(openPR) Das Landeslabor Berlin-Brandenburg ist als Generalübernahmeprojekt realisiert worden. Die Besonderheiten dieser Vergabeart, die Herausforderungen für die Planung und den Nutzer sowie die Umsetzung bis zum Nutzereinzug werden in den Vorträgen und Diskussionen des diesjährigen Forum Laborbau ausgiebig behandelt. Der Laborrundgang durch die funktionierenden Labore ermöglicht den persönlichen Eindruck vom Projekt und dem realisierten Qualitätsniveau. Die Teilnehmer können die Vor- und Nachteile einer Umsetzung mit Totalunternehmer an einem praktischen Beispiel nachvollziehen.
Das gesamte Programm finden Sie auf www.laborbau.de.
Tag 1: 26.09.2019
10:00 Uhr: Begrüßung (Dr. Heinekamp)
10:15 Uhr: Herausforderungen und Erfolgsfaktoren aus Nutzersicht (Buchholz)
Der Nutzer muss Anforderungen definieren, ohne durch Vorgaben einzuschränken. Er muss neue Konzepte nachvollziehen, ohne sich damit intensiv beschäftigen zu können. Ein enormer Einsatz und Vertrauen in einen unbekannten Prozess wurde im LLBB vom Nutzer aufgebracht. Fragen richtig zu stellen und zu beantworten, ohne in einen echten Dialog zu treten, ist eine besondere Herausforderung. Für die Planungsphase ist ein sehr komprimierter Prozess für die Neustrukturierung und die Festlegungen zu treffen. Ein gutes Team und starke Nerven sind nur zwei Voraussetzungen für diese Aufgabe.
11:00 Uhr: Kaffeepause
11:30 Uhr: Herausforderungen und Umsetzung der Planung in einem Dialogwettbewerb (Mertens)
In einem Architektenwettbewerb wird eine Vision für eine Aufgabe vermittelt. Die Konzeption, die Idee und das Potential für eine gelungene Umsetzung der Aufgabe werden bewertet, um es danach in einem iterativen Prozess umzusetzen. Im Dialogwettbewerb ist die Konzeption in einer wirtschaftlichen Optimierung in einem Schritt umzusetzen. Die Genehmigung ist sicherzustellen, ohne alle Grundlagen klären zu können und die dafür erforderlichen Kosten sind fix zu definieren. Der Entwurfsansatz ist verbindlich, ein mutiger neuer Ansatz wird leicht falsch verstanden und das Projekt ist abgelehnt. In der Planung mit dem Nutzer müssen neue Strukturen erarbeitet werden. Der Architekt ist aber gleichzeitig beratender Planer und Umsetzungsgehilfe des Investors. Die sehr kurzen Planungsphasen mit parallelen Bauausführungen erfordern ein angepasstes Arbeiten. Der eigene Anspruch an die Arbeit und die Qualität der Architektur dürfen in der Projektabwicklung aber nicht geopfert werden.
12:15 Uhr: Flexibler Brandschutz und klare Brandfallmatrix (Möller)
Im Laborgebäude hat der Brandschutz eine besondere Bedeutung. Der Schutz der Mitarbeiter beim Umgang mit gefährlichen Stoffen und der Feuerwehr im Einsatz hat oberste Priorität, ohne die täglichen Arbeitsabläufe einzuengen und notwendige Anpassungen zu verhindern. Ein Spagat, der im LLBB sehr innovativ umgesetzt wurde. Die Brandfallmatrix ist die Blaupause, die das innovative Konzept in die Praxis umsetzt und den Störfall simuliert. Die Aufstellung und Umsetzung der Brandfallmatrix macht den Brandschutz praxistauglich.
13:00 Uhr: Mittagspause
14:00 Uhr: Flexible Laborplanung für spezifische Aufgaben ohne Nutzerrückkopplung (Dr. Heinekamp)
In einer normalen Projektabwicklung können die Anforderungen präzisiert und Planungskonzepte mit dem Nutzer und Bauherrn abgestimmt werden. Neue Konzepte können im Projekt gemeinsam entwickelt und schrittweise den besonderen Anforderungen angepasst werden. In einem Dialogwettbewerb sind keine direkten Abstimmungen möglich. Ein Abgleich mit der Aufgabenstellung muss erfolgen. Neue Konzepte sind ein großes Risiko, da sie nur bedingt erklärt und im Dialogwettbewerb angepasst werden können. Im Konzept müssen Antworten eingeplant werden, ohne die Fragen zu kennen. Die Investitionskosten sind fixiert und die Nutzeranforderungen müssen umgesetzt werden, ohne im Vorfeld die Details zu kennen. Ein Abgleich zwischen Soll und Ist stellt eine neue Herausforderung.
