(openPR)
16. November 1995: 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO unterzeichnen feierlich die Erklärung der Prinzipien zur Toleranz. Seither erinnert die UNESCO mit einem Gedenktag an jene Regeln, die ein menschenwürdiges Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und Religionen auf unserem Planeten erst möglich machen.
"Ich heiße Sad, ich bin 30 Jahre alt, und ich bin ein Stück Scheisse."
Mit diesen Worten beginnt der Berliner Schauspieler Jörg Tewes seine Vorstellung nein, nicht im Theater, sondern in Klassenzimmern quer durch Deutschland. Vor Berufsschülern und Gymnasiasten spielt er den arabischen Blumenhändler Sad, der illegal hier lebt und Zielscheibe von Anfeindungen wird. Doch statt sich zu wehren gibt Sad denen, die ihn hassen, Recht. "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!und lockt die Schüler aus der Reserve und fordert zum Mitmachen auf. In Lendentuch und Turban, mit Baseballschläger und Räucherstäbchen in der Hand reißt der Schauspieler die verblüfften jungen Zuschauer in die Welt seiner Figur. Immer weiter treibt Sad seine primitiven Selbstbeschuldigungen, bis er am Ende brutal auf sich selber einschlägt.
Da kann es vorkommen, dass ein türkisches Mädchen aus Mitleid in Tränen ausbricht oder ein deutscher Berufsschüler sich in der Diskussion als Neonazi outet.
180 Auftritte an Schulen in Ost und West hat Tewes bisher hinter sich gebracht. Anfang November steht ihm ein besonders harter Einsatz bevor: An mehreren Berufschulen in Mecklenburg-Vorpommern wird er auftreten. In Städten, wo rechte Parteien teilweise über 30% der Wählerstimmen bei Landtagswahlen holen. Der 16. November, ein Gedenktag? Für Tewes ist es ein Tag wie jeder andere im Jahr: ein Einsatztag für mehr Toleranz.













