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Fraunhofer-Gesellschaft tritt Cyber Valley bei

07.11.201917:35 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Die Zusammen­arbeit führender deutscher Forschungs­einrichtungen stärkt Baden-Württemberg als einen der weltweit innovativsten Wissenschafts­standorte im Bereich Künstliche Intelligenz.

Die Fraunhofer-Gesellschaft, Europas führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung, schließt sich dem Cyber Valley an, einem Forschungskonsortium bestehend aus den international renommierten Universitäten Tübingen und Stuttgart, dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und einigen der weltweit führenden Industrieunternehmen. Baden-Württemberg stellt damit erneut seine Position als international richtungsweisender KI-Hotspot unter Beweis: Das KI-Fortschrittszentrum »Lernende Systeme«, gegründet vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, bietet dem Mittelstand eine zentrale Anlaufstelle für anwendungsnahe Forschung zu Künstlicher Intelligenz.


Die Stuttgarter Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie für Produktionstechnik und Automatisierung IPA treten dem Cyber Valley bei und stärken damit die größte Forschungskooperation Europas auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI). Der Zusammenschluss beweist einmal mehr, dass Baden-Württemberg der KI-Hotspot in Europa und weltweit auf Augenhöhe mit einigen der führenden Zentren z.B. in Nordamerika ist.
Im Rahmen der Pressekonferenz zum neuen KI-Fortschrittszentrum sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut: »Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Treiber für Innovation und Wirtschaftswachstum und birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial für unseren Mittelstand. Wir brauchen mehr ,KI made in Baden-Württemberg‘ und müssen die Ergebnisse unserer Spitzenforschung noch besser und schneller in die praktische Anwendung unserer Unternehmen bringen. Dazu müssen wir Forschung, Entwicklung und Kommerzialisierung von KI massiv vorantreiben.«
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ergänzte: »Hier entsteht eine international sichtbare Spitze. Wir heißen die Fraunhofer-Gesellschaft ganz herzlich willkommen in der immer größer werdenden Runde! Der Forschungsverbund Cyber Valley entwickelt sich sehr dynamisch und zieht immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, junge Talente aus aller Welt, Unternehmen und Stiftungen an. Mit dem Boom ist der Bedarf entstanden, verlässliche Managementstrukturen für den Cyber Valley-Verbund zu etablieren, um die wachsenden organisatorischen Aufgaben effektiv zu bewältigen.«
»Mit ihrer anwendungsorientierten Ausrichtung ergänzen die Fraunhofer-Institute die Forschung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universitäten Tübingen und Stuttgart optimal«, sagte Prof. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. »Diese Verstärkung erleichtert auch den Brückenschlag zu den Industriepartnern im Cyber Valley: Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung können so schneller zur Anwendung gelangen.«
Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, betonte: »Künstliche Intelligenz ist eines der zentralen digitalen Zukunftsthemen und wird unser Leben von Grund auf verändern. Für die internationale Wirtschaft und die industriellen Wertschöpfungsketten bedeutet sie einen grundlegenden Strukturwandel. Mit unserem Beitritt zum Cyber Valley werden wir gemeinsam mit unseren Partnern die Forschung und den Transfer von der Wissenschaft in den Markt vorantreiben, um gemeinsam das Potenzial dieser Schlüsseltechnologie voll auszuschöpfen und den Standort Deutschland auch im internationalen Wettbewerb zu stärken.«
»Wir begrüßen den Beitritt der Fraunhofer-Gesellschaft ausdrücklich, da wir so dazu beitragen, die Methoden der modernen KI insbesondere auch in kleinen und mittelständischen Betrieben zur Anwendung zu bringen,« sagte Max-Planck-Direktor und Mitgründer des Cyber Valley, Prof. Bernhard Schölkopf.
Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und die Fraunhofer-Gesellschaft finanzieren zu gleichen Teilen das KI-Fortschrittszentrum »Lernende Systeme«, das zum 1. Oktober 2019 in das Cyber Valley-Konsortium integriert wurde. Das Zentrum ist ein Labor mit einem anfänglichen Team von 20 Forscher*innen und einer geplanten Anschubfinanzierung von zehn Millionen Euro bis Ende 2022.

