emckes hätte, drei Monate vor der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an sie, einen Skandal auslösen müssen.“
„Ist eine Prämisse bereits falsch, können aus dieser Prämisse gezogene Schlussfolgerungen kaum richtig sein. So wird es richtig dumm, wenn Martenstein dann aus der falschen Annahme, dass man nur aufgrund einer nicht änderbaren Eigenschaft diskriminiert werden könne, folgert, dass jemand, der sich diskriminiert fühlt, sich damit eine nicht änderbare, mitunter negative Eigenschaft bescheinigt. […] Martenstein verwechselt hier die von ihm ausgemachte ,angeborene‘ Eigenschaft eines Diskriminierten mit den negativen Eigenschaften, die man Leuten wegen einer angeborenen Eigenschaft in diskriminierender Weise nachsagt. Im Beispiel Martensteins: Jemand wird als kriminell diskriminiert, weil er die ,angeborene‘ Eigenschaft hat, Architekt zu sein, wobei dieses Architektendasein natürlich keine angeborene Eigenschaft ist, sodass Martenstein sich an seinem eigenen Beispiel hätte klarmachen können, dass seine Definition von Diskriminierung falsch ist.“
„Einerseits über bestimmte Schriftsteller, Philosophen etc. öffentlich herzuziehen, andererseits diese nicht konkret zu benennen, ist wohlfeil und erbärmlich. Entweder nennt man Ross und Reiter, oder man hält den Mund. Zeh weiß natürlich genau, dass sie mit Nennung der Namen den Kodex der uneigentlichen Kritik verletzen würde, demzufolge man ordentlich Dampf ablassen kann, solange man niemand Bestimmtem wirklich wehtut. Um sicherzugehen, dass sich nicht vielleicht doch jemand auf die Füße getreten fühlt, baut man noch eine Absicherung ein: ,Verstehen Sie mich nicht falsch, das soll kein Kollegen-Bashing sein.‘ (ebd.) Rhetorisch macht Zeh so schnell keiner etwas vor. Sie kann ebenso suggerieren, das Gegenteil von dem zu tun, was sie gerade tut, wie verschleiern, dass das, was ihr zufolge andere tun, sie gerade selbst tut: ,Wie so oft kannte der Schwachsinn keine Grenzen. Neu war, dass man ihn als mutigen Tabubruch inszenierte, der sich aufmerksamkeitsökonomisch ausschlachten ließ.‘ (ebd.)“
„Sloterdijk hält einen Bürgerkrieg für die ,plausibelste‘ Reaktion auf etwas, das schlicht ,geltendes Recht‘ ist, nämlich das gerade in der Bundesrepublik Deutschland geltende Steuerrecht. Hatte Sloterdijk nicht zuvor eine ,Respektlosigkeit vor dem geltenden Recht‘ beklagt? Respektlos ist für Sloterdijk offenbar nur jemand, der die Legitimität von geltendem Recht infrage stellt, das Sloterdijk zupasskommt, in diesem Fall das Eigentumsrecht, während ein ,antifiskalischer Bürgerkrieg‘ gegen das geltende Steuerrecht für ihn keine Respektlosigkeit, sondern die ,plausibelste Reaktion‘ ist. ,Argumentiert‘ jemand derart verdreht und widersprüchlich, ist die ,plausibelste Reaktion‘: Kopf -> Tisch.“
Link zur Verlagsankündigung mit Inhaltsverzeichnis und Textprobe: http://www.parodos.de/buechershop/Sachbuch/Dummes_Denken_deutscher_Denker.html













