(openPR) Das Bonner fringe ensemble eröffnet seine 20. Spielzeit mit einem Abend, der in mehrfacher Hinsicht exemplarisch ist für seine Arbeit: Mit „Border off Border“ begibt sich Regisseur Frank Heuel mit seinem Team ein weiteres Mal in den Austausch mit KünstlerInnen aus der Türkei. Das Thema Grenze steht im Fokus der Arbeit.
Während Grenzüberschreitungen von einem Land in ein anderes heute für immer mehr Menschen zur Rettung ihrer Existenz unvermeidbar geworden sind, bilden sie andererseits für den modernen Nomaden ein geradezu natürliches Ereignis. In dem so genannten Live-Writing-Format wird das Publikum ein großes deutsch-türkisches Team aus zwei Autoren, zwei Simultan-ÜbersetzerInnen, neun SchauspielerInnen, einem Musiker und einer Videokünstlerin erleben können. Sie alle lassen sie auf einen Abend ohne Netz und doppelten Boden ein: Nicht einmal die Autoren Lothar Kittstein (DE) und Sami Özbudak (TR) kennen das „Stück“ vorher, denn sie schreiben live und entwickeln die Texte unter den Aktüberschriften Aufbruch, Ausreise, Transit, Einreise und Ankunft Abend für Abend neu. Sie reagieren aufeinander, verfolgen dennoch ihre eigenen Motive. So wird jede Vorstellung zur Uraufführung. Der Zuschauer wird zum Augenzeugen des Schreibvorgangs wie der Simultan-Übersetzung und selbstverständlich der spontanen Präsentation der Texte durch das Ensemble.
Der Abend spielt mit verschwimmenden Grenzen zwischen ausgefeilter Mehrsprachigkeit und spontaner Interaktion, Inszenierung und Improvisation, Installation und fortschreitender Raumentwicklung. Nicht nur das Konzept ist eine Besonderheit; nur selten entstehen im freien Theater Produktionen mit einem derart großen internationalen Ensemble. „Border off Border“, im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der Kunststiftung NRW gefördert, ist nur an zwei Abenden in Bonn zu sehen: am Freitag, dem 13., und am Samstag, dem 14. September 2019, jeweils um 20 Uhr im Theater im Ballsaal (Frongasse 9, Bonn-Endenich; Karten unter 0228 797901 oder
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Autoren: Lothar Kittstein, Ahmet Sami Özbudak | Mit: Tugçe Sahin, Basak Kivilcim Ertanoglu, Hicran Demir, David Fischer, Manuel Klein, Kutay Kunt, Bettina Marugg, Andreas Meidinger, Laila Nielsen | Künstlerische Leitung: Frank Heuel, Annika Ley | Regie: Frank Heuel | Bühne, Kostüme, Video: Annika Ley | Übersetzung: Dilan Akter, Aytug Erdil | Musik: Ömer Sarigedik
Claudia Grönemeyer
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fringe ensemble
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Über das Unternehmen
fringe ensemble, 1999 gegründet von Frank Heuel. Unter seiner Leitung sind bislang knapp 100 Produktionen, Projekte und Projektreihen entstanden. Das fringe ensemble arbeitet mit einem freien und offenen Ensemble freiberuflicher, professioneller SchauspielerInnen – ergänzt durch produktionsabhängig ausgewählte MusikerInnen, VideokünstlerInnen und AutorInnen.
Für die Produktion und Präsentation unserer Stücke haben sich lokale, regionale, bundesweite und internationale Partnerschaften entwickelt, die wir kontinuierlich ausbauen.
Die zunehmend internationale Ausrichtung der künstlerischen Arbeit spiegelt unser besonderes Interesse: Der Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Stücken und Projekten im internationalen Team – mit AutorInnen, SchauspielerInnen, MusikerInnen und VideokünstlerInnen – bietet eine internationale Folie und schafft entsprechende Reibungs- und Reflexionsflächen.
Frank Heuel hat mittels eines Stipendiums der Kunststiftung NRW von 2016 bis 2018 insgesamt zwölf Monate in Istanbul verbracht, wo er zusammen mit Annika Ley, SchauspielerInnen des fringe ensemble und türkischen TheaterkollegInnen bis heute sechs Produktionen und eine mehrteilige Performance-Reihe realisierte.
Die Arbeit in Westafrika begann 2015 mit einem Projekt in Ghana. In Burkina Faso entstanden in den letzten Jahren zwei Arbeiten in Kooperation mit dem Espace Culturel Gambidi in Ouagadougou.
Im lokalen Kontext spiegelt sich die internationale Ausrichtung unserer Arbeit in Projekten mit BürgerInnen unterschiedlicher Nationen wider: Wir haben einen internationalen Sprechchor mit in Bonn lebenden Menschen aus zurzeit 13 Nationen gegründet, mit dem wir 2020 das dritte Projekt realisieren.
Die Arbeiten des fringe ensemble verbinden eine Spielweise und Ästhetik, für die der freie Umgang mit Rollenzuschreibungen, ein starker Fokus auf der Sprachbehandlung und das Aufbrechen von Erzählperspektiven charakteristisch sind. Viele der letzten internationalen Projekte zeichnen sich durch das Experimentieren mit der Mehrsprachigkeit als bewusst eingesetztem künstlerischem Mittel aus.
Das fringe ensemble ist erfolgreich in der Bewerbung seiner Projekte und wird und wurde gefördert von: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kunststiftung NRW, Stadt Bonn, Stadt Münster, Fonds Soziokultur, Fonds Darstellende Künste e.V., Goethe Institut Istanbul und Kulturstiftung des Bundes.
Mehr Informationen unter www.fringe-ensemble.de