Zentrale Anlaufstelle für anwendungsorientierte KI-Forschung

Das KI-Fortschrittszentrum ist eine zentrale Anlaufstelle für anwendungsorientierte KI-Forschung für Unternehmen in Baden-Württemberg. Es führt Forschungsprojekte durch, die für den Produktions- und Dienstleistungssektor relevant sind, und dient als Schnittstelle zwischen der Industrie und der Grundlagenforschung innerhalb des bestehenden Cyber Valley-Konsortiums, das neben den genannten Forschungseinrichtungen mehrere Industriepartner umfasst. Das KI-Fortschrittszentrum kann so über die bestehenden Partner hinaus den Technologietransfer in die Industrie ermöglichen.
Als weitere Komponente richten die Partner gemeinsame Forschungslabors ein, in denen Grundlagenforscher*innen mit anwendungsorientierten Wissenschaftler*innen des Fraunhofer IAO und Fraunhofer IPA zusammenarbeiten. Die Forschungsinhalte orientieren sich am aktuellen und zukünftigen Bedarf des Markts. Somit bergen die gemeinsam betriebenen Labors großes Potenzial für zukünftige Start-ups.
Ein zentraler Schwerpunkt des KI-Fortschrittzentrums ist die direkte Kooperation mit Industrieunternehmen. Machbarkeitsstudien und Projekte zur Entwicklung erster Prototypen von KI-Anwendungen werden teilweise über das Budget des Fortschrittzentrums finanziert. Um strategische Partnerschaften aufzubauen, haben Industrieunternehmen die Möglichkeit, so genannte Enterprise Labs zu betreiben und zu finanzieren. In diesen Labs können ein oder mehrere Forscher*innen des KI-Fortschrittszentrums ihre ganze Aufmerksamkeit den spezifischen Fragestellungen des jeweiligen Industrieunternehmens widmen.
Das KI-Fortschrittszentrum »Lernende Systeme« verfolgt bei all seinen Aktivitäten das Ziel, eine menschenzentrierte KI zu entwickeln, der die Menschen vertrauen und die sie akzeptieren. Nur wenn Menschen mit neuen Technologien interagieren und eng zusammenarbeiten, kann ihr Potenzial optimal ausgeschöpft werden. Um diese menschenzentrierte KI zu realisieren, konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten unter anderem auf die Themen Erklärbarkeit, Datenschutz, Zertifizierung, Sicherheit und Robustheit von KI-Technologien.

Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft

Mit dem Cyber Valley bauen die Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ein einzigartiges Ökosystem in der Region Stuttgart-Tübingen auf. Vom Land Baden-Württemberg unterstützt, fördert das Cyber Valley den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die Ausbildung der besten Talente im Bereich der KI und schafft einen Nährboden für Start-ups. Ziel ist es, Spitzenforschung mit Unternehmergeist zu verbinden, um Spin-offs und den Technologietransfer zu fördern.
Die Zusammenarbeit der beiden Fraunhofer-Institute mit Cyber Valley birgt daher für beide Seiten großes Potenzial. Die Fraunhofer-Gesellschaft blickt auf 70 erfolgreiche Jahre anwendungsorientierte Forschung zurück. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Auf dieser Basis und mit der klaren Ausrichtung auf neue Technologien und Märkte ist die Fraunhofer-Gesellschaft zum Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft geworden. Internationale Kooperationen mit exzellenten Forschungspartnern und innovativen Unternehmen weltweit sorgen für einen direkten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen. Diese Kompetenz bei der Realisierung von Projekten in enger Zusammenarbeit mit der Industrie ist für das Cyber Valley von großem Wert. Die Fraunhofer-Gesellschaft steuert noch mehr Innovation und Unternehmertum bei. Fraunhofer verfügt über eine nachgewiesene Erfolgsbilanz vieler erfolgreicher Start-ups. Die Gesellschaft fördert aktiv Forscher*innen, die auf der Grundlage des geistigen Eigentums, das sie bei Fraunhofer erworben haben, ein eigenes Unternehmen gründen wollen. Die Mission, den technologischen Fortschritt in die Unternehmen und die Gesellschaft einzubringen, ist im Fraunhofer-Leitbild fest verankert.

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