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Wenn die Inquisition an die Tür klopfte war es aus

25.02.202014:44 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Wenn die Inquisition an die Tür klopfte war es aus
Manja Rabenau schaffte es, eine düstere Stimmung passend zum Thema zu schaffen. Foto Michael Wirkner
Manja Rabenau schaffte es, eine düstere Stimmung passend zum Thema zu schaffen. Foto Michael Wirkner

(openPR) Wenn der Schädel des Verbrechers abgetrennt war, begann die Feier der tobenden Meute. Öffentliche Hinrichtungen waren auch in Rudolstadt Volksfeste aller gesellschaftlichen Schichten mit Buden, Marktschreiern und allerlei Köstlichkeiten des leiblichen Wohls. Was makaber klingt, war der Alltag der Menschen noch vor 250 Jahren.



Schüler der 10. Klasse der Goetheschule Ilmenau suchten sich die interessante Zeit der Geschichte aus, um mehr darüber im Rudolstädter Stadtarchiv zu erfahren. Manja Rabenau, Leiterin des Archivs, bereitete sich extra für diesen Tag vor und durchsuchte ihr Magazin aber auch Bücher der historischen Bibliothek nach Quellen aus jener Zeit.

Herausgekommen war ein kurzweiliger Vortrag, bei dem einem, angesichts der Gräueltaten vergangener Zeit, ein eiskalter Schauer den Rücken herunter lief. „Wenn die Inquisition an die Tür klopfte war es aus.“, erklärte Rabenau die Menschenrechte vergangener Zeit. Ob die vermeintlichen Verbrecher stranguliert, ausgeweidet, lebendig verbrannt, durch ein Seil aufgerieben, ersäuft oder geköpft wurden, entschied die Art ihres Verbrechens. Im gedämmten Licht des Saals im Alten Rathaus, geschmückt mit Kerzenleuchter, alten Büchern und einem Menschenschädel, ging es aber auch um die Darstellung des Todes in der Kunst, Foltermöglichkeiten und um lokale Kriminalfälle aus Rudolstadt.

Rabenau erzählte von der letzten Hinrichtung in Rudolstadt im Jahr 1766. Der Doppelmörder Ziermann wurde auf dem Rudolstädter Marktplatz vor über 1.000 Schaulustigen, darunter 100 Studenten aus Jena, hingerichtet. Vor den Augen aller wurde er gerädert und später am Rad auf dem Richtplatz in der heutigen Goethestraße aufgepfählt und den Raben zum Fraß vorgeworfen. Ziermann hatte in der Nacht vom 23. zum 24. Oktober 1766 heimtückisch zwei Frauen, darunter eine Färberin, mit einer Axt ermordet. Der Mörder hielt ihre Kupfermünzen zum Schwarzfärben für Geld und wollte sich bereichern, unwissend, dass die Münzen keinen Wert hatten.

Geschichten wie diese unterstrich Rabenau eindrücklich immer auch mit Bild- und Textquellen. Beim Rundgang durch den Gewölbekeller des Alten Rathauses und dem Besuch der ehemaligen Arrestzelle, in der möglicherweise auch Doppelmörder Ziermann einsaß, wurde jene Zeit zum Leben erweckt.

Ein Stück weit sollen Vorträge wie diese Schüler für die Archiv-Recherche begeistern, da zunehmend nur noch über das Internet geforscht wird. Rabenau hofft, dass sie die anwesenden Schüler mit diesem Thema fesseln konnte. In jedem Fall liegen noch zahlreiche spannende Themen der Geschichte im Archiv, die darauf warten geborgen zu werden. Interessierte Schüler, die auf der Suche nach spannenden Themen für ihre Seminarfacharbeit sind, können sich gerne an das Team des Stadtarchivs wenden.


Michael Wirkner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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