(openPR) Die Nordsee-Stadt Emden macht sich fit für die Zukunft. Und zwar nicht erst seit der Entscheidung von VW, am Standort in Ostfriesland nur noch E-Fahrzeuge zu bauen.
Allerdings hat der VW-Beschluss im November die Verantwortlichen in Wirtschaft, Hochschule und Politik veranlasst, aufs Tempo zu drücken: Ein Konzept für ein neues Wirtschaftssystem ist im Aufbau, mit dem Ziel, Neuansiedlungen von Unternehmen zu forcieren und junge Fachkräfte mit einem hervorragenden Infrastrukturangebot und familienfreundlichen Wohnortbedingungen anzulocken. Der Strukturwandel ist bereits spürbar: In Sachen Digitalisierung ist Emden im Vergleich zu anderen Städten vorbildlich und ein smarter Industriepark mit attraktiven Konditionen steht seit Sommer letzten Jahres bereit. Mit Entscheidern aus der Region ist die Stadt nun dabei, ganz verschiedene Lösungen zu entwickeln, um den mit der VW-Entscheidung verbundenen erwarteten Arbeitsplatzabbau zu kompensieren und ganz neue Branchen nach Emden zu holen. „Wir werden das Steuer der Entwicklung in der Hand behalten“, sagte Bornemann.
„Emden und damit ganz Ostfriesland kann Modellregion für E-Mobilität werden. Das setzt aber voraus, dass wir hierfür ab sofort die notwendige Infrastruktur schaffen“, betonte der IHK-Präsident für Ostfriesland und Papenburg, Dr. Bernhard Brons. Außerdem müssten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit eine Batteriezellenfertigung nach Ostfriesland geholt werde. „Wir haben eine Vielzahl hochqualifizierter Industriefachkräfte und mehr Erneuerbare Energien als wir selbst verbrauchen können“. Bereits heute können die Emder mit einer Reihe von Standortvorteilen punkten:
Erfolgsfaktor Digitalisierung
Während über die Hälfte der Städte über Digitalisierung nur redet, hat Emden schon geliefert. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Haselhorst Associates unter 394 Städten kommt Emden auf Platz 19: Emden ist als einzige Stadt bereits vor zwei Jahren mit einem Gesamtkonzept angetreten und setzt dieses bereits um. Alle wichtigen Lebensbereiche sollen berücksichtigt werden. Stadtwerke-Chef Manfred Ackermann gilt als der Treiber der Digitalisierung. Er sagt: „Profitieren sollen die Bevölkerung und die Wirtschaft gleichermaßen.“ Dass das Konzept erfolgsversprechend ist, zeigt auch das Interesse von Technologiekonzernen. Seit eineinhalb Jahren sitzt Siemens mit im Boot.
Geschäftsführer Ackermann bezeichnet die Entscheidung von VW als „Glücksfall für Emden“. „Dadurch besteht die Möglichkeit, neben dem Bereich Automotive ein komplett neues Wirtschaftsmodell in der Stadt aufzubauen. Die Überlegungen zu einer intelligenten Energiestadt, in dem regenerative Energieerzeugung und Verbrauch intelligent ausgeglichen werden, bekommen einen enormen Impuls. Wir müssen jetzt mit Hochdruck sicherstellen, dass wir in den nächsten Jahren das Werk mit Grünstrom versorgen. Nur so lassen sich CO2neutral E-Fahrzeuge herstellen.“ Ackermann ist angesichts einer installierten Windleistung onshore von über 120 MW im Emder Stadtgebiet optimistisch, dass dies gelingen wird. „Nicht zu vergessen, der Offshore-Windstrom, der auch in Emden anlandet. Emden ist für E-Mobilität damit prädestiniert“, so der Geschäftsführer der Stadtwerke Emden.
Erfolgsfaktor Industriepark
Die zweite Trumpfkarte, die die Emder spielen, ist der 100 Hektar große Industrie- und Gewerbe-Campus mit dem Zuliefererpark. Für potenzielle Investoren, die sich in Emden neu ansiedeln, sollen Mehrwerte geschaffen werden: Der Geschäftsführer der Tochtergesellschaft der Stadt, Zukunft Emden, Bernd Bureck, will mit dem Industrie- und Gewebecampus Unternehmen die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen“, mit gleichgesinnten Jung-Unternehmern genauso wie mit etablierten Unternehmen vor Ort und der Hochschule Emden/Leer.
Einer der Standortvorteile, mit dem Emden wirbt, ist die Anbindung an Autobahn, Eisenbahn, Seehafen und Flughafen in unmittelbarer Nähe zum Volkswagenwerk.
Für potenzielle Unternehmen interessant ist auch, dass die Stadtwerke gerade ein flächendeckendes LoRaWAN Netz in Emden flächendeckend aufbauen. Damit kann sämtliche Sensorik angefangen bei Parkplätzen bis zu Mülleimern ausgelesen, erfasst und gesteuert werden. Das LoRaWAN Netz zeichnet sich dadurch aus, das geringe Bandbreiten genutzt werden, aber eine hohe Reichweite hat und günstiger als ein Mobilfunknetz ist. Internet der Dinge IoT ist ein weiteres Stichwort: Spannend für die Nutzer des Industrieparks ist auch, dass durch eine Kooperation der beiden städtischen Töchter – Stadtwerke Emden und Zukunft Emden - Unternehmen das Betriebssystem nutzen können, das die Stadtwerke für die Digitalisierung angeschafft hat.
Im hochmodernen Wirtschaftspark am Rande der Nordsee-Stadt ist derzeit THE HUB Emden auf rund 6 Hektar am Entstehen. In einem ersten Gebäudekomplex werden Räumlichkeiten und hochprofessionelle Informations-, Beratungs- und Umsetzungsplattformen für Unternehmen gemeinsam mit der Hochschule angeboten. THE HUB Emden ist vom Konzept her ähnlich angelegt wie der EUREF-Campus in Berlin, der sich binnen weniger Jahre zu einem schlagkräftigen Zentrum von jungen Unternehmen der Energiebranche entwickelt hat. Auch das Modell Emden lässt bereits die Start-up-Szene aufhorchen. Vielversprechend sind erste Kooperations-Pläne mit jungen Unternehmen aus den Niederlanden. „Die beiden ersten Startup-Weekends Ostfriesland im vergangenen und diesemJahr waren ein großer Erfolg. Erste Firmengründungen gab es bereits daraufhin. Deshalb wird dies auch zukünftig eines unserer dynamischen Angebote für die Herausforderungen darstellen, die wir an unserem Standort meistern wollen“, so Bernd Bureck von der Zukunft Emden GmbH.











