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Hepatitis auf Reisen – nicht immer sieht man die Gefahr

11.12.2019 • 12:57 Uhr • Gesundheit & Medizin
Bild: Hepatitis auf Reisen – nicht immer sieht man die Gefahr
Prof. Dr. med. Karl-Heinz Herbinger
Prof. Dr. med. Karl-Heinz Herbinger

(openPR) Der Tropen- und Reisemediziner Prof. Dr. med. Herbinger im Interview

Die Aussicht auf einen erholsamen Urlaub im Warmen ist immer ein Grund zur Vorfreude. Um die freie Zeit entspannt genießen zu können, sollte man sich frühzeitig um die reisemedizinische Vorsorge kümmern. Dazu gehört auch der Schutz gegen Virushepatitis, einer Erkrankung der Leber. Virushepatitis kann durch verschiedene Arten von Viren (A, B, C, D und E) ausgelöst werden. Gegen die Arten A und B gibt es Impfungen.



Herr Prof. Dr. Herbinger, warum ist der Hepatitis-Schutz gerade bei Reisen wichtig?

Hepatitis ist eine der häufigsten Reisekrankheiten und kann sowohl bei Nah- als auch bei Fernreisen übertragen werden. Hepatitis-A-Risikogebiete sind neben tropischen und subtropischen Gegenden auch Mittelmeerländer und Länder Osteuropas. Hepatitis B kommt praktisch in allen Teilen der Welt vor, wobei das höchste Infektionsrisiko für Reisende in Afrika südlich der Sahara sowie in Ost- und Südost-Asien besteht.

Worauf sollte man im Urlaub achten, um eine Übertragung von Hepatitis-Viren zu vermeiden?

Das Hepatitis-B-Virus wird über alle Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere bei engen körperlichen Kontakten. Vorsicht ist besonders beim Tätowieren und Piercen im Ausland geboten. Hepatitis A kann über Lebensmittel wie roher Fisch und Meeresfrüchte, fäkaliengedüngtes Gemüse, aber auch über veruneinigtes Trinkwasser übertragen werden. Hepatitis-A-Viren sind relativ umweltresistent und können über längere Zeit vermehrungsfähig bleiben. Schutzmaßnahmen vor Ort sind kaum möglich. Da diese beiden Erkrankungen nicht sicher vermieden werden können, ist eine Schutzimpfung vor der Abreise ratsam.

Anders als Hepatitis B verläuft Hepatitis A nicht chronisch. Ist die Impfung daher wirklich wichtig?

Es ist richtig, dass eine Hepatitis-B-Infektion chronisch verlaufen kann und sich dadurch das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs deutlich erhöht. Hepatitis A ist ebenfalls eine Erkrankung der Leber, die mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz, erhöhter Temperatur, Verstopfung, Durchfall und Schmerzen im rechten Oberbauch einhergehen kann. Insbesondere im höheren Alter kann die Hepatitis A schwerwiegend verlaufen. Deshalb ist der Impfschutz gegen Hepatitis A und B sehr wichtig.

Was muss ich bei den Impfungen beachten?

Eine Hepatitis-A-Impfung ist noch kurz vor der Abreise möglich. Ein Hepatitis-B-Schutz kann innerhalb von vier Wochen vor Abreise erreicht werden, da hierfür mehrere Impfungen vor Reiseantritt notwendig sind. Bedeutend für den optimalen Schutz ist die vollständige Grundimmunisierung. Alle noch benötigten Teilimpfungen sollten spätestens nach der Rückkehr verabreicht werden, um einen Langzeitschutz zu gewährleisten und auch in Zukunft entspannt Reisen zu können.

Wo kann ich mich über Hepatitis informieren?

Für allgemeine Fragen ist der Hausarzt der beste Ansprechpartner. Bei länger geplanten Reisen sollte man darüber hinaus am besten ca. fünf Wochen vor Abreise mit einem Tropen- oder Reisemediziner über die notwendigen Reiseimpfungen sprechen. Vorab können sich Interessierte auf der Seite des reisemedizinischen Infoservices Fit-for-Travel ausführlich informieren: www.fit-for-travel.de

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