(openPR) Wiesbadens Bürovermietungsmarkt knackte im vergangenen Jahr alle Rekorde – sowohl in punkto Flächenumsatz als auch bei den Mietpreisen konnte die Metropole am Rhein neue Spitzenwerte verzeichnen. Zudem rangierte 2019 auch die Leerstandsquote auf einem neuen Tiefststand. All diese Rekorde stellen aber nicht nur eine erneute Steigerung gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahresergebnis dar, sondern definieren vielmehr die mit Abstand absoluten Top-Werte der letzten zwei Jahrzehnte des Büromarktes der hessischen Landeshauptstadt.
Lag der Büroflächenumsatz für das Gesamtjahr 2018 bereits überdurchschnittlich bei rund 92.000 m², legte Wiesbadens Vermietungsmarkt im vergangenen Jahr abermals zu und erreichte mit einem Vermietungsvolumen von rund 123.500 m² ein neues Allzeithoch. Dieses Umsatzplus von ca. 34 % gegenüber dem Vorjahresergebnis allein ist bereits bemerkenswert; betrachtet man zudem Wiesbadens Umsatzstatistik der letzten 20 Jahre, findet man überhaupt nur ein einziges Ausnahmejahr (2007: rund 116.000 m²) mit einem solchen Spitzenwert oberhalb der 100.000 m²- Grenze. Bislang war die hessische Landeshauptstadt für durchschnittliche Jahresumsätze deutlich unterhalb dieser Marke bekannt. Üblich waren jährliche Vermietungsvolumina im Bereich zwischen 60.000 m² und 80.000 m² - damit könnte es zukünftig vorbei sein, denn die Nachfrage nach Büroflächen war auch Ende 2019 weiterhin ungebrochen hoch. Neue Bürogesuche spitzen die Situation weiter zu und werden 2020 das ohnehin bereits ausgedünnte Angebot auf dem Vermietungsmarkt zusätzlich schmälern. Die Verfügbarkeit von Büroflächen war 2019 vermeintlich der einzig limitierende Faktor, so dass für 2020 zu hoffen bleibt, dass neue Projekte die Angebotsseite entspannen werden. Größere Leerstände von Bestandsobjekten durch Umzüge bzw. Flächentausch sind hingegen nicht zu erwarten, da im vergangenen Jahr zumeist die reine Flächenexpansion der Umsatztreiber war.
Hauptverantwortlich für die neuen Rekordzahlen auf dem Wiesbadener Bürovermietungsmarkt war 2019 die hohe Nachfrage durch die Nutzerbranche „öffentliche Hand“. Gerade Bund und Land mieteten im vergangenen Jahr in Summe rund 50.000 m² neu an. Damit wurde letztes Jahr in Wiesbaden faktisch nicht ganz jeder zweite Büroquadratmeter an Behörden oder Ämter vermietet (Anteil am Gesamtumsatz von rund 41%). Diese Dominanz der öffentlichen Hand wird voraussichtlich auch im neunen Jahr den Büromarkt der hessischen Landeshauptstadt prägen. Abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei in der Umsatzstatistik des Jahres 2019 rangierten die Branchen wie unternehmensbezogene Dienstleistungen und Versicherungen mit Vermietungsleistungen von rund 24.500 m² sowie ca. 11.500 m².
Entgegen der Tradition, dass die Wiesbadener Innenstadt bei den Vermietungsabschlüssen dominiert oder doch zumindest eine gewichtige Rolle spielt, konnte dieser Teilmarkt im vergangenen Jahr aufgrund des mangelnden Angebotes an Bestandsobjekten sowie Neubauprojekten nicht wesentlich punkten.
Dafür gewannen 2019 die Büroteilmärkte „Mainzer Straße“ und „Abraham-Lincoln-Straße“ mit Umsätzen von knapp 20.000 m² bzw. rund 63.500 m² signifikant an Bedeutung, da in diesen Innenstadtrandlagen noch Flächenverfügbarkeiten gegeben waren. Dieses Angebot an Büroflächen wurde allerdings bis zum Jahresende durch zahlreiche Vermietungsabschlüsse fast gänzlich aufgezehrt.
Nachdem der Wiesbadener Vermietungsmarkt bereits in den vorhergehenden Jahren 2017 und 2018 angebotsseitig mehr und mehr unter Druck geriet und sich die Flächenknappheit rasant verschärfte, konnte man Ende 2019 in Teilbereichen (Innenstadt, Abraham-Lincoln-Straße, Mainzer Straße) und einzelnen Flächensegmenten (> 2.500 m²) nun von einer Vollvermietung sprechen. Die aus 2018 ohnehin äußerst geringe Leerstandrate von lediglich rund 2,2 % sank im Jahresverlauf erneut: Ende 2019 nun auf das Rekordtief von marginal 1,9 %. Damit standen in Wiesbaden zu diesem Zeitpunkt in Summe weniger als rund 48.000 m² Bürobestandsflächen kurzfristig zur Anmietung zur Verfügung - und dies über alle Ausstattungsqualitäten und Lagen gesehen. Da die Büromieter bei Ihrer Flächensuche jedoch nach wie vor äußerst stark auf neuwertige Büroflächen mit top Ausstattungsqualitäten in sehr guten, innerstädtischen Lagen abzielen, kann man bereinigt insgesamt lediglich von rund 16.000 m² nachfragerelevanter Bürofläche sprechen. Hinzu kam, dass Ende 2019 alle Wiesbadener Büroprojekte (Neubau sowie Revitalisierung; in Summe rund 73.000 m²), welche sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Bau befanden, allesamt bis auf lediglich rund 800 m² Bürofläche vorvermietet waren.
Demzufolge verwundert es nicht, dass auch 2019 die Mietpreise erneut in Bewegung kamen. Die Spitzenmieten stiegen bereits seit 2017 und durchbrachen damals die magische Grenze von netto 15,00 €/m². Ende 2019 konnte nun ein neuer Spitzenwert für Wiesbadens Büromieten konstatiert werden: mit netto 16,50 €/m² definierte sich nun die aktuelle Spitzenmiete auf einem neuen Allzeithoch. Die Angebotsmietpreise im Top-Segment rangierten zuletzt gar bis zu dem Spitzenwert von netto 20,00 €/m². Da zudem zahlreiche Bürovermietungen in der hessischen Landeshauptstadt an umsatzsteuerbefreite Mieter erfolgten, erhöhten sich in diesen Fällen die Mietpreise um den entsprechenden Umsatzsteuerschaden; die abgeschlossenen Mietpreise rangierten hier zumeist im Bereich zwischen 18,00 €/m² bis hin zu 24,00 €/m².











