(openPR) Max Frischs „Biedermann und Brandstifter“ feiert am 21. Februar 2020 am „Fourm Baltikum-Dittchenbühne“ Premiere
(Elmshorn/6.2.2020) Heiß hergehen wird es ab 21. Februar 2020 an der „Dittchenbühne“: in Elmshorn. Dann nämlich ist die Premiere der neuen Inszenierung von „Biedermann und die Brandstifter“. Das Stück des Schweizer Dichters Max Frisch aus dem Jahr 1958 - in Elmshorn jetzt in Regie von Klaus Falkhausen - hat von seiner beklemmenden Aktualität auch heute noch nichts verloren: Denn wer die Augen offenhält, kann sie überall wiedererkennen, die Brandstifter…
„Nichts Unabwendbares!“
Ein Chor aus Feuerwehrleuten warnt gleich zu Beginn des Stücks vor Bränden und unterstreicht dabei nachdrücklich: „Nicht alles, was feuert, ist Schicksal, Unabwendbares!“ Im Falle des Fabrikanten Jakob Biedermann aber scheint ein Feuer unabwendbar zu sein: Obwohl gewarnt, gewährt er zwielichtigen Gestalten Unterschlupf auf seinem Dachboden. Auch als die dann ungeniert mit Benzin, Lunten und Zündern hantieren, schaut Biedermann weg. Und da die Männer freundlich zu ihm sind, hilft er ihnen auch gern: So ist es schließlich er selbst, der ihnen die Streichhölzer zusteckt, mit denen sie sein Haus in Flammen setzen…
Lehren aus dem Lehrstück ohne Lehre
Entgegen des Untertitels „Lehrstück ohne Lehre“ haben Publikum und Kritik von Anfang an Lehren aus dem Stück herausgelesen: Bei der Uraufführung 1958 überwogen antikommunistische Deutungen, was Max Frisch so ärgerte, dass er ein Nachspiel schrieb, das auf das deutsche Bürgertum und den Aufstieg Hitlers verwies. Später unterstrich der Dichter eine eher psychologische Deutung: die Brandstifter als die Dämonen Biedermanns, die aus dessen Angst und Unwahrhaftigkeit entstehen. Ein heutiger Blick durch die Lupe dieses Lehrstücks könnte etwa die Leugner des Klimawandels hervorheben, die Ausländerfeinde und Rassisten, die Identitären, Reichsbürger und Neonazis, die jeweils auf ihre Art längst schon wieder dabei sind, zu zündeln. Und auch heute gilt: Das ist kein Schicksal, das ist noch etwas Abwendbares. Mit „Biedermann und die Brandstifter“ hat die Dittchenbühne wieder ein Stück gefunden, das die gesellschaftliche Diskussion positiv befeuern kann - und das zugleich ein großes Stück Theater eines großen deutschsprachigen Dichters ist. Man kann gespannt sein auf die Premiere und die insgesamt acht Vorstellungen, die ihr folgen.
Karten gibt’s wie immer beim „Forum Baltikum – Dittchenbühne“, Hermann-Sudermann-Allee 50, 25335 Elmshorn. Ruf: 04121/89710; E-Mail:








