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CORONA: Dringend Lockerungen der Besuchseinränkungen gefordert

12.06.202009:44 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: CORONA: Dringend Lockerungen der Besuchseinränkungen gefordert
Wann endlich darf ich wieder die Hand meiner Angehörigen halten?
Wann endlich darf ich wieder die Hand meiner Angehörigen halten?

(openPR) Gesundheitschutz versus sozialer Isolation

Bremen, 11.06.2020 – Eine aktuelle Petition an die Bremische Bürgerschaft greift die restriktiven Massnahmen und Besuchseinschränkungen für pflegebetroffene Menschen an. Darin wird unter anderem festgestellt: „Die Verhältnismäßigkeit zwischen der Fürsorgepflicht der Einrichtung und dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen muss gewahrt bleiben. Die Regelungen für Besuchszeiten in Pflegeheimen bedeuten im Land Bremen derzeit aber alles andere als Öffnung. Sie sind die restriktivsten Begrenzungen bundesweit.“ Gefordert wird eine Öffnung, die diese Bezeichnung auch verdiene und über die Restriktionen eines Besuches von bis zu 45 Minuten pro Woche und einer festen Besuchsperson hinausgeht.



Reinhard Leopold, Regionalbeauftragter des BIVA-Pflegeschutzbund und Leiter der Angehörigen-Initiative „Heim-Mitwirkung“ fordert schon länger weitere Lockerungen der Besuchsverbote in Heimen - unter Berücksichtigung der Bedarfe und Bedürfnisse von pflegebedürftigen Menschen sowie der Beachtung notwendiger Hygienemaßnahmen. Die negativen Auswirkungen für pflegebedürftige Menschen in Pflegeheimen sind derzeit noch nicht überschaubar.

Vorläufige Ergebnissen eines internationalen Forschungsprojektes der Private Hochschule Göttingen (PFH) wurden vor kurzem veröffentlicht: „Die Maßnahmen zur Beschränkung des gesellschaftlichen Lebens während der COVID-19-Pandemie haben bei Depressivität die schweren Symptombelastungen verfünffacht.“ Leopold: „Da dürften die negativen Auswirkungen bei den pflegebedürftigen und häufig kognitiv eingeschränkten Menschen und ihren besorgten Angehörigen noch um ein Vielfaches höher sein.“

Der BIVA-Pflegeschutzbund sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) haben mehrfach die Öffnung und den kreativen Umgang mit den Kontakteinschränkungen gefordert. Das Ergebnis einer aktuellen BIVA-Umfrage: „Besuchsmöglichkeiten in Pflegeheimen sind unzureichend und die Folgen der sozialen Isolation gravierend“.

Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings auch die Belastungssituation für Pflegekräfte. Schon vor Corona-Zeiten war zu wenig Personal in vielen stationären Einrichtungen im Einsatz. „Aus Angst, dass ein Heim die Öffnung nicht ausreichend kontrollieren kann und sich so Bewohner und Personal infizieren könnten, werden vorhandene Möglichkeiten nicht oder nur unzureichend umgesetzt.“ Leopold weist ebenfalls seit langer Zeit darauf hin, dass bereits vor Corona die medizinische und pflegerische Versorgung in stationären Einrichtungen im Land Bremen mit am schlechtesten ist. Das geht aus Veröffentlichungen des Länder-Vergleichs des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hervor, die bis zur Erneuerung der Prüfkriterien im Oktober 2019 monatlich veröffentlicht wurden – daran dürfte sich bis heute kaum etwas positiv verändert haben.

Nach Aussagen einiger Leiharbeitsfirmen sind denen erhebliche Aufträge weggebrochen. Folge: Verliehene Pflegefachkräfte, die bislang die nicht erfüllte Fachkraftquote der Einrichtungen „ausgebügelt“ haben, fehlen nun. Das heißt, die Belastung für das Stammpersonal ist dadurch noch größer geworden. Also noch weniger Zeit für Pflege, Betreuung und soziales Miteinander. Für die zu pflegenden Menschen ist das eine Katastrophe!

Der Bremer Senat hat zwar inzwischen Lockerungen auch für den stationären Bereich auf den Weg gebracht. Einrichtungsleitungen kommen dabei aber auch aufgrund der Häufigkeit und schwer verständlichen rechtlichen Formulierungen der Gesetzestexte an ihre Grenzen. Gleiches gilt natürlich ebenfalls für Angehörige. Sie erfahren oft aus den Medien, dass sie nun wieder ihre Liebsten besuchen können – und müssen dann enttäuscht feststellen, dass es in „ihrem“ Heim dennoch nicht zugelassen wird. Das führt zu zusätzlichen Auseinandersetzungen sowie Ärger und Frustrierungen auf beiden Seiten.

Von einem besonders negativen Beispiel berichtete der Sohn eines an Parkinson erkrankten Vaters. Dieser lebt in einem Bremer Pflegeheim und war zwischenzeitlich aufgrund eines Sturzes zur Untersuchung in einer Klinik. Dort wurden keine Verletzungen festgestellt und er wurde am gleichen Tag in das Heim zurückgebracht. Nun sollte sein Vater plötzlich für vierzehn Tage in Quarantäne. Nachfragen des Sohnes beim Bremer Gesundheitsamt und der Heimaufsicht ergaben, dass dies nicht notwendig sei. Trotz schriftlicher Bestätigung dessen beharrte das Pflegeheim auf Einhaltung der Quarantäne. Solche und ähnliche Erlebnisse sind offenbar keine Seltenheit. Hilfesuchende wie er können sich an den BIVA-Pflegeschutzbund wenden. Online gibt es unter anderem eine regelmäßig aktualisierte Übersicht über die Besuchseinschränkungen in Alten- und Pflegeheimen wegen Corona in allen Bundesländern.

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