14:45 Uhr: Einteilung der Gruppen zur Besichtigung des Neubaus
15:00 Uhr: Besichtigung Neubau Landeslabor Berlin-Brandenburg in Gruppen
Station I: Anlieferung und Probenannahme
Station II: Architektur
Station III: Sonderbereiche: Sensorik, Reinraum und Mikrobiologie
Station IV: Standardlabormodul
Station V: Technikzentrale
Station VI: Kaffeepause
18:00 Uhr: Ende des ersten Veranstaltungstages
20:00 Uhr: Abendveranstaltung
Tag 2: 27.09.2019
09:30 Uhr: Projektabwicklung und Controlling für ein Investorenmodell (Zienteck)
In einer Projektpartnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Partnern bestehen auf beiden Seiten sowohl die Rolle des Projektentwicklers als Projektinitiators, als auch die Rolle des Projektcontrollers, der die vertragskonforme und bedarfsgerechte Umsetzung gewährleisten muss. Dabei bestehen teilweise unterschiedlich gelagerte Sichtweisen und Zwänge, welche in einem gemeinsamen Projektziel münden müssen.
10:15 Uhr: Herausforderungen aus Sicht des Projektentwicklers (HOCHTIEF PPP Solutions GmbH) in der Angebots-und Umsetzungsphase (Arendt)
Der Projektentwickler ist für die wirtschaftliche Umsetzung und die Projektabwicklung verantwortlich. Gleichzeitig Bauherr, Finanzierungsgesellschaft/Investor, Vermieter und Betreiber der Immobilie zu sein ist eine Herausforderung für die Strukturierung der Vermietungsgesellschaft durch den Projektentwickler. Ein erfolgreiches Projekt zeigt, wie es geht und wo die Chancen und Risiken liegen.
11:00 Uhr: Kaffeepause
11:30 Uhr: Wie verändern Strukturen die Arbeitsabläufe? Erste Betriebserfahrungen im neuen Labor (NN Nutzer LLBB)
Die Nutzer des LLBB kamen aus alten Gebäuden, die durch Einzellabore geprägt waren. Im Neubau entstanden Laborlandschaften, die durch offene Strukturen geprägt sind. Eine Abgrenzung wird nur geschaffen, wenn es die Funktion erfordert. Die Büroarbeitsplätze wurden direkt vor dem Labor platziert. Die neuen Strukturen müssen vom Nutzer mit Leben erfüllt werden. Nach den ersten Monaten im neuen Gebäude zeigen sich die Unterschiede, Chancen und neuen Herausforderungen. Ein Zwischenstand, der aber den Besuchern einen interessanten Einblick in den Prozess liefert.
12:15 Uhr: Aufgaben einer Betreibergesellschaft und Erfahrungen aus der Inbetriebnahme (Jedtke)
In öffentlichen Projekten werden immer mehr Dienstleistungen auf einen externen Gebäudebetreiber übertragen. Daher muss insbesondere bei Laborgebäuden eine sinnvolle Abgrenzung zwischen Gebäudebetreiber und Laborbetrieb gefunden werden. Die zentrale Betriebstechnik muss in der Inbetriebnahmephase optimiert werden und die Verfügbarkeit gesichert sein. Die Erfahrungen aus der Inbetriebnahme und den ersten Betriebsmonaten geben einen Einblick in diese anspruchsvolle Aufgabe.
13:00 Uhr: Mittagspause
14:30 Uhr: Baurealisierung und systematische Inbetriebnahme (Klimt)
Der Generalübernehmer kann mit einer optimierten Bauabwicklung die Realisationszeit verkürzen. Die Planung beachtet direkt die Umsetzung auf der Baustelle in Bezug auf Realisierungszeit und wirtschaftlichste Bauweise. Vor dem Nutzereinzug ist ein voll funktionstüchtiges Gebäude zu übergeben, dadurch sind eine systematische Inbetriebnahme, Leistungsüberprüfungen und ein ausgiebiger Probebetrieb unabdingbar.
15:15 Uhr: Wie macht BIM die Planung von Laborgebäuden besser? (Dr. Heinekamp)
BIM ist nicht nur ein Werkzeug, sondern eine Arbeitsmethode. Durch den konsequenten Einsatz von BIM werden die Planung und die Entscheidungen besser. Mit praktischen Beispielen für Laborprojekte wird dieses aufgezeigt. Laborprojekte benötigen Standards im BIM Prozess. Die neusten Entwicklungen für IFC Standards im Laborbau sind ein zweiter Schwerpunkt des Vortrages.
16:15 Uhr: Ende der Veranstaltung
Hinweis für Architekten:
Sie sind in einer Architektenkammer organisiert, die Fortbildungspunkte bzw. Anerkennungen für Fortbildungsveranstaltungen vergibt?
Dann geben Sie uns bitte rechtzeitig Bescheid, damit wir die Veranstaltung bei Ihrer Architektenkammer als Fortbildungsveranstaltung anerkennen lassen können.
Beachten Sie, dass einige Kammern bis zu 2 Monate für die Bearbeitung benötigen.







