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Bessere Gesundheitsversorgung mit weniger Krankenhäusern?

13.08.201910:01 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Bessere Gesundheitsversorgung mit weniger Krankenhäusern?
Initiatoren der Kampagne
Initiatoren der Kampagne "Was ist eine Praxisklinik"

(openPR) Ja, wenn zeitgleich das Praxisklinik-Modell ausgebaut wird

In den vergangenen Wochen schlug eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung hohe Wellen. Die Autoren der Studie beschäftigten sich darin mit der Zukunftsfähigkeit der Krankenhausversorgung in Deutschland. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass durch eine deutliche Reduzierung der Krankenhauszahl von derzeit 1400 auf unter 600 eine bessere Versorgungsqualität für die Patienten möglich sei. Ihr wichtigstes Argument: Nur in ausreichend großen Krankenhäusern könne eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten gesichert werden.
Es dauerte nicht lange, bis die Autoren der Studie unter Beschuss gerieten. Das ist in Deutschland immer der Fall, wenn es jemand wagt, gegen die die bestehende Krankenhausstruktur zu argumentieren. So wurde den Experten der Bertelsmann-Stiftung unter anderem ein Interessenkonflikt unterstellt, da Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, gleichzeitig auch Mitglied des Aufsichtsrats der Rhön-Privatkliniken AG sei. Und genau diese Kliniken würden von einer Schließung öffentlicher Krankenhäuser finanziell profitieren.
Natürlich wirft eine solche Konstellation einen Schatten auf die Studie. Der Verweis darauf verhindert jedoch, dass man sich mit der Studie inhaltlich auseinandersetzt. Tut man dies, merkt man schnell, dass sehr viel für die Einschätzung der Experten spricht, denn eigentlich ist der Hinweis auf die vielen zu kleinen Krankenhäuser in Deutschland ein alter Hut. Schon seit Jahren verweisen Gesundheitsexperten weltweit darauf, dass Krankenhäuser mit weniger als 300 Betten nicht rentabel arbeiten können. Doch ausgerechnet die Zahl von Krankenhäusern mit weniger als 50 Betten hat in Deutschland in den letzten 20 Jahren sogar noch zugenommen. Das Ergebnis: 2017 schrieb jedes dritte Krankenhaus in Deutschland rote Zahlen.
Hinzu kommt, dass eine hohe Zahl an Krankenhausbetten kein Garant für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten ist. Im Gegenteil: Obwohl Deutschland in Europa die meisten Krankenhausbetten pro Einwohner hat, liegen Länder mit weniger Krankenhausbetten im Health Care Index, der die Qualität der medizinischen Versorgung bemisst, vor Deutschland. Auf genau dieses Phänomen verweisen auch die Experten der aktuellen Krankenhaus-Studie. Zwar könne man ein nahes Krankenhaus schneller erreichen, fehle es dort aufgrund begrenzter finanzieller Mittel jedoch an Fachärzten sowie modernem medizinischen Gerät, leide die Qualität der Patientenversorgung zwangsläufig.
Doch wie sieht die Lösung aus diesem Dilemma aus? Genau dafür setzen sich seit Jahren die Deutsche Praxisklinikgesellschaft sowie die Initiative WasIstEinePraxisklinik.de ein. Sie plädieren seit Jahren für einen Ausbau des sogenannten Praxisklinikmodells, mit dem einerseits eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten sichergestellt werden könne, während sich andererseits die Krankenhäuser wieder auf ihre Kernkompetenz, die Notfallversorgung, konzentrieren könnten.
Durch den medizinischen Fortschritt können in Praxiskliniken heutzutage immer mehr Operationen, für die man früher zwingend stationär im Krankenhaus aufgenommen werden musste, durch einen Facharzt ambulant durchgeführt werden. Aufgrund ihrer Ausstattung mit einer kleinen Zahl an Betten sind Praxiskliniken jedoch sogar in der Lage, sogenannte krankenhausersetzende Operationen durchzuführen. Bei diesen Operationen bleibt der Patient zur besseren Nachsorge für einen kurzstationären Aufenthalt in der Praxisklinik.
Für Patienten bietet die Behandlung in einer Praxisklinik zahlreiche Vorteile: Da wäre die Behandlung durch einen Facharzt, der auch die Diagnose gestellt hat und sich um die Nachsorge kümmert. Praxiskliniken ermöglichen einen besseren Pflegeschlüssel, der sicherstellt, dass sich das Personal wirklich um die Patienten kümmern kann. Es gibt mehr Komfort als in vielen Plankrankenhäusern sowie eine Ausstattung mit modernen medizinischen Geräten.
Dass sich Praxiskliniken nicht schon längst als DER Wettbewerber gegenüber den vielen kleinen Krankenhäusern beweisen können, liegt vor allem an der Blockadehaltung des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen. Dieser verweigert seit Jahren eine eigentlich gesetzlich festgeschriebene Gebührenverordnung, die es Patienten ermöglicht, sich ohne bürokratische Hürden für die Behandlung in einer Praxisklinik zu entscheiden.
Hinzu kommt, dass man mit der Etablierung der Praxiskliniken die bisherige strikt Trennung von ambulantem und stationären Sektor im deutschen Gesundheitsmarkt aufbrechen müsste. Denn noch immer stecken im hiesige Gesundheitssystem zahlreiche finanzielle Anreize für Krankenhäuser, Patienten für eine Mindestdauer aufzunehmen, obwohl dafür keineswegs immer medizinische Gründe vorliegen. Doch den Verlust genau dieser Privilegien fürchtet die Krankenhauslobby und kämpft dagegen an. Kein Wunder also, dass auch die aktuelle Bertelsmann-Studie sofort wieder in Misskredit gebracht wird.
Die Verlierer dieses Machtkampfes sind am Ende die Patienten, die zum einen unter der mangelnden Versorgung leiden und am Ende als Steuerzahler auch noch finanziell für die Verluste der defizitären Krankenhäuser einstehen müssen. Man darf gespannt sein, wann sich das Gesundheitsministerium endlich nicht mehr von Krankenhauslobby die Arbeitsagenda diktieren lässt und stattdessen das Patientenwohl ohne Wenn und Aber in den Vordergrund stellt.
Mehr Informationen zur Initiative WasisteinePraxisklinik.de finden Sie auf unter https://www.wasisteinepraxisklinik.de

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