(openPR) Die internationale Arbeit des Bonner fringe ensemble lässt sich nicht nur an seinem Spielplan ablesen. Ensemble-Leiter Frank Heuel ist daran gelegen, seine Kontakte auf verschiedenen Ebenen fruchtbar zu machen. Nun hat er mit seinem Team und in Zusammenarbeit mit dem kurdischen Autor, Regisseur und Schauspieler Mirza Metin hier in Deutschland ein kurdisch-deutsches Theater-Netzwerk mit dem Namen nexus (Verbindung) gegründet. Das vom Land NRW geförderte Projekt verfolgt einerseits das Ziel, in Deutschland lebende kurdische Theaterschaffende sichtbar zu machen, andererseits sollen deutsche und kurdische Theaterkünstler*innen in einen kreativen Austausch kommen, um gemeinsam Projekte und Kooperationen anzustoßen.
Eine mehrteilige Workshop-Reihe bildet den Auftakt für den interkulturellen, künstlerischen Dialog auf Augenhöhe. Der erste Workshop mit dem Thema „Künstlerische Heimat“ fand jetzt in Bonn unter der Leitung von Frank Heuel und Mirza Metin mit fünf kurdischen und fünf deutschen Theaterschaffenden statt. Interkulturell wurde es auch für das Publikum, das in diesem Rahmen mit „Anziehungskräfte“ eine deutsch-kurdische Koproduktion und mit „Disco Nummer 5“ eine Produktion des kurdischen Theaters Sermola Performans besuchen konnte. Letztere, ein Stück über die menschenverachtenden Verhältnisse in einem Gefängnis in Diyabakir, wurde in kurdischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln präsentiert. Die Zuschauer*innen verfolgten die mehrfach ausgezeichnete Produktion, die nun erstmals in Deutschland zu sehen war, mit großem Interesse, welches auch im nachfolgenden Publikumsgespräch zum Ausdruck kam.
Vor dem Hintergrund, dass in NRW deutschlandweit die meisten Kurd*innen leben, erscheint es folgerichtig, mit dem Netzwerk und seinen Aktivitäten von NRW ausgehend in andere Bundesländer hineinzuwirken.
Kurdische Theaterschaffende aus den Bereichen Schauspiel, Musik, Ausstattung, Regie, Dramaturgie und Text, die in Deutschland leben, können sich sowohl auf der Homepage präsentieren wie an einem der nächsten Workshops teilnehmen. Letzteres gilt in gleichem Maße für interessierte deutsche Theaterschaffende. Der zweite Workshop findet Mitte November statt. Interessenten melden sich unter
.
fringe ensemble
Claudia Grönemeyer
Goebenstr. 43
53113 Bonn
Mobil 0179 6810613
Über das Unternehmen
Das Bonner fringe ensemble existiert seit 1999 als freies Theater. Ensemble-Gründer und künstlerischer Leiter Frank Heuel hat seitdem mit seinem professionellen Ensemble über 80 Stücke, Reihen und Projekte entwickelt und herausgebracht.
Das theaterimballsaal dient dem Ensemble als Basis für die Produktion und Aufführung der Inszenierungen. Von hier aus startet das fringe ensemble zu Gastspielen: z.B. ins FFT Düsseldorf, ins Theater im Pumpenhaus Münster, in die Schaubühne Lindenfels Leipzig, die studiobühneköln oder mit den im internationalen Kontext entstandenen Stücken ins Ausland.
Seit einigen Jahren liegt ein Fokus auf der Zusammenarbeit mit Autor*innen aus dem europäischen Raum: So entstand das Projekt „Völkerschlachten“ mit neun Autoren aus neun europäischen Ländern, das 2014 in die Produktion „Vor den Hunden – Theater aus Europa“ mündete. In Zusammenarbeit mit Autor*innen aus Deutschland, Russland, Kroatien, Frankreich und der Türkei entwickelte Frank Heuel 2016 die Produktion „Macbeth over Europe“.
Das fringe ensemble adaptiert zudem Roman- und Filmstoffe für die Bühne: zuletzt „Die Pest“, 2014, und „Moby Dick“, 2015, und erarbeitet semi-dokumentarische Produktionen auf der Basis von Interviews, u.a. „Geschichten Getürkt“ für die Biennale Bonn 2007, „I Said The Things You Told Me Not To Say“, 2009, „fremdKörper“, 2016.
FRINGE ENSEMBLE INTERNATIONAL
Bereits seit 2001 arbeitet das fringe ensemble in internationalen Kontexten. Zu den ersten internationalen Projekten gehörten Arbeiten mit Partnern aus den Niederlanden, Lettland, Polen und der Schweiz. 2012 entstand u.a. die deutsch-polnische Produktion „Niemands Land / Ziemia niczyja“ zusammen mit Schauspieler*innen des Teatr Powzechny in Warschau und 2015 das deutsch-ghanaische Projekt „Black Water“, das zunächst in Bonn und 2016 in Cape Coast / Ghana gezeigt wurde. Von Anfang 2016 bis 2018 entwickelte Frank Heuel im Rahmen des Artist-in-Residence-Stipendiums der Kunststiftung NRW in Istanbul ein Netzwerk aus Theaterkünstler*innen und Theatern, mit denen er bisher fünf Produktionen entwickelt hat, die auch in Deutschland zu sehen sind. In diesem Jahr entsteht in Ouagadougou das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt „Gold“.
KÜNSTLERISCHE ARBEITEN IM INTERKULTURELLEN BEREICH
Seit 2014 entwickelt das fringe ensemble interkulturelle Projekte. In „Aufbrüche“ waren junge Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern beteiligt, die von Abschiebung bedroht waren. Im Projekt “Un-flüchtig“ hat das Ensemble mit nach Bonn geflüchteten Syrer*innen verschiedene Themen der Flucht und des Ankommens bearbeitet. Mit Schüler*innen, die erst kurze Zeit in Deutschland sind, entstanden 2017 Jahr die Projekte „friends“ und „Spiel_Raum_Zukunft / unser Haus“. Der im selben Jahr gegründete Internationale SprechChor Bonn bringt in diesem Jahr seine zweite Produktion heraus.
www.fringe-ensemble.de
Das fringe ensemble wird gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bonn. Zudem wurden die letzten internationalen Projekte von der Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Stadt Münster, Stadt Leipzig, Bürgerstiftung Leipzig und dem NRW KULTURsekretariat gefördert.