(openPR) Das Motto des diesjährigen Internationalen Tages der Sprachentwicklungsstörungen lautet „SES – Schau hin!“
Mit diesem Slogan und unter den Hashtags #DLDSeeMe und #SES – Schau hin! soll auf die Störungen aufmerksam gemacht
werden.
Sprachentwicklungsstörungen sind nur wenig bekannt, obwohl sie im Vergleich zu anderen Entwicklungsstörungen eher häufig auftreten.
Das Berufsbildungswerk Leipzig mit den Förderschwerpunkten Hören, Sprache und Kommunikation hat täglich mit Jugendlichen mit
einer Sprachentwicklungsstörung im Ausbildungsbereich zu tun.
"Es darf kein Tabu sein, über Sprachentwicklungsstörungen im Jugend- und Erwachsenenalter zu sprechen", so Ulrike Kopinke vom Logopädischen Fachdienst des Berufsbildungswerkes Leipzig.
Pascal ist 18 Jahre alt. Er absolviert eine Ausbildung im Fachbereich Ernährung im Berufsbildungswerk Leipzig. Mit seiner Sprachentwicklungsstörung geht Pascal offen und selbstbewusst um. Wenn er auf Barrieren stößt, holt er sich Unterstützung. Ulrike Kopinke hilft ihm zum Beispiel mit gezielten Übungen, seine Aussprache und Kommunikation zu verbessern und den Ausbildungsalltag erfolgreich zu meistern.
Unter dem Link finden Sie einen kurzen Film „Ausbildung mit Sprachentwicklungsstörungen“, ein Interview mit dem Azubi Pascal und Ulrike Kopinke.
https://youtu.be/TFXEoOKRHuo
https://www.berufsbildungswerk-leipzig.de/ueber-uns/aktuelles/tag-der-ses/
Was sind Sprachentwicklungsstörungen?
Sprachentwicklungsstörungen (SES) können als isolierte Störung im Laufe des Spracherwerbs auftreten. Aber auch Hörstörungen können Sprachstörungen zur Folge haben. Dabei können verschiedene Modalitäten der Sprache und des Sprechens betroffen sein. Unterschieden werden die Bereiche Aussprache, Wortschatz, Grammatik und Kommunikationsverhalten.
Meistens sind mehrere Modalitäten betroffen. Typisch sind auch individuelle Unterschiede.
„Die Annahme, dass sich die Auswirkungen einer Sprachentwicklungsstörung generell nur im Kindesalter zeigen, ist falsch. Abhängig vom Schweregrad und der Komplexität der SES kann sich diese langfristig auf die Entwicklung eines Kindes auswirken und auch im Schul- und Erwachsenenalter fortbestehen. Das zeigt sich im Alltag ebenso wie in Forschungsdaten der BBW-Leipzig-Gruppe“, so die Abteilungsleiterin des Fachdienstes Beratung und Diagnostik vom Berufsbildungswerk Leipzig, Katharina Kubitz.
Da das schulische Lernen stark auf Sprache und Sprechen aufbaut, fällt Kindern und Jugendlichen mit einer Sprachentwicklungsstörung das Lernen allgemein oft schwer.
Eine möglichst frühzeitige logopädische/sprachtherapeutische Behandlung kann die sprachliche Entwicklung der Kinder unterstützen und Folgeerscheinungen abmildern oder sogar verhindern. Schon in der Kita, im schulischen Bereich und in der Ausbildung können ausgebildete Lehrkräfte mit sonderpädagogischer Expertise die Entwicklung, das Lernen und die soziale Teilhabe der Kinder und Jugendlichen fördern.
Der Internationale Tag der Sprachentwicklungsstörungen stammt ursprünglich aus Großbritannien und wird seit 2013 genutzt, um öffentlichkeitswirksam über SES zu informieren. Die Initiator*innen stellen dafür seit mehreren Jahren wissenschaftlich fundierte Materialien zusammen. Expert*innen aus der ganzen Welt steuern Übersetzungen in anderen Sprachen bei. So können sich Interessierte, Betroffene und Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen mit SES zusammenarbeiten, über den YouTube Kanal „RALLIcampaing“ und die Internetplattform https://radld.org über die Störung informieren. Seit 2019 ist auch Deutschland verstärkt dabei. Federführend ist hier die Gesellschaft für interdisziplinäre Spracherwerbsforschung und kindliche Sprachstörungen im deutschsprachigen Raum, kurz „GISKID“.
Die Sprachentwicklungsstörung soll nicht weiter unsichtbar sein!
Schauen Sie genau hin! Vielleicht stehen die Ängstlichkeit, die Hyperaktivität oder die Lernbeeinträchtigung des Kindes in der Kita-Gruppe oder in der Schulklasse im Zusammenhang mit einer Sprachentwicklungsstörung. Weil es wichtig ist, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln, sollten Eltern und Fachkräfte bei Bedarf Expert*innen zu Rate ziehen.
Am Berufsbildungswerk Leipzig kann man sich regelmäßig über die Angebote zur Berufsvorbereitung und Ausbildung für kommunikationsbeeinträchtigte Jugendliche informieren. Der nächste Beratungstag findet am 2. November 2020 statt. Für Individuelle Anfragen oder Beratungswünsche kann folgender Kontakt genutzt werden: Patricia Roscher-Rothenberger, Abteilungsleiterin Berufswegplanung und Reha-Steuerung, Tel.: 0341 41 37-363
Mail:
Selbsttest, was wissen Sie über Sprachentwicklungsstörungen?
https://jikol1906.github.io/quiz/









