(openPR) Taiwan hat eine Geschichte voller Abwechslung und Fremdherrschaft. Dies ist heute nicht anders, der Inselstaat wird in vielen Ländern der Welt immer noch nicht als souveräner und eigenständiger Staat anerkannt. Taiwan liegt in der Nähe von China und dieser riesige Staat übt einen enormen Einfluss auf Taiwan aus.
Über diese alles andere als alltägliche Beziehung hat der Repräsentant von Taiwan, Shieh Jhy-Wey, mit den Teilnehmern der 64. Young Leaders Akademie geredet. Shieh Jhy-Wey darf jedoch nicht Botschafter genannt werden, da es andernfalls zu Problemen mit der chinesischen Regierung kommen könnte. Jhy-Wey hat die Beziehung zwischen den zwei Ländern ganz kurz und knapp mit einem Wort beschrieben, nämlich mit dem Adjektiv „großartig“. Dieses Wort bedurfte aber einer kurze Erklärung, Herr Shieh Jhy-Wey teilte dieses Adjektiv in die zwei Wortstämme auf und wies sie den zugehörigen Ländern zu. „China ist groß und Taiwan ist artig“, erklärte er uns, wodurch die unterdrückende Rolle von China sofort klar wurde und wir so ganz schnell auf die aktuelle angespannte politische Lage von Taiwan zu sprechen kamen.
China und auch andere Staaten sind immer noch an der Meinung, dass Taiwan zu der chinesischen Kultur gehört und somit ein Teil das chinesische Territorium ist beziehungsweise wieder sein sollte. Taiwan fiel erst nach dem zweiten Weltkrieg an China, davor stand es unter der Kontrolle des japanischen Kaiserreichs. Diese Fremdherrschaft wurde erst mit der Ausrufung der chinesischen Volksrepublik abgelöst, diese ging jedoch auch nicht ganz in die richtige Richtung. Nach 1949 regierte eine kommunistische Partei unter einer Einparteienherrschaft über mehrere Jahrzehnte. Die Taiwaner erkämpften ihre Freiheit und Demokratie Stück für Stück. Mit der Zurückdrängung der kommunistischen Unterdrücker und mit einem hohen Wirtschaftswachstum leben sie heute unter Bedingungen, die mit unseren europäischen Standards zu vergleichen sind. Die hart erkämpfte Freiheit sowohl in der Politik als auch im Alltag wird bei uns als selbstverständlich wahrgenommen, weil unsere Privilegien, wie faire, geheime und freie Wahlen, nicht tagtäglich vom viel stärkeren Nachbarland bedroht werden.
Die Bedrohung Taiwan seitens China ist aber längst nicht ein lokales Problem, bei welchem wir wegschauen dürfen getreu dem Motto: „Das betrifft uns eh nicht“. China hat einen enormen wirtschaftlichen Einfluss auf Europa, wodurch es eine Abhängigkeit der Märkte erreicht hat und so die europäischen Staaten erpressen kann. Diese Machtposition nimmt verstärkt zu. Taiwan steht in Ostasien als Vertreter und Ausüber der westlichen Demokratie alleine da und die vollständige Integration Taiwans in den Volksrepublik China würde den Verlust der demokratischen Werte mit sich bringen und bedeuten, dass die Jahrzehnte andauernde Kämpfe doch nichts gebracht haben. Taiwan steht heute noch als Symbol für Hongkong und Tibet und zeigt, dass man es schaffen kann.
In der jetzigen Situation wird aber Taiwan auf die Hilfe von mächtigeren Staaten angewiesen sein. Das Staatsoberhaupt bedrohte den Inselstaat offen und gegen einen möglichen Angriff könnte der kleine Staat alleine nichts unternehmen.
Boglarka Kadar


