(openPR) Vier Fragen an Marc Rottinghuis, CEO und Mitgründer von Spryng
Von Nathan Gatto
Nathan Gatto ist einer der internationale Profis beim SMS-Anbieter Spryng. Aus Frankreich stammend, studierte er zuvor International Business im Master an der Sciences Po Aix. Während des täglichen Mittagessens im Amsterdamer Büro stellt Nathan dem Gründer und CEO Marc Rottinghuis oft viele Fragen zum unternehmerischen Handeln und dem Ursprung von Spryng. In dem untenstehenden Interview finden Sie vier der Fragen von Nathan an Marc.
Wie seit ihr auf die Idee gekommen, eine SMS-Plattform einzurichten? Was war der Auslöser?
“Als ich mit Alexander und Jan-Paul [Mitbegründer von Spryng] an der Universität war, mussten wir eine Arbeit über den Versorgungssektor in den Niederlanden verfassen. Die Idee war, ein Problem wissenschaftlich zu analysieren und Lösungen dafür zu finden. Wir haben damals Alexanders Vater interviewt, der in einer radiologischen Abteilung eines Amsterdamer Krankenhauses arbeitete. Wir fanden schnell heraus, dass Leute regelmäßig nicht zu ihren Terminen erschienen sind. Das ist natürlich nicht wirklich effizient; es kostet Krankenhäuser unnötig Zeit und Geld.
Wir tauchten weiter in dieses Thema ein und kamen zu überraschenden Entdeckungen. Um es anschaulicher zu machen: Im Jahr 2006 sind durchschnittlich 10% der Patienten nicht zu ihrem Termin in einem Krankenhaus erschienen. Weil sie es vergessen hatten oder weil etwas anderes dazwischen gekommen war. Damals schickten die Krankenhäuser den Patienten einen Brief per Post, um sie an einen Termin zu erinnern. Aber das kostet den niederländischen Staat jährlich etwa fünfhundert Millionen Euro! Um diese Kosten auszugleichen, wollte die Regierung ein Bußgeld von 45 Euro für jeden versäumten Termin einführen. Die Krankenhäuser hingegen schlugen vor, mehrere Patienten im gleichen Zeitfenster einzuplanen (in dem Wissen, dass einige nicht kommen würden). Aber beide Lösungen waren nicht wirklich effektiv. Die Geldbußen waren nicht hoch genug, um die zusätzlichen Kosten zu decken. Und an manchen Tagen waren die Warteräume überfüllt mit Patienten, während an anderen Tagen fast niemand kam. Kurz gesagt, die Kommunikation war ziemlich mittelalterlich.
Es musste daher ein Weg gefunden werden, eine große Anzahl von Menschen schnell und effizient zu erreichen. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die skandinavischen Länder bereits 2006 SMS zur Vereinfachung der Kommunikation in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen einsetzen. Wir haben dies weiter untersucht und in den Bericht aufgenommen.
Nach Fertigstellung des Berichts wollten wir unsere Idee in die Praxis umsetzen. Wir haben uns ein paar Tausend Euro geliehen und eine SMS-Plattform geschaffen. Dadurch konnten wir Krankenhäuser in Amsterdam aufsuchen. Sie waren interessiert und so entstand Spryng. Diese Krankenhäuser der ersten Stunde sind nach wie vor unsere Kunden. Aber inzwischen haben viele weitere Pflegeeinrichtungen die Vorteile des SMS-Versands erkannt.”
Spryng wurde 2006, kurz vor der globalen Wirtschaftskrise, gegründet. Wie habt ihr es geschafft, in einer so ungünstigen Zeit ein Unternehmen zu gründen?
"Die ersten vier Jahre der Spryng waren nicht die einfachsten. Wir mussten wirklich unsere ganze Zeit und Motivation einsetzen, um das Unternehmen in Gang zu bringen. In den ersten Jahren konnten wir nicht von den Einnahmen leben, also hatte ich nebenher auch noch andere Jobs.
Nach und nach, Tag für Tag, Kunde für Kunde, begannen wir zu wachsen. Im Jahr 2010 hatten wir unser Darlehen in voller Höhe getilgt. Wir haben uns entschieden, das Unternehmen in das Zentrum von Amsterdam zu verlegen. Eine Entscheidung, mit der wir immer noch sehr zufrieden sind!
Mit unseren Dienstleistungen geben wir Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit, Zeit und Geld zu sparen. So haben wir vor dreizehn Jahren angefangen und tun es auch heute noch. Mit unseren SMS-Diensten liefern wir einen echten Mehrwert. Neben dem Gesundheitssektor nutzen mittlerweile auch staatliche Institutionen und Unternehmen aus dem Finanz- und Wirtschaftssektor unseren SMS-Service.”
Wie wird Spryng in fünf Jahren aussehen?
"Vor einigen Jahren war die Zukunft der SMS noch sehr ungewiss. Denn mit der Einführung von WhatsApp (2009) und Messenger (2011) gab es Zweifel an der Nützlichkeit des SMS-Versands. Wir sehen aber keinen Rückgang der Nachfrage. Ganz im Gegenteil.
Der nächste Schritt für Spryng ist der Versand von WhatsApp-, Messenger- und RCS-Nachrichten in Zusammenarbeit mit den Unternehmen, für die wir arbeiten. Alles von einer Plattform aus. Wir sind dabei, dies im kommenden Jahr weiter auszubauen. Denn es bleibt unsere Mission, unsere Partner durch möglichst effektive Kommunikation Zeit und Geld sparen zu lassen."
Was bedeutet Unternehmergeist für Dich?
"Unternehmergeist ist für mich ein Mittel, um unser Geschäft weiterzuentwickeln. Spryng wuchs von alleine, denn wir haben unsere Einnahmen immer wieder direkt in das Unternehmen investiert. Das sieht man heutzutage nicht mehr so oft. Unternehmen verschulden sich eher, um investieren zu können.
Ich bin sehr stolz auf die Art und Weise, wie sich Spryng entwickelt hat. Wenn ich es wieder tun würde, würde ich natürlich das ein oder andere anders machen. Dennoch bereue ich nichts und arbeite immer noch genauso gerne wie vor dreizehn Jahren."
------
Für Nathan war das Interview aufschlussreich: "Als Spryng anfing, war ich noch sehr jung. Und jetzt arbeite ich selbst hier. Erst jetzt wird mir klar, wie weit Spryng gekommen ist: von einigen wenigen Studenten im Jahr 2006 zu einem kompletten Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern, wie ich es kenne. Und bevor Spryng entstand, waren diese Unternehmer nur Werkstudenten mit einem Traum. Fast wie ich jetzt. Dass man in so kurzer Zeit so weit kommen kann, finde ich wirklich inspirierend."












