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Neuro-COVID. Neurologische Spätfolgen von Corona

19.08.202016:22 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Weltweit verdichten sich die Hinweise, dass Corona teils gravierende neurologische Spätfolgen auslösen kann. Die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht behandelt bereits erste Patienten/innen mit solchen Folgeschäden. Der Chefarzt sieht Parallelen zur Spanischen Grippe und mahnt, das Virus ernst zu nehmen.



Nümbrecht, 18. August 2020: Peter S. geht es schlecht. Mühsam ringt der 52-Jährige nach Luft. Seit neun Wochen schon liegt er auf Station 12 der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht, der Station für besonders schwere neurologische Fälle. Schon seine Corona-Infektion im April verlief sehr heftig; drei Wochen lang wurde Peter S. in einem Krankenhaus in NRW beatmet. Jetzt versucht das Team der Nümbrechter Rehaklinik ihn vom Beatmungsgerät zu entwöhnen. „Die Entwöhnung, das sogenannte Weaning, gehört zu unseren Routinetätigkeiten auf der neurologischen Frührehastation. Bei Herrn S. kommt es allerdings immer wieder zu ungewöhnlichen Komplikationen. So kam es unter anderem zu schweren Knochenwucherungen, sogenannten heterotopen Ossifikationen, durch die lange Intensivbehandlung und Beatmung in Bauchlage. Auch Schlaganfälle sind aufgetreten“, zeigt sich Chefarzt Dr. med. Robin Roukens besorgt. Er und sein Team behandeln derzeit insgesamt fünf Patienten/innen in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik, die Corona-bedingte neurologische Spätfolgen aufweisen. „Nicht alle sind so schwer betroffen wie Peter S. Viel häufiger sind zum Beispiel Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, Konzentrationsstörungen oder das Erschöpfungssyndrom, die sogenannte Fatigue. Aber auch Lähmungen im Rahmen von Nervenentzündungen, die durch Corona ausgelöst wurden, haben wir hier schon gesehen“, fasst Roukens zusammen.

Weltweite Studienlage besorgniserregend
Die internationale Studienlage bestätigt die Beobachtungen des Neurologen. Das Corona-Virus befällt nicht nur die Lunge, sondern schädigt auch Organe wie Herz und Gehirn und löst damit zum Teil gravierende neurologische Störungen aus. „Noch ist nicht ganz klar, wie oft es zu neurologischen Folgeschäden kommt. Auch warum es den einen trifft, aber die andere nicht, verstehen wir noch nicht“, erklärt der Chefarzt. Ebenfalls beunruhigend sei das Unwissen darüber, ob und welche Beschwerden bei COVID-19-Patienten nach der Klinikentlassung bestehen blieben: „In einer aktuellen Studie aus Italien wiesen 87% der Erkrankten im Nachgang noch neurologische Symptome auf. Über die Hälfte der Betroffenen klagten über Müdigkeit bzw. Fatigue“, so Roukens. Weitere Beschwerden seien Beeinträchtigungen des Geruchssinns (ca. 16%), Geschmacksstörungen (ca. 11%), Kopfschmerzen (ca. 10%) und Schwindel (ca. 5%).

Parallelen zur Spanischen Grippe
Chefarzt Dr. Robin Roukens erkennt hier Parallelen zur Spanischen Grippe. Auch 1918 hatte die Virusinfektion vor allem zu anhaltenden Müdigkeitssymptomen bei den Betroffenen geführt. Ein Jahrzehnt lang litten über eine Million Menschen unter der „Enzephalitis lethargica“, auch Europäische Schlafkrankheit genannt. „Eine neurologische Nachbetreuung von COVID-19-Patienten und -Patientinnen ist unerlässlich“, betont Roukens. „Deutschland kann sich glücklich schätzen, über eine so gute Neuro-Rehabilitationsstruktur zu verfügen. Das gibt es so in anderen Ländern gar nicht.“ Das System garantiere eine Versorgung auch über die akute Infektionsphase hinaus mit dem Ziel, Folgeschäden bei den Betroffenen zu minimieren.

Neurologische Post Corona Reha
Dafür greife man in der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik auf bewährte Behandlungsmodule aus der neurologischen Rehabilitation zurück. „Mit den meisten Corona-bedingten Störungsbildern sind wir gut vertraut. Die Fatigue ist z. B. ein typisches Symptom der MS-Erkrankung, die wir hier behandeln. Auch für Konzentrationsstörungen und Lähmungen haben wir erprobte Therapien“, erklärt Roukens. Da sei man heute insgesamt viel besser aufgestellt als zu Zeiten der Spanischen Grippe. „Dennoch kann ich nur dazu mahnen, das Virus ernst zu nehmen. Die Schäden, die es anrichten kann, sind sehr viel gravierender als beispielsweise bei einer Grippe. Wir alle sollten uns und andere davor schützen und die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einhalten.“

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