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Digitalisierung & Mensch im Fokus „Workshop Digitalisierung in der Pflege“

29.08.2019 • 10:25 Uhr • Gesundheit & Medizin
Bild: Digitalisierung & Mensch im Fokus „Workshop Digitalisierung in der Pflege“
Workshop in der Pflege: Warum das Projekt digitaler Wandel gelingen kann.
Workshop in der Pflege: Warum das Projekt digitaler Wandel gelingen kann.

(openPR) Mit dem Workshop digitaler Wandel in der Pflege starten: Warum das Projekt gelingen kann

Im Workshop: Mit Weitblick planen und detailgenau Aufgaben und Ablauf definieren

Wie immer liegen die Aufgaben in Details und Gegebenheiten vor Ort. Wie gut performen die verfügbaren externen IT Partner? Liefern sie zufrieden stellende Leistungen oder müssen sie durch einen neuen intern Mitarbeiter ergänzt und abgefedert werden? Wie steht es um die Telefon- und Entertainment Anbindung? Gibt es ausreichend Bandbreite beim Mobilfunk? Und wie reagieren Sie auf die flächendeckende und verbindliche Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) – sehen Sie darin Chance oder Kosten? Haben Sie heute ein Klientel, das Ihre Investitionen rechtfertigt? Ob wir wollen oder nicht, wir müssen uns auch mit dem Thema ‚Dreiklassen-Pflege‘ auseinandersetzen.



Workshop digitaler Wandel in der Pflege

Bevor die Unternehmensführung stationärer wie ambulanter Pflegeeinrichtungen mit einem Lastenheft zu einem IT-Dienstleiter gehen kann (Lastenheft = Sammlung der eigenen Vorstellungen), muss klar sein, wohin Team und Einrichtung sich entwickelt wollen. Dafür biete ich, Ralf Hasford, Businessmoderator aus Berlin, den „Workshop Digitalisierung in der Pflege“ an. (Digitaler Wandel = Einsatz digitaler Technik bei der alltäglichen Arbeit / bei der Unterstützung von Arbeitsprozessen).

Mit dem ‚Sofortprogramm Pflege‘ hat das Bundesministerium für Gesundheit dazu eine Unterstützung der Umsetzung geschaffen. Es ist ein Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals / Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

„… vorliegenden Erfahrungen zeigen, dass besonders in den Bereichen der Pflegedokumentation, Abrechnung von Pflegeleistungen, Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflegeheimen sowie Dienst- und Tourenplanung digitale Angebote enorm entlasten können. … Mit dem Ziel, Fachkräfte in der Pflege zu entlasten, unterstützt die Pflegeversicherung daher über eine 40-prozentige Ko-Finanzierung einmalig die Anschaffung von entsprechender digitaler oder technischer Ausrüstung durch ambulante oder stationäre Pflegeeinrichtungen mit bis zu 12.000 Euro. Insgesamt können somit Maßnahmen im Umfang von bis zu 30.000 Euro je Einrichtung finanziert werden.“ Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/sofortprogramm-pflege.html

Hasford führt aus: „Doch ein Gesetz regelt weder den Bedarf noch gewährt es einen Überblick zu bestehenden Lösungen. Meine Präsentation zu Beginn des Workshop allerdings schon.“

Zielgerichtet konkrete Ergebnisse im Workshop erarbeiten

Es gibt jedoch mehr als die vom BMfG benannten Richtungen. Auch wenn das Bild vom humanoiden Roboter (Roboter mit äußerlicher Menschenähnlichkeit) durch die öffentlichen Debatte über fehlende Pflegekräften entstehen konnte, so fordert der Alltag jedoch andere Dinge. Welche das z.B. für einen Pflegeanbieter in Thüringen sind, konnte ich in meinem Workshop „Digitalisierung in der Pflege“ in der vergangenen Woche mit den geschäftsführenden Inhaberinnen und leitenden Angestellten der Organisation erarbeiten. Ich lasse sie an den Ergebnissen des Workshops teilhaben. Hier die Kurzfassung:
· Dokumentation, Austausch, Akteneinsicht – alltägliche, mobile Unterstützung aller Mitarbeiter*innen
· Mobilisierung der Bewohner*innen bzw. der ambulant zu Pflegenden mit App. / iPad
· ‚Schnelle‘ und ‚volumenstarke‘ Internet-Anbindung sowie hausweites WLAN
· Einrichtung eines Arbeitsplatzes für interne IT-Unterstützung (inkl. interne Aus- und Weiterbildung und Begeisterung der Mitarbeiter*innen)
· Einbinden aller Mitarbeiterinnen

Pflege bedeutet: Mensch im Mittelpunkt

Beim digitalen Wandel in der Pflege gilt der wichtigste Blick zu den Menschen, die direkt oder indirekt beteiligt werden. Sie stehen in einem komplexen Rollen- und Beziehungsgefüge und gerade die zwischenmenschliche Beziehungen haben dabei tiefgreifende Bedeutung. Gleichzeitig können sie aber auch zu einem großen Spannungsfeld werden.

Daher stelle ich schon zu beginn meines Workshops ‚Digitalisierung in der Pflege‘ die wesentliche Faktoren vor: die drei Dimensionen des digitalen Wandels.
· Vermögen – Wir könnten es einsetzen, denn …
· Akzeptanz – Alle freuen sich auf den Einsatz, denn …
· Einsatz – Alle setzen es tagtäglich ein, denn …

Dabei gibt es immer zwei Ebenen zu betrachten: a) die zwischenmenschliche und b) die monetäre. Denn beide Ebenen weisen Spannungsfelder auf. Diese ergeben sich aus der Notwendigkeit von:
· Einsatzfähige Systeme mit Verträgen, Technik und Kommunikationsnetzen.
· Geschultes Personal mit allen Unterlagen, Trainings, Nachweisen und der dazu notwendigen Zeit.
· Nachhaltiges Bedienerwissen mit Informations- und Wissensmanagement.
· Dauerhafte Bereitstellung, Monitoring, Nachführung der Ressourcen.
· Updat / Upgrad von Technik und Wissen
· Erfolgskontrolle und Weiterentwicklung der Maßnahmen

Fokus-Themen digitaler Wandel in der Pflege

Ja, alle Bereiche von Gesundheitswesen und Pflege stehen vor den Herausforderungen des digitalen Wandels. Dabei müssen Technologien dreier Grundrichtungen Betrachtung finden: Intelligente Technik, Systeme zum Monitoring, Informations- und Kommunikationstechnologien. Technologie alleine ist aber noch lange nicht zielführend. Erst die Vernetzung der drei Technologiebereiche wird den dringend erwünschten und notwendigen Mehrwert für die Pflegeanbieter wie auch die zu Pflegenden bieten. In der Pflege werden wir uns daher auf vier ‚digitale Fokus-Themen‘ konzentrieren:
· Elektronische Dokumentation
· Telecare / Telemedizin
· Robotik
· Technische Assistenz

Prognose zu den Fokusthemen in der digital unterstützten Pflege

An dieser Stelle will ich eine richtungsweisende Aussage treffen. Sie flossen ebenfalls in meinen Workshop als wichtige und steuernde Impulse mit ein und spiegeln die aktuelle Diskussion in Verbänden und auf Konferenzen sowie die aktuellen Forschungsergebnisse wider. Auch berücksichtigte ich darin die gegenwärtige Verfügbarkeit von spezifischen Soft- und Hardware Angeboten. Innovative Iden aus Start-up-Unternehmen sind genauso präsent, wie die Angebote von Siemens und Telekom. Ausgang ist immer die Hoffnung auf ‚mehr Effizienz und verringerter Aufwand‘.

Aktive Unterstützung von der Dokumentation bis zur körperlichen Arbeit

Die elektronische Dokumentation wird in Krankenhäusern, Pflegeheimen und bei ambulanten Diensten immer mehr zum Standard. Unverzichtbare Informationen, Nachweispflicht, anwachsende Datenmengen und die notwendige Effizienzsteigerung im tagtäglichen Einsatz lassen keinen anderen Schluss zu. Eine bessere Pflege bedeutet heute, ambulant die Zeit zu Hause auszudehnen und stationär mehr Zeit mit den Bewohnern zu verbringen. Die Anforderung nach ständiger Verfügbarkeit relevanter Daten wie Dienst- und Schichtplan, Pflegedokumentation, Gesundheitsdaten und Wundbehandlung stehen gleichrangig mit der unkomplizierten Erfassung der Gesundheits- und Arbeitsdaten zur Dokumentation. Austausch im Team und darüber hinaus mit Ärzten und Therapeuten sollten dabei ebenfalls unterstützt werden. Selbstverständlich sind der sichere und schnelle Zugriff auf die Daten, abhängig von Rolle und Arbeitsaufgabe in der Organisation. So benötigen und erzeugen Pflegemitarbeiter, Pflegekraft und Betreuungskraft unterschiedliche Informationen und das gilt erst recht, wenn wir auf die Arbeit der Teamleitung und Verwaltung schauen. Zum Schluß müssen aber alle eingebunden werden. In der Vernetzung der Daten und dem vom Medienbruch befreitem Austausch finden wir die größten Vorteile der elektronischen Pflegedokumentation. Sehr schnell wird es zu einer Verbindung mit dem zweiten Bereich kommen.

Telecare / Telemedizin verbindet Menschen

Jedoch sind die Perspektiven von Telecare / Telemedizin in Deutschland noch uneindeutig. Besondere Probleme stellen hier die Refinanzierung sowie den verbindlichen Einsatzszenario als Notfallsystem. Die Kosten entstehen durch aufwendige Technologie wie etwa der KI gebundenen Auswertung der Gesundheitsdaten. Dagegen werden sprechstunden- und arztunabhängige Systeme mit personalisierten Informationsangebote für Bewohner von Pflegeeinrichtungen und zuhause lebenden Pflegebedürftigen dringend benötigt. Doch auch hier ist die Frage nach Finanzierung / Refinanzierung noch offen. Deutlich einfacher ist es bei Systemen die eine Aussenkommunikation unterstützenden, wie etwa den Austausch mit Angehörigen oder Ärzten. Ob als Tablett oder festinstallierter Monitor mit Touchsystem, sie werden von bewegungseingeschränkten, wie auch dementen Personen sehr schnell akzeptiert. Ein großen Gewinn bieten diese Systeme erst recht, wenn durch Bewegung, Spiele, Gesang und sogar Gruppenaktivitäten unterstützt werden. Nahtlos geht es in den Bereich der Assistenz.

Technische Assistenz bedeutet auch: Daten regeln es im Hintergrund

Die technische Assistenz kann dazu beitragen, die pflegerische Arbeit effizienter zu steuern, weil ‚im Hintergrund‘ Daten generiert und verarbeitet werden. Lichtsysteme, Sensorikmatten aber auch sprach- und gestengesteuerte Systeme mit künstlicher Intelligenz bieten dabei nicht nur im perfektem Smart-Home eindeutige Vorteile für Pflegende wie Gepflegte.

Dagegen gibt es im Bereich der Robotik heute kaum marktreife Produkte zu sehen. Ein hohes Potential zeichnet sich jedoch bei Modellprojekten ab. Autonom agierende Hebehilfen bzw. Mitarbeiter*innen mit Exoskelett erweitern sinnvoll das Portfolio herkömmlicher Hilfsmitteln zur Verringerung von Belastungen des Muskel-Skelett-Apparates in ausgewählten Arbeitssituationen. Auch der Einsatz fahrerlose Transportsysteme zum automatisierten Transport von Essen, Wäsche, Sterilgütern oder Medikamenten kann ein sinnvolles und wünschenswertes Einsatzszenario sein.

http://hasford.de/pflege-mensch-und-digitalisierung/

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