(openPR) Frankfurt am Main · Am 5. November veranstaltet das Katholische Dompfarramt St. Bartholomäus eine Hubertusmesse im Frankfurter Kaiserdom. An diesen Messen sind stets zahlreiche Jagdvereine beteiligt. In der Regel wird unter Anderem die Jagd gesegnet. Tierrechtlerinnen und Tierrechtler verurteilen dies, da sie sich aus ethischen wie ökologischen Gründen gegen die Jagd stellen und haben daher für Sonntag eine Demonstration vor dem Kaiserdom angekündigt.
»Mit dieser Messe wird eine Minderheit von Menschen gesegnet, die aus Lust am Töten eine Art Krieg gegen Tiere führt«, so Victor Hahn, Pressesprecher der TIRM (TierrechtsInitiative Rhein-Main), der Organisatorin der Demonstration. »Es wird ein grausames, völlig unnötiges Gemetzel in deutschen Wäldern vom Frankfurter Kaiserdom gutgeheißen.«
Weiter mache sich die Kirche mitschuldig – es gäbe keine Kirchenagenda, die die Segnung der Jagd vorsieht. »Hubertus, warum verfolgst Du mich?«, diese Frage stellt in der Legende Christus in Gestalt eines Hirsches dem Jäger Hubertus (eigentlich Eustachius) im 7. Jahrhundert. Hubertus kehrte in sich und verzichtete ab sofort auf Jagen und schloss Frieden mit den Tieren. »Völlig absurd, warum Jäger und so genannte Christen ausgerechnet diesen Heiligen, der ein Tierschoner und nicht ein Tierschänder war, als Symbol für die Jagd wählen«, so Hahn weiter. »Aber selbst wenn es anders wäre: Die heute gängige Praxis, Tiermörder – auch schonmal im Voraus – zu segnen, ist abgrundtief zu verurteilen.«
In frühen christlichen Gemeinden galt die Jagd als unvereinbar mit dem Glauben. Jägerinnen und Jäger wurden nach der Kirchenordnung des Hippolyt ausgeschlossen. Bis heute ist der Priesterberuf im katholischen Kirchenrecht unvereinbar mit berufsmäßigen Tötung von Tieren - nach Ansicht der Aktivistinnen und Aktivisten ebenso mit der „vergnügungsmäßigen“. Ausdrücklich weisen sie auf die Diskrepanz zwischen der christlich begründeten Ethik und der Handhabung der Kirchen hin. Man protestiere gegen die Vereinnahmung der Kirchen durch die Jägerschaft. Das Katholische Dompfarramt St. Bartholomäus und Dompfarrer Dr. Raban Tilmann fordere man auf, keine „Hubertus“-Gottesdienste zu gestalten, die zur nostalgischen Verklärung und Verschleierung von unendlichem Tierleid führt. Auch solle die permanente „kirchliche Anerkennung“ der Jagd revidiert werden.
Die geplante Demonstration findet am Sonntag, 5.11., ab 16 Uhr vor dem Haupteingang des Kaiserdoms statt. Da es turbulent zugehen könnte, werden Journalistinnen und Journalisten geben, Interviewtermine im Voraus zu verabreden.









