(openPR) Immer wieder fragen sich junge Frauen, auf was sie mit ihrem Krampfaderleiden in der Schwangerschaft achten müssen und ob Krampfadern in dieser doch so schönen Zeit nicht vielleicht sogar gefährlich sind?
Die gute Nachricht dazu lautet: nein - wenn einige Verhaltensmaßnahmen beachtet werden.
Krampfadern können vorbeugend entfernt werden
Beginnen wir beim Kinderwunsch: Dieser braucht durch ein bestehendes Krampfaderleiden der Frau nicht beeinflusst werden, da Krampfadern in aller Regel eine Schwangerschaft oder die Gesundheit des Babys nicht gefährden. Besteht bereits ein Krampfaderleiden, insbesondere der relevanten Stammvenen am Bein, kann gemeinsam mit dem Arzt darüber nachgedacht werden, dieses vor einer Schwangerschaft zu sanieren, um einer Verschlechterung des Befundes und den damit einhergehenden Beschwerden während der Schwangerschaft vorzubeugen. Dabei können alle gängigen Therapieverfahren beim Krampfaderleiden zum Einsatz kommen, da keines davon Einfluss auf eine spätere Empfängnis oder den Verlauf der Schwangerschaft hat.
Keine invasive Therapie während der Schwangerschaft
Besteht bereits eine Schwangerschaft und die bekannten Varizen verschlimmern sich oder neue Krampfadern treten auf, sollten jedwede invasive therapeutische Maßnahmen wie Sklerosierungen – auch nicht von Besenreisern (!) - oder offenes bzw. endovenöses Operieren zum Schutze des ungeborenen Lebens unterbleiben. Einzige Ausnahme: es liegt eine schwer stillbare Blutung aus einer geplatzten Krampfader am Knöchel oder Fuß und damit ein Notfall vor. Dies ist aber per se bei werdenden Müttern ein äußerst seltener Fall und betrifft nahezu ausschließlich ältere Patienten mit einem jahrzehntelang bestehendem Krampfaderleiden. Eine normale Krampfader hat – auch in der Schwangerschaft – kein erhöhtes Risiko für ein Platzen oder Bluten.
Wie bereits erwähnt kann es im Laufe der Schwangerschaft selbst zur Neubildung von Krampfadern oder aber zu einer Verschlechterung des vorbestehenden Befundes kommen. Gerne treten neue Besenreiser oder aber Krampfadern auf der Innenseite des Oberschenkels oder auch an den Schamlippen auf. Die werdende Mutter ist dann oftmals besorgt und fürchtet sich vor einer Thrombose.
Für dieses Phänomen der Neubildung oder Verschlimmerung von Krampfadern existieren zwei Erklärungsmodelle, die allerdings beide nicht bewiesen sind:
1. Durch den erhöhten Druck im Bauchraum durch das ungeborene Baby staut sich das Blut in die Beine zurück und führt damit zu einer Erweiterung der dann sichtbaren Venen.
2. Die hormonelle Umstellung bewirkt ein Weichwerden des gesamten Bindegewebes, um dem Baby Platz im Bauchraum der Mutter zu schaffen und den späteren Geburtsvorgang zu ermöglichen. Die Hormone wirken aber auch auf das Bindegewebe der Venenwand und führen somit zu deren Erweiterung.
Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft
Vorbeugend können und sollten daher in dieser Zeit Oberschenkel-Kompressionsstrümpfe oder spezielle Kompressionsstrumpfhosen für Schwangere getragen werden. Diese helfen, Beschwerden im Sinne eines Schwere- oder Stauungsgefühls in den Beinen oder auch einen Juckreiz zu lindern. Gleichzeitig wird durch die Kompression von außen der Blutfluss in den Venen beschleunigt und damit einer Thrombosegefahr vorgebeugt. Und zu guter Letzt kann die Kompression einem Voranschreiten der Krampfaderbildung entgegenwirken.
Wichtig ist aber auch, die Beine tagsüber immer wieder einmal hochzulegen und damit zu entlasten. Auch das verschafft Erleichterung bei Stauungsbeschwerden und verbessert den Rücktransport des Blutes aus den Beinen.
Werdende Mütter mit einem erhöhten Risiko für eine Thrombosebildung in den Bein- und Beckenvenen (z. B. weil bereits in früheren Zeiten eine Thrombose aufgetreten war oder aber aufgrund einer vererbten Veranlagung zur Gerinnselbildung) sollten vorbeugend in Rücksprache mit ihrem betreuenden Gynäkologen Heparin zur Blutverdünnung in die Bauchdecke spritzen. Heparin ist nicht plazentagängig und somit für das ungeborene Baby nicht gefährlich.
Während der Zeit des Wochenbettes sollten junge Mütter auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Bewegung und ein häufiges Hochlegen der Beine achten.
Die Zeit nach Geburt und Stillphase
Eine Behandlung des Krampfaderleiden sollte aber auf jeden Fall auf die Zeit nach der Schwangerschaft und dem Abschluss der Stillphase verschoben werden – wenn es dann überhaupt noch notwendig ist. Jedenfalls können dann wieder alle Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Aber oftmals ist dies dann gar nicht mehr notwendig, da die Krampfader verschwunden ist. Einmal erweiterte Venen haben nämlich auch die Fähigkeit zur Regeneration und Wiedererstarkung der Venenwand und so bilden sich viele Besenreiser oder auch Krampfadern einige Monate nach der Entbindung wieder komplett zurück oder erlangen wieder ihre normale Funktion. Dies kann dann neben dem körperlichen Erscheinungsbild auch in einer Ultraschalluntersuchung der Venen sowie in einer Venenfunktionsprüfung (z.B. Licht-Reflexions-Rheografie) nachgewiesen werden.
Einfache Empfehlung für werdende Mütter
Zusammengefasst gibt es also eine einfache Empfehlung für Frauen mit Kinderwunsch:
1. Vor einer Schwangerschaft können Varizen mit allen gängigen Verfahren saniert und deren vorbeugende Behandlung zur Verhinderung von Beschwerden mit dem behandelnden Arzt diskutiert werden.
2. Während der Schwangerschaft sollten alle invasiven Behandlungen mittels Verödung bzw. operativer oder endovenöser Therapie unterbleiben.
3. Nach Abschluß der Stillphase sind alle gängigen Therapieverfahren wieder erlaubt aber möglicherweise nicht mehr notwendig.
Auf jeden Fall helfen unterstützende physikalische Maßnahmen wie Kompressionsstrümpfe, viel Bewegung und häufiges Hochlegen der geschwollenen Beine durch diese schöne Zeit.